Labmagen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Lab-ma-gen
Wortzerlegung LabMagen
eWDG, 1969

Bedeutung

Teil des Magens der Wiederkäuer
Beispiel:
Die Verdauung der Eiweißstoffe setzt danach im eigentlichen Magen, dem Labmagen ... ein [Urania1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lab · Labkraut · Labmagen
Lab n. ‘Milchgerinnungsmittel, Ferment zur Käseherstellung’, eine nur auf dem dt.-nl. Sprachgebiet belegte Bezeichnung, ahd. lab (9./10. Jh.), mhd. lap, mnd. laf, (mit Umlaut) mnl. lebbe, nl. leb ‘Mittel zum Gerinnenmachen’. Daneben begegnet eine i-Form in mnl. libbe, die sich mit mhd. liberen, mnd. leveren, nhd. (md. 16. bis 18. Jh.) liefern und geliefern ‘gerinnen (machen)’ verbinden läßt. Eine schwundstufige u-Form liegt vor in ahd. kāsilubbi (9./10. Jh.), mhd. kæseluppe, noch nhd. vereinzelt Lup (18. Jh.), aengl. cȳslybb ‘Gerinnungsmittel für die Käsebereitung’. Wahrscheinlich ist in dem Grundwort des Kompositums ahd. lubbi ‘Salbe, Gift, Zauberei’ (8. Jh.), asächs. lubbi ‘Saft, Gift’, aengl. lybb ‘Gift, Zauber’, anord. lyf ‘Heil-, Zaubermittel’ zu sehen, da die Germanen die von den Römern übernommenen Mittel zur schnelleren Gerinnung zunächst als Gift- bzw. Zaubersäfte betrachten. Jedoch bleibt diese Anknüpfungsmöglichkeit fraglich, und die Beziehungen der drei -a-, -i- oder -u- enthaltenden Wortgruppen sind trotz ihrer semantischen und lautlichen Nähe nicht befriedigend zu klären. Vielleicht darf mit de Vries Nl. 387 vermutet werden, daß bei einem derartigen Stoff des täglichen Gebrauchs affektische Lautveränderungen aufgetreten sind. Labkraut n. Pflanze, deren Saft Milch gerinnen läßt (16. Jh.). Labmagen m. mit Labdrüsen ausgestatteter Magenteil der Wiederkäuer, sogenannter vierter Magen (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Labmagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun wird kein Kalb geschlachtet, nur um ihm den Labmagen herauszureißen.
Die Zeit, 24.08.2009, Nr. 34
Lab wird aus dem Labmagen von Kälbern gewonnen und löst die Milchgerinnung aus.
o. A. [H. L.]: Molkepulver. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1987]
Diese überleben den Pansen, gelangen bis in den Labmagen und verbessern so die Fettqualität.
Die Zeit, 09.02.2009, Nr. 06
Diese trocknende Tätigkeit des Blättermagens scheint bei den Kamelen der vordere Abschnitt des Labmagens zu besorgen.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 334
Zitationshilfe
„Labmagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Labmagen>, abgerufen am 01.06.2020.

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