Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Laboratorium, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Laboratoriums · Nominativ Plural: Laboratorien
Aussprache  [laboʀaˈtoːʀi̯ʊm]
Worttrennung La-bo-ra-to-ri-um
formal verwandt mitlaborieren
Wortbildung  mit ›Laboratorium‹ als Erstglied: Laboratoriumsmedizin  ·  mit ›Laboratorium‹ als Letztglied: Atomlaboratorium · Betriebslaboratorium · Forschungslaboratorium · Genlaboratorium · Himmelslaboratorium · Mikrolaboratorium · Sprachlaboratorium · Versuchslaboratorium · Weltraumlaboratorium
 ·  mit ›Laboratorium‹ als Grundform: Labor
Herkunft aus laboratoriummlat ‘Werkraum, Werkstatt’
eWDG

Bedeutung

Arbeitsraum für die experimentelle Forschung und praktische wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Physik, Chemie, Biologie und Medizin
Beispiele:
ein chemisches, pharmazeutisches Laboratorium
die Prüfung des Materials wurde im Laboratorium vorgenommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laborieren · Laborant · Laboratorium · Labor
laborieren Vb. ‘an etw. arbeiten, sich mit etw. abmühen, an etw. leiden’, im 15. Jh. aus gleichbed. lat. labōrāre entlehnt. Das lat. Verb ist von lat. labor ‘Mühe, Anstrengung, Arbeit’ (eigentlich ‘das Wanken unter einer Last’) abgeleitet und mit diesem auf lat. labāre ‘wanken, schwanken’ zurückzuführen (Intensivbildung zu dem unter labil, s. d., genannten lat. lābī, verwandt mit schlafen, s. d.). laborieren wird in älterer Zeit meist fachsprachlich, speziell in der Medizin (‘an einer Krankheit leiden’) und Alchimie (‘als Alchimist arbeiten’) verwendet. Laborant m. ‘technische Kraft für Laborarbeiten’, älter ‘Alchimist, Apothekergehilfe’ (16. Jh.), aus lat. labōrāns (Genitiv labōrantis), dem Part. Präs. von labōrāre. Laboratorium n. ‘Arbeitsstätte, Arbeitsraum für naturwissenschaftliche Untersuchungen und Experimente’, anfangs ‘Alchimistenküche’ (16. Jh.), Übernahme der gelehrten Bildung mlat. laboratorium ‘Werkraum, Werkstatt’. Im 17. und 18. Jh. oft noch in lat. Flexion und im Sinne von ‘Destillierstube’. Aus Laboratorium gekürzt ist das weitgehend gleichbed. Labor n. (20. Jh.), wobei dieses in der Regel kleinere, jenes größere labortechnische Einrichtungen bezeichnet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Labor  ●  Laboratorium  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Laboratorium‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laboratorium‹.

Verwendungsbeispiele für ›Laboratorium‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur die analytische Bestimmung dieser wasserdampfflüchtigen Säure in Laboratorien macht exakte Beurteilungen möglich. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 627]
Er war in das Laboratorium getreten, ehe sie antworten konnte. [Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 327]
Von 1935 an arbeitete er dann ausschließlich in dem von ihm bereits 1923 begründeten privaten bakteriologischen Laboratorium. [Schäfer, Lothar u. Schnelle, Thomas: Ludwik Flecks Begründung der soziologischen Betrachtungsweise in der Wissenschaftstheorie. In: dies. (Hgg.) Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980, S. 8]
Die Fachleute äußern sich daher nur zurückhaltend zum aktuellen Stand in den Laboratorien. [Die Zeit, 16.01.2012, Nr. 03]
Sie sei nach wie vor ein wichtiges Laboratorium für neue Ideen. [Die Zeit, 24.01.2011, Nr. 04]
Zitationshilfe
„Laboratorium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laboratorium>.

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