Labkraut, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Lab-kraut
Wortzerlegung LabKraut
eWDG, 1969

Bedeutung

Pflanze mit kleinen, zitronengelben, nach Honig duftenden Blüten, deren Saft die Milch zum Gerinnen bringt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lab · Labkraut · Labmagen
Lab n. ‘Milchgerinnungsmittel, Ferment zur Käseherstellung’, eine nur auf dem dt.-nl. Sprachgebiet belegte Bezeichnung, ahd. lab (9./10. Jh.), mhd. lap, mnd. laf, (mit Umlaut) mnl. lebbe, nl. leb ‘Mittel zum Gerinnenmachen’. Daneben begegnet eine i-Form in mnl. libbe, die sich mit mhd. liberen, mnd. leveren, nhd. (md. 16. bis 18. Jh.) liefern und geliefern ‘gerinnen (machen)’ verbinden läßt. Eine schwundstufige u-Form liegt vor in ahd. kāsilubbi (9./10. Jh.), mhd. kæseluppe, noch nhd. vereinzelt Lup (18. Jh.), aengl. cȳslybb ‘Gerinnungsmittel für die Käsebereitung’. Wahrscheinlich ist in dem Grundwort des Kompositums ahd. lubbi ‘Salbe, Gift, Zauberei’ (8. Jh.), asächs. lubbi ‘Saft, Gift’, aengl. lybb ‘Gift, Zauber’, anord. lyf ‘Heil-, Zaubermittel’ zu sehen, da die Germanen die von den Römern übernommenen Mittel zur schnelleren Gerinnung zunächst als Gift- bzw. Zaubersäfte betrachten. Jedoch bleibt diese Anknüpfungsmöglichkeit fraglich, und die Beziehungen der drei -a-, -i- oder -u- enthaltenden Wortgruppen sind trotz ihrer semantischen und lautlichen Nähe nicht befriedigend zu klären. Vielleicht darf mit de Vries Nl. 387 vermutet werden, daß bei einem derartigen Stoff des täglichen Gebrauchs affektische Lautveränderungen aufgetreten sind. Labkraut n. Pflanze, deren Saft Milch gerinnen läßt (16. Jh.). Labmagen m. mit Labdrüsen ausgestatteter Magenteil der Wiederkäuer, sogenannter vierter Magen (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Labkraut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Raupe grün, weiß punktiert, mit zwei gelblichen Seitenstreifen, auf Labkraut.
o. A.: T. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 2787
Zu dieser Pflanzenfamilie zählen auch die bei uns bekannten Arten Waldmeister und Gemeines Labkraut.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 261
Sie hat schon vor elf Jahren abgelehnt, das Sollner Wäldchen mit Labkraut, Eichen und Hainbuchen endgültig unter Schutz zu stellen.
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2001
Wo an Rainen und Trockenhängen das gelbe Labkraut blüht, kann man im Juli und August seine fünf Zentimeter langen grünen Raupen antreffen.
Die Welt, 21.08.2003
Im März bestellen Kleinbauern ihre hügeligen Äcker, im Sommer flattert der Große Feuerfalter vom Bocksbart ins Labkraut.
Die Zeit, 14.04.2004, Nr. 16
Zitationshilfe
„Labkraut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Labkraut>, abgerufen am 01.06.2020.

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