Lackel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lackels · Nominativ Plural: Lackel
Aussprache 
Worttrennung La-ckel
Wortbildung  mit ›Lackel‹ als Letztglied: ↗Bauernlackel
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch, abwertend ungezogener junger Mensch, Flegel
Beispiele:
so ein Lackel!
Der lange Lackel glotzt mich jetzt immer an [L. FrankMathilde5,47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lack · Lackel
lack Adj. ‘lau, abgestanden, schal’ von Speisen und Getränken, ‘müde, matt, schlapp’ von Personen (15. Jh.), auch (zumal nd.) flack, mnd. lak, wlak ‘schlaff’, mnl. lac ‘lau, fade’, aengl. wlaco, wlæc ‘lau’. Weiteres unsicher. Hierher wohl Lackel m. südd. westd. ‘ungeschickter, flapsiger Kerl, Tölpel, Flegel’ (18. Jh., in den Mundarten, zumal als Schimpfwort wohl älter).

Verwendungsbeispiele für ›Lackel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man fand Mittel und Wege den schon ziemlich ausgeplünderten Lackel loszuwerden.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 125
Nun übersetzt der Schönredner seine schöne Rede so, daß auch ein Lackel die volatile Sentenz begreifen kann.
Die Zeit, 13.12.1991, Nr. 51
Über das flegelhafte Betragen von "Lümmeln" und "Bengeln", "Lackeln" und "Rabauken" empörten sich spätere Generationen.
Der Spiegel, 18.07.1983
Da erklärte der Bundestagsabgeordnete Franz Xaver Unertl, man müsse die protestierenden Studenten, "diese Lackeln", hinausschmeißen aus den Universitäten.
Süddeutsche Zeitung, 16.02.1999
Aber auf der Bühne ist die Beta Band, die diesen Sommer mit Radiohead durch die USA tourte, noch immer ein Haufen wilder Lackel.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2001
Zitationshilfe
„Lackel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lackel>, abgerufen am 28.05.2020.

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