Lache, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lache · Nominativ Plural: Lachen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungLa-che (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich lautes Lachen, Gelächter
Beispiele:
eine laute, schallende, dröhnende, gellende, alberne, hässliche Lache
salopp eine dreckige Lache
in eine laute Lache ausbrechen, eine laute Lache anschlagenplötzlich laut zu lachen anfangen
Beispiele:
er schlug eine fröhliche Lache an
wie dann Louis in eine ungeheure Lache ausbrach [Feuchtw.Füchse190]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lache1 f. ‘flache Pfütze’, ahd. lahha (9. Jh.), mhd. lache ‘Pfütze’, asächs. laka ‘Pfütze, Sumpf’ (in Ortsnamen), mnd. mnl. lāke ‘stehendes Wasser in einem Flußbett, Salzlake’, nl. laak, aengl. lacu ‘Fluß, Bach’ (dagegen ist mengl. lac, engl. lake ‘See’ Entlehnung aus afrz. lac ‘See, Grube’, das auf lat. lacus, s. unten, beruht), ablautend hierzu anord. lœkr ‘langsam fließender Bach’ und gleichbed. norw. løk. Die Substantive lassen sich mit den unter ↗leck (s. d.) behandelten Formen und der dort dargestellten Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ verbinden. Unwahrscheinlich ist alte Entlehnung aus etymologisch nicht verwandtem lat. lacus ‘See, Gewässer, Trog, (Wasser)becken’. Zum Nebeneinander der Formen Lache und Lake im Hd. und zur Funktionsteilung ‘Pfütze’ und ‘Salzlösung’ s. ↗Lake.

Lache2 · lachen2
Lache2 f. ‘Markierung, Kerbe, (Grenz)zeichen’ an Baum oder Stein, ahd. lāh m. (Hs. 11. Jh.), lāhha f. (Hs. 11./12. Jh.), mhd. lāche, lāchene f., asächs. lāc ‘Grenzzeichen’. Dazu ahd. lāhboum (9. Jh.), frühnhd. lochstein (14. Jh.) ‘Baum, Stein mit Grenzmarkierung’. Davon abgeleitet lachen2 Vb. ‘durch Einkerben bezeichnen’, mhd. lāchenen ‘mit einem Grenzzeichen versehen’. Herkunft ungewiß. Vielleicht zu verbinden mit aind. lákṣma n. ‘Marke, Zeichen’?

lachen1 · Lache3 · lächeln · lächerlich · lachhaft · Lachtaube
lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ansammlung von ... (z.B. Wasser) · Lache · ↗Pfütze  ●  ↗Pütz  kölsch
Assoziationen
  • Wasser  Hauptform · Aqua  fachspr., lat. · H2O  fachspr., Abkürzung · H₂O  fachspr., Abkürzung · ↗Nass  geh. · Quell des Lebens  geh., poetisch · blaues Gold  geh., literarisch · das nasse Element  geh., literarisch · kostbares Nass  geh.
  • Regen  Hauptform · ↗(das) Nass  geh., literarisch · ↗Niederschlag  ugs.
Synonymgruppe
(die) Art wie jemand lacht · Lache
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Glucksen Gähnen Heulen Kichern Klatsche Schenkel Scherzen Schreien Staunen Tanzen Wein Weinen Zuruf ausschütten bepissen biegen bogen brüllen dreckig einkriegen kringeln krümmen kugeln losprusten prusten quittieren schütteln verschlucken wiehern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lache‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dieser Lache ätzt Raab alles weg, was nicht Raab ist.
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2002
Lache, und die Welt lacht mit Dir - weine, und Du weinst allein.
Die Welt, 15.03.1999
Lache nicht über deinen eigenen Witz oder über eine unpassende Äußerung.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 17
Ich lag mit dem Kopf in der Lache und wollte mich wegwälzen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 77
Lache viel und singe viel, möglichst schon morgens früh beim Ankleiden.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22764
Zitationshilfe
„Lache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lache#1>, abgerufen am 16.11.2018.

Weitere Informationen …

Lache, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lache · Nominativ Plural: Lachen
Aussprache
WorttrennungLa-che (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Lache‹ als Letztglied: ↗Bierlache · ↗Kotlache · ↗Mistlache · ↗Schlammlache
eWDG, 1969

Bedeutung

(schmutziges) Wasser, das sich in einer kleinen, flachen Bodenvertiefung angesammelt hat, Pfütze
Beispiele:
eine kleine, breite Lache
hier und da waren Lachen von Regenwasser
zusammengelaufene Flüssigkeit
Beispiele:
auf dem Tisch waren Lachen von Bier, Wein
der Verletzte lag in einer Lache von Blut
auf dem Wasser schwimmt eine große Lache Öl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lache1 f. ‘flache Pfütze’, ahd. lahha (9. Jh.), mhd. lache ‘Pfütze’, asächs. laka ‘Pfütze, Sumpf’ (in Ortsnamen), mnd. mnl. lāke ‘stehendes Wasser in einem Flußbett, Salzlake’, nl. laak, aengl. lacu ‘Fluß, Bach’ (dagegen ist mengl. lac, engl. lake ‘See’ Entlehnung aus afrz. lac ‘See, Grube’, das auf lat. lacus, s. unten, beruht), ablautend hierzu anord. lœkr ‘langsam fließender Bach’ und gleichbed. norw. løk. Die Substantive lassen sich mit den unter ↗leck (s. d.) behandelten Formen und der dort dargestellten Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ verbinden. Unwahrscheinlich ist alte Entlehnung aus etymologisch nicht verwandtem lat. lacus ‘See, Gewässer, Trog, (Wasser)becken’. Zum Nebeneinander der Formen Lache und Lake im Hd. und zur Funktionsteilung ‘Pfütze’ und ‘Salzlösung’ s. ↗Lake.

Lache2 · lachen2
Lache2 f. ‘Markierung, Kerbe, (Grenz)zeichen’ an Baum oder Stein, ahd. lāh m. (Hs. 11. Jh.), lāhha f. (Hs. 11./12. Jh.), mhd. lāche, lāchene f., asächs. lāc ‘Grenzzeichen’. Dazu ahd. lāhboum (9. Jh.), frühnhd. lochstein (14. Jh.) ‘Baum, Stein mit Grenzmarkierung’. Davon abgeleitet lachen2 Vb. ‘durch Einkerben bezeichnen’, mhd. lāchenen ‘mit einem Grenzzeichen versehen’. Herkunft ungewiß. Vielleicht zu verbinden mit aind. lákṣma n. ‘Marke, Zeichen’?

lachen1 · Lache3 · lächeln · lächerlich · lachhaft · Lachtaube
lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ansammlung von ... (z.B. Wasser) · Lache · ↗Pfütze  ●  ↗Pütz  kölsch
Assoziationen
  • Wasser  Hauptform · Aqua  fachspr., lat. · H2O  fachspr., Abkürzung · H₂O  fachspr., Abkürzung · ↗Nass  geh. · Quell des Lebens  geh., poetisch · blaues Gold  geh., literarisch · das nasse Element  geh., literarisch · kostbares Nass  geh.
  • Regen  Hauptform · ↗(das) Nass  geh., literarisch · ↗Niederschlag  ugs.
Synonymgruppe
(die) Art wie jemand lacht · Lache
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Glucksen Gähnen Heulen Kichern Klatsche Schenkel Scherzen Schreien Staunen Tanzen Wein Weinen Zuruf ausschütten bepissen biegen bogen brüllen dreckig einkriegen kringeln krümmen kugeln losprusten prusten quittieren schütteln verschlucken wiehern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lache‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dieser Lache ätzt Raab alles weg, was nicht Raab ist.
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2002
Lache, und die Welt lacht mit Dir - weine, und Du weinst allein.
Die Welt, 15.03.1999
Lache nicht über deinen eigenen Witz oder über eine unpassende Äußerung.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 17
Ich lag mit dem Kopf in der Lache und wollte mich wegwälzen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 77
Lache viel und singe viel, möglichst schon morgens früh beim Ankleiden.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22764
Zitationshilfe
„Lache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lache#2>, abgerufen am 16.11.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Lachanfall
Lacerna
Labyrinthversuch
labyrinthisch
Labyrinthfisch
Lächeln
Lachen
Lacher
Lacherfolg
lächerlich