Lümmel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lümmels · Nominativ Plural: Lümmel
Aussprache 
Worttrennung Lüm-mel
Wortbildung  mit ›Lümmel‹ als Erstglied: Lümmeltüte · lümmelhaft  ·  mit ›Lümmel‹ als Letztglied: Bauernlümmel · Dorflümmel · Lauselümmel · Rotzlümmel · Straßenlümmel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Flegel, ungezogener, frecher Mensch
Beispiele:
ein fauler, gemeiner, leichtsinniger, unreifer, unverschämter Lümmel
so ein Lümmel!
du elender Lümmel!
er ist und bleibt ein Lümmel
vertraulichdas ist ein langer, starker Lümmel (= Kerl) geworden
vertraulichder Lümmel (= Schlingel) hat schon wieder einmal die Schule geschwänzt
Das Eiapopeia vom Himmel, / Womit man einlullt, wenn es greint, / Das Volk, den großen Lümmel [ HeineWintermärchen2,431]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lümmel · Lūmich · lümmeln · Lümmelei
Lümmel m. ‘unerzogener, frecher (junger) Mann, derber Mensch ohne Verstand, Flegel’ (16. Jh.), nd. Lummel, Lümmel. Abgeleitet von (in nhd. Zeit nur noch mundartlich) lummen, lummeln ‘schlaff, welk sein, herabhängen’ (16. Jh.; vgl. Lummelohr ‘herabhängendes Ohr’), lumm Adj. ‘schlaff, weich, matt, träge’ (16. Jh.), mit affektischer Vokalkürzung hervorgegangen aus mhd. lüemen ‘erschlaffen, ermatten’, mhd. lüeme, (md.) lūme Adj. ‘matt, sanft, mild’, das ablautend zu lahm (s. d.) steht. Hierzu (den alten langen Stammvokal bewahrend) auch obsächs. Lūmich m. ‘übler, liederlicher, heimtückischer Kerl, Taugenichts’. lümmeln Vb. ‘flegelhaft herumstehen, in nachlässiger Haltung sitzen’, älter auch ‘sich lümmelhaft betragen’ (17. Jh.). Lümmelei f. (17. Jh.).

Lummel · Lungenbraten
Lummel m. ‘Lendenfleisch, -braten, zubereitetes Nierenstück’ (heute vorwiegend südd.), mnd. lümmel n. ‘Eingeweide der Schlachttiere’, nl. lumme, assimiliert aus mhd. lumbel(e), lumbe m., ahd. (8. Jh.), asächs. lumbal m. ‘Lende, Niere’, einer Entlehnung aus lat. lumbulus, dem Deminutivum von lat. lumbus m. ‘Lende’, verwandt mit Lende (s. d.). Hierher nach volksetymologischer Umdeutung (südostd. öst.) Lungenbraten m. ‘Lendenbraten’.

Typische Verbindungen zu ›Lümmel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lümmel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lümmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Leben ist schon schlimm genug für Dich und ich müßte mir als einen unverständigen Lümmel vorkommen, wenn ich Dir das antun würde. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 04.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Tretet doch den Lümmeln ins Kreuz, wenn sie nicht schneller gehen wollen! [Tucholsky, Kurt: Marburger Nachwuchs. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920], S. 21827]
Oder würde er sich gar einen kleinen Lümmel heißen lassen? [Süddeutsche Zeitung, 26.08.2002]
Damit das nie wieder vorkommt, verdrosch er die beiden Lümmel ordentlich. [Süddeutsche Zeitung, 28.12.1998]
Denn das Volk, der große Lümmel, zeigt sich politisch unzuverlässig. [Die Welt, 21.10.2003]
Zitationshilfe
„Lümmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/L%C3%BCmmel>.

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