Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lücke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lücke · Nominativ Plural: Lücken
Aussprache 
Worttrennung Lü-cke
Mehrwortausdrücke  Mut zur Lücke
eWDG

Bedeutung

Zwischenraum, (durch ein fehlendes Stück entstandener) größerer Spalt
Beispiele:
eine große, schmale Lücke
eine Lücke im Zaun ausbessern
nirgends fand sich eine Lücke zum Parken
eine Lücke in der Reihe, zwischen den Häusern lassen
durch eine Lücke kriechen
sein Gebiss hat schon viele Lücken
umgangssprachlichetw. genau auf Lücke, Lücke auf Lücke stellen (= jeweils mit Abstand und gegeneinander versetzt aufstellen)
übertragen
Beispiele:
jmd. hinterlässt, reißt durch seinen Tod eine empfindliche, fühlbare, schmerzliche Lücke
jmd. füllt eine Lücke (aus)
hier klaffte bisher eine Lücke
das Buch schließt diese Lücke
der Krieg hat viele Lücken gerissen (= hat viele Menschenopfer verlangt)
sein Wissen hat große, eine ganze Reihe von Lücken (= ist lückenhaft)
durch eine Lücke des Gesetzes schlüpfen (= der Strafe entgehen)
er … mußte abgeführt werden, worauf der Schultheiß in die Lücke sprang [ HesseCamenzind1,301]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lücke f. ‘leere Stelle, Loch, Unterbrechung einer Reihe, eines zusammenhängenden Ganzen’. Intensivgemination aufweisendes ahd. lucka (9. Jh.), mhd. lucke, lücke, ursprünglich wohl Bezeichnung für eine verschließbare Öffnung, läßt sich wie verwandtes Loch und Luke (s. d.) auf die unter Lauch und Locke (s. d.) genannte Wurzel ie. *leug-, *lŭg- ‘biegen’ zurückführen (zur möglichen Entwicklung von ‘biegen’ zu ‘schließen’ s. Loch). Die heute geltende umgelautete Form setzt sich unter Luthers Einfluß durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Leere · Lücke · Nichts · Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.
Assoziationen
  • absolut nichts · gar nichts · nichts und wieder nichts · rein gar nichts · reinweg gar nichts · überhaupt nichts  ●  ein(en) Scheißdreck  derb, abwertend · jar nüscht  ugs., berlinerisch · nix und wieder nix  ugs. · null Komma Josef  ugs., österr. · nullkommajosef  ugs., österr.
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Durchlass · Gang · Gasse · Korridor · Lücke · Passage  ●  Durchgang  Hauptform
Synonymgruppe
Lücke · Nachholbedarf  ●  Stiefkind  fig. · offene Baustelle  fig.

Typische Verbindungen zu ›Lücke‹ (berechnet)

Nutzungsgeschichte Oberlandautobahn Panzerung auftun aufweisen ausfüllen eklatant empfindlich entstanden entstehend füllen gerissen hinterlassen klaffen klaffend reißen riesig schliessen schliesst schließen schließend schmerzlich stopfen technologisch verbleibend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lücke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lücke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Betrug aller falschen Namen vor der richtigen Pflanze tat sich die Lücke ins Leere auf. [Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 8]
Er hatte eine Lücke erspäht, die ihm groß genug erschien, den schwerfälligen Van hineinzubringen. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 244]
Wir dürfen es entlehnen, weil es geeignet ist, eine Lücke der literaturwissenschaftlichen Terminologie auszufüllen. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 268]
Könnte sie nicht die diesbezüglichen Lücken der historischen Forschung füllen? [Scheidt, Walter: Kulturbiologie, Jena: Fischer 1930, S. 95]
Eine Verwaltung, die im Aufbau ist, hat natürlich erhebliche Lücken. [Der Spiegel, 15.02.1993]
Zitationshilfe
„Lücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/L%C3%BCcke>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Lößkindel
Lößgebiet
Lößdecke
Lößboden
Lößablagerung
Lückenbüßer
Lückenbüßerin
Lückenfüller
Lückenfüllerin
Lückenhaftigkeit