Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lagerstatt, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung La-ger-statt
Wortzerlegung Lager Statt
eWDG

Bedeutung

gehoben Lager, Schlafstätte
Beispiele:
sich von seiner Lagerstatt erheben
eine gemeinsame Lagerstatt
aber bevor er starb, rief er den Sohn an seine Lagerstatt [ StormSchimmelr.7,193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lager · lagern · Lagerstatt · Lagerstätte · belagern · verlagern
Lager n. ‘Ort zum Liegen’, ahd. legar (9. Jh.), mhd. leger ‘(Tier-, Kranken)lager, Grabstätte, Belagerung’, asächs. legar, mnd. lēger, mnl. lēgher, nl. leger, aengl. leger ‘Beilager, Bett, Grab’, engl. lair ‘Wildlager’, anord. legr ‘Grab, Beilager’, schwed. läger ‘Bett, Heerlager’, got. ligrs ‘Bett, Lager’ (germ. *legra-) gehören (mit germ. ra-Suffix bei gleicher Stammbildung, aber unterschiedlichem Genus) zu dem unter liegen (s. d.) behandelten Verb. Die alte Form Leger, Läger begegnet bis ins 17. Jh. Daneben tritt Lager seit dem 14. Jh. im Omd. auf, offenbar gefördert durch Anlehnung an Lage (s. d.). Omd. Lager, von Luther bevorzugt, setzt sich seit dem 16. Jh. allmählich durch. Zu der Grundvorstellung ‘Liegestatt’ treten als dominierende Bedeutung im Mhd. ‘Heerlager’, seit dem Frühnhd. ‘Rastort eines Fürsten mit seinem Gefolge’ (Hoflager), ‘Aufbewahrungsraum für Waren’ (Warenlager), bergmannssprachlich ‘Vorkommen von Bodenschätzen’ (Erzlager) sowie im Bereich der Technik ‘Fläche, auf der ein Gegenstand aufliegt oder mit der er aufliegt’. In der Gegenwart häufig ‘vorübergehende Unterkunftsmöglichkeit (in Baracken oder Zelten) für größere Menschenmassen’ (vgl. Barackenlager, Zeltlager, so besonders auch in Zusammensetzungen wie Ferien-, Flüchtlings-, Sammel-, Trainingslager). lagern Vb. ‘für längere Zeit aufbewahren, auf Lager liegen’, mhd. legeren, legern ‘liegen, (sich) in gehörige Stellung bringen’. Lagerstatt f. ‘Lager, Bett’, mhd. legerstat, in fast allen Verwendungen des Bestimmungswortes, in der Gegenwart besonders ‘Schlafstätte’. Lagerstätte f. ‘Vorkommen von Bodenschätzen’ (19. Jh.), auch ‘Bett’ (17. Jh.). belagern Vb. ‘mit einem Heer(lager) umgeben’, spätmhd. belegern. verlagern Vb. ‘an einen anderen Ort bringen, anders lagern’, frühnhd. verlägern (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bett · Bettstatt · Bettstelle · Lager · Nachtlager · Ruhelager · Schlafplatz · Schlafstatt · Schlafstelle  ●  Nest  schweiz. · Falle  ugs. · Furzkiste  derb · Heia  ugs., Kindersprache · Heiabett  ugs., Kindersprache · Koje  ugs. · Lagerstatt  geh. · Miefkoje  ugs. · Pofe  ugs., rheinisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lagerstatt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lagerstatt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lagerstatt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings sei die Lagerstätte noch nicht vollständig erkundet, so dass auch ein längerer Betrieb möglich sei, hieß es. [Die Zeit, 08.11.2013 (online)]
Die genaue Mischung hängt jedoch von der konkreten Lagerstätte ab. [Die Zeit, 26.12.2011 (online)]
Dort kann er aushärten und dann ist die Lagerstätte wieder versiegelt. [Die Zeit, 03.08.2010 (online)]
Schon jetzt kommt die Förderung aus den bekannten Lagerstätten nur noch schleppend voran. [Die Zeit, 21.08.2008, Nr. 25]
Die liegt fest schlafend, die Arme überm Kopf verschlungen, auf ihrer Lagerstatt. [Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17534]
Zitationshilfe
„Lagerstatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lagerstatt>.

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