Lümmel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lümmels · Nominativ Plural: Lümmel
Aussprache
WorttrennungLüm-mel
Wortbildung mit ›Lümmel‹ als Erstglied: ↗lümmelhaft  ·  mit ›Lümmel‹ als Letztglied: ↗Bauernlümmel · ↗Dorflümmel · ↗Lauselümmel · ↗Rotzlümmel · ↗Straßenlümmel
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Flegel, ungezogener, frecher Mensch
Beispiele:
ein fauler, gemeiner, leichtsinniger, unreifer, unverschämter Lümmel
so ein Lümmel!
du elender Lümmel!
er ist und bleibt ein Lümmel
vertraulich das ist ein langer, starker Lümmel (= Kerl) geworden
vertraulich der Lümmel (= Schlingel) hat schon wieder einmal die Schule geschwänzt
Das Eiapopeia vom Himmel, / Womit man einlullt, wenn es greint, / Das Volk, den großen Lümmel [HeineWintermärchen2,431]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lümmel · Lūmich · lümmeln · Lümmelei
Lümmel m. ‘unerzogener, frecher (junger) Mann, derber Mensch ohne Verstand, Flegel’ (16. Jh.), nd. Lummel, Lümmel. Abgeleitet von (in nhd. Zeit nur noch mundartlich) lummen, lummeln ‘schlaff, welk sein, herabhängen’ (16. Jh.; vgl. Lummelohr ‘herabhängendes Ohr’), lumm Adj. ‘schlaff, weich, matt, träge’ (16. Jh.), mit affektischer Vokalkürzung hervorgegangen aus mhd. lüemen ‘erschlaffen, ermatten’, mhd. lüeme, (md.) lūme Adj. ‘matt, sanft, mild’, das ablautend zu ↗lahm (s. d.) steht. Hierzu (den alten langen Stammvokal bewahrend) auch obsächs. Lūmich m. ‘übler, liederlicher, heimtückischer Kerl, Taugenichts’. lümmeln Vb. ‘flegelhaft herumstehen, in nachlässiger Haltung sitzen’, älter auch ‘sich lümmelhaft betragen’ (17. Jh.). Lümmelei f. (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bank erwischen frech nackt unverschämt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lümmel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann muss der eben auch raus, wie die drei anderen Lümmel vorher.
Der Tagesspiegel, 15.01.2005
Denn das Volk, der große Lümmel, zeigt sich politisch unzuverlässig.
Die Welt, 21.10.2003
Oder würde er sich gar einen kleinen Lümmel heißen lassen?
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2002
Das Leben ist schon schlimm genug für Dich und ich müßte mir als einen unverständigen Lümmel vorkommen, wenn ich Dir das antun würde.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 04.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Benedikt Pfaff, der starke, rote Lümmel, zog seine Muskeln ein, kniete nieder, faltete die Hände und bat den Herrn Präsidenten um Vergebung.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 618
Zitationshilfe
„Lümmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lümmel>, abgerufen am 18.02.2019.

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