Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ladenschwengel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ladenschwengels · Nominativ Plural: Ladenschwengel
Aussprache 
Worttrennung La-den-schwen-gel
Wortzerlegung Laden Schwengel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend (junger) Verkäufer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwengel · Galgenschwengel · Ladenschwengel
Schwengel m. ‘schwenkbares Geräteteil, Pumpengriff, Glockenklöppel’, mhd. swengel ‘was schwingt, Zipfel, Vorrichtung zum Schleudern, wer schleudert’, mnd. swengel ‘Klöppel der Glocke, Brunnenschwengel’, mnl. swenghel, nl. zwengel ist eine mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- (germ. *swangila-) gebildete Ableitung von frühnhd. schwengen ‘schwingen machen’, mnd. swengen ‘sich schwingen, drehen’, einem Kausativum zu schwingen (s. d.). Daneben auch gleichbed. Schwenkel m., mhd. swenkel, zu schwenken (s. d.), und Schwingel m. (18. Jh.) zu schwingen. Galgenschwengel m. ‘Gehenkter, am Galgen hängender Verbrecher’, besonders (als Scheltwort) ‘schlechter, für den Galgen reifer Kerl’, mhd. galgenswengel, -swenkel; Vergleich des im Winde schwingenden Gehenkten mit einem Klöppel, danach auch frühnhd. Feldglocke für ‘Galgen’. Ladenschwengel m. verächtlich für ‘Ladendiener’ (um 1700).

Typische Verbindungen zu ›Ladenschwengel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ladenschwengel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ladenschwengel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ladenschwengel ist eine Berufsschelte, die auf einen Ladendiener oder Ladenjungen angewandt wird. [Röhrich, Lutz: Ladenschwengel. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3591]
So kleideten sich allenfalls noch Ladenschwengel, die durch weithin leuchtenden Schein ihr elendes und gedrücktes Sein überspielen wollten. [Süddeutsche Zeitung, 13.08.2002]
Das sind die Legionen von Buben, Bengeln und Ladenschwengeln mit zerrissener oder geflickter Hose, mit Schirmmütze und Zigarettenstummel im Maul. [Die Zeit, 07.03.2013, Nr. 10]
Herman wurde bald ins Erwerbsleben hinausgeschickt, war Bürogehilfe, Ladenschwengel, Hilfslehrer, fuhr schließlich zur See, in den Pazifik. [Die Zeit, 27.09.1991, Nr. 40]
Den Bundespräsidenten hat er gelegentlich als „Ladenschwengel“, die Regierungsmitglieder als „dilettantische Verbrecher“ beschimpft, in letzteren Vorwurf allerdings auch Franz Josef Strauß einbezogen. [Die Zeit, 16.12.1977, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Ladenschwengel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ladenschwengel>.

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