Laib, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Laib(e)s · Nominativ Plural: Laibe
Nebenform Laib · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Laib(e)s · Nominativ Plural: Laib (häufig bei Mengenangabe)
Aussprache  [laɪ̯p]
Wortbildung  mit ›Laib‹ als Erstglied: ↗Laibchen  ·  mit ›Laib‹ als Letztglied: ↗Brotlaib · ↗Käselaib
eWDG und ZDL

Bedeutung

bezogen auf Brot, Käse, bestimmte Backwaren, gebackene Fleischgerichte   rund oder oval, manchmal auch länglich geformtes, (häufig ganzes) Stück eines Lebensmittels
Beispiele:
ein halber Laib selbstgebackenes BrotWDG
Fertig gereifter Allgäuer Bergkäse hat die Form eines großen runden Laibes mit einem Durchmesser von 40 bis 90 cm, einer Höhe von 8 bis 10 cm und einem Gewicht von 15 bis 50 Kilogramm. [Rohmilch-Hartkäse aus dem Allgäu, 11.05.2018, aufgerufen am 01.09.2020]
Der Fleischkäse kommt ursprünglich aus Bayern und heißt dort Leberkäse. Aber […] mit Leber hat das nichts zu tun. Das Wort […] leitet sich von Laib ab, weil der Leberkäse in einer Brotform gebacken wurde und deshalb die Form eines Brotlaibes hatte. [Allgemeine Zeitung, 12.05.2020]
Wir kneteten die Teigmasse in einem großen Holztrog und backten die Laibe draußen im Backhaus, das der Vater aus Steinen errichtet hatte. […] Wenn ein neuer Laib angeschnitten wurde, hat die Mutter mit dem Messer ein Kreuzzeichen auf die Rückseite des Brotes geritzt und ein Dankgebet für das Brot gesprochen. [Landshuter Zeitung, 03.06.2020]
Da die Stollen [traditionelles Weihnachtsgebäck] beim Backen immer in die Breite laufen, forme ich die Stollen zu möglichst hohen Laiben, so daß sie vor dem Backen höher als breit sind. [Dresdner Christstollen, 21.10.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
An diesem Tag hat die Bäuerin so viel Brotteig geknetet, dass dieser für 28 knusprige Laib Brot mit etwa je fünf Pfund Gewicht reicht. [Fränkischer Tag, 20.02.2015]
In einem Lagerhaus im italienischen Reggio Emilia verwaltet die Bank […] 110.000 Laib Parmesankäse à 38 Kilo. Ein Laib ist auf dem Markt rund 600 Mark wert. Traditionell übergeben die Käsehersteller oder Händler ihr Kapital einer Bank als Sicherheit für Bankkredite. [Süddeutsche Zeitung, 29.09.2000]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laib m. ‘geformtes Brot’, ahd. (h)leib (8. Jh.), mhd. leip, aengl. hlāf, engl. loaf, anord. hleifr, aschwed. lēver, got. hlaifs (germ. *hlaiba-; s. dazu ↗Lady und ↗Lord) gilt wahrscheinlich ursprünglich für das ungesäuerte Brot, während ↗Brot (s. d.) das gesäuerte Brot bezeichnet. Herkunft nicht geklärt. Eine Verbindung mit lat. lībum ‘Kuchen, Fladen’, griech. klī́banos (κλίβανος) ‘Backofen’, eigentlich ‘tönerne oder eiserne Brotform’ stößt auf lautliche Schwierigkeiten. Vielleicht ein nicht-ie. Substratwort? Anders Trier Lehm (1951) 59, der die Formen an got. hleibjan ‘sich jmds. annehmen’ anschließt; er sieht in Laib eine „urgerm. Prägung, hinter der … eine nahrungsgeschichtliche Neuerung steckt“, und setzt eine Wurzel *k̑el-, *k̑lei- ‘kneten’ (von Lehmbrei, Brotteig) an. Frühe Entlehnungen aus dem Germ. führen zu aslaw. chlěbъ ‘Brot’, russ. chleb (хлеб) ‘Brot, Getreide’, lett. klaips ‘Laib Brot’, finn. leipä ‘Brot’. In neuester Literatursprache tritt Laib weitgehend zurück; es findet sich landschaftlich noch im Süden in Verbindungen wie ein Laib von 1 kg, ein Laib Brot. Die Schreibweise mit ai schlagen Grammatiker des 17. Jhs. zur Unterscheidung von Leib ‘Körper’ vor.

Typische Verbindungen zu ›Laib‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laib‹.

Zitationshilfe
„Laib“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laib>, abgerufen am 23.01.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Lai
Lahnung
lahnen
Lähmungserscheinung
Lähmung
Laibchen
Laibung
Laich
Laichballen
Laiche