Lücke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lücke · Nominativ Plural: Lücken
Aussprache
WorttrennungLü-cke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Lücke‹ als Erstglied: ↗Lückenbüßer · ↗lückenhaft · ↗lückenlos · ↗lückig
 ·  mit ›Lücke‹ als Letztglied: ↗Baulücke · ↗Bewusstseinslücke · ↗Deckungslücke · ↗Finanzierungslücke · ↗Finanzlücke · ↗Forschungslücke · ↗Fähigkeitslücke · ↗Gesetzeslücke · ↗Häuserlücke · ↗Marktlücke · ↗Sicherheitslücke · ↗Siedlungslücke · ↗Versorgungslücke
eWDG, 1969

Bedeutung

Zwischenraum, (durch ein fehlendes Stück entstandener) größerer Spalt
Beispiele:
eine große, schmale Lücke
eine Lücke im Zaun ausbessern
nirgends fand sich eine Lücke zum Parken
eine Lücke in der Reihe, zwischen den Häusern lassen
durch eine Lücke kriechen
sein Gebiss hat schon viele Lücken
umgangssprachlich etw. genau auf Lücke, Lücke auf Lücke stellen (= jeweils mit Abstand und gegeneinander versetzt aufstellen)
übertragen
Beispiele:
jmd. hinterlässt, reißt durch seinen Tod eine empfindliche, fühlbare, schmerzliche Lücke
jmd. füllt eine Lücke (aus)
hier klaffte bisher eine Lücke
das Buch schließt diese Lücke
der Krieg hat viele Lücken gerissen (= hat viele Menschenopfer verlangt)
sein Wissen hat große, eine ganze Reihe von Lücken (= ist lückenhaft)
durch eine Lücke des Gesetzes schlüpfen (= der Strafe entgehen)
er ... mußte abgeführt werden, worauf der Schultheiß in die Lücke sprang [HesseCamenzind1,301]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lücke f. ‘leere Stelle, Loch, Unterbrechung einer Reihe, eines zusammenhängenden Ganzen’. Intensivgemination aufweisendes ahd. lucka (9. Jh.), mhd. lucke, lücke, ursprünglich wohl Bezeichnung für eine verschließbare Öffnung, läßt sich wie verwandtes ↗Loch und ↗Luke (s. d.) auf die unter ↗Lauch und ↗Locke (s. d.) genannte Wurzel ie. *leug-, *lŭg- ‘biegen’ zurückführen (zur möglichen Entwicklung von ‘biegen’ zu ‘schließen’ s. ↗Loch). Die heute geltende umgelautete Form setzt sich unter Luthers Einfluß durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslassung · ↗Hohlraum · ↗Kavität · ↗Leerraum · ↗Leerstelle · Lücke · ↗Zwischenraum
Assoziationen
Synonymgruppe
Leere · Lücke · ↗Nichts · ↗Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.
Assoziationen
  • absolut nichts · gar nichts · nichts und wieder nichts · rein gar nichts · reinweg gar nichts · überhaupt nichts  ●  ein(en) Scheißdreck  derb, abwertend · nix und wieder nix  ugs. · null Komma Josef  ugs., österr. · nullkommajosef  ugs., österr.
  • 0 · ↗null
  • Abstinenz · ↗Ausfall · ↗Entbehrung · ↗Entzug
Synonymgruppe
Hiatus · Lücke · ↗Pause · ↗Unterbrechung · ↗Zwischenphase · ↗Zwischenzeit
Synonymgruppe
Durchgang · ↗Gasse · Lücke · ↗Spalier
Assoziationen
Synonymgruppe
Lücke · ↗Nachholbedarf  ●  ↗Stiefkind  fig. · offene Baustelle  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Lebenslauf Mut Schließung auffüllen auftun aufweisen ausfüllen ausgleichen ausnutzen bestehend empfindlich entstanden entstehend erheblich füllen gewaltig gravierend hinterlassen klaffen klaffend reißen riesig schließen schließend schmerzlich stopfen technologisch verbleibend überbrücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lücke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meist sind die Lücken zu klein für den straffen Semesterplan.
Die Zeit, 11.10.2013, Nr. 05
Im Betrug aller falschen Namen vor der richtigen Pflanze tat sich die Lücke ins Leere auf.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 8
Hier werden sich manche Lücken zeigen, die wir aber anders als in solcher Ordnung niemals deutlich darstellen können.
Manske, Beate: Wilhelm Wagenfeld und sein Vorschlag für ein deutsches Warenbuch. In: Hasso Bräuer (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002, S. 130
Beim Pflanzen füllt man die Lücken im Kasten mit Erde und drückt fest an.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 21
Die »Kunst der Renaissance« (1867) konnte die Lücke keineswegs füllen, und B. litt tief unter diesem Versagen.
Knittermeyer, H.: Burckhardt. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 8807
Zitationshilfe
„Lücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lücke>, abgerufen am 25.03.2019.

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