Laib, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Laib(e)s · Nominativ Plural: Laibe
Aussprache
Wortbildung mit ›Laib‹ als Erstglied: ↗Laibchen  ·  mit ›Laib‹ als Letztglied: ↗Käselaib
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich
Beispiele:
ein Laib (= geformtes, abgerundetes, ganzes) Brot
ein halber Laib selbstgebackenes Brot
ein Laib Käse
Hinter einem offenen Fenster war ein Bäcker inmitten seiner Laibe und Wecken zu sehen [HesseNarziß5,211]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laib m. ‘geformtes Brot’, ahd. (h)leib (8. Jh.), mhd. leip, aengl. hlāf, engl. loaf, anord. hleifr, aschwed. lēver, got. hlaifs (germ. *hlaiba-; s. dazu ↗Lady und ↗Lord) gilt wahrscheinlich ursprünglich für das ungesäuerte Brot, während ↗Brot (s. d.) das gesäuerte Brot bezeichnet. Herkunft nicht geklärt. Eine Verbindung mit lat. lībum ‘Kuchen, Fladen’, griech. klī́banos (κλίβανος) ‘Backofen’, eigentlich ‘tönerne oder eiserne Brotform’ stößt auf lautliche Schwierigkeiten. Vielleicht ein nicht-ie. Substratwort? Anders Trier Lehm (1951) 59, der die Formen an got. hleibjan ‘sich jmds. annehmen’ anschließt; er sieht in Laib eine „urgerm. Prägung, hinter der … eine nahrungsgeschichtliche Neuerung steckt“, und setzt eine Wurzel *k̑el-, *k̑lei- ‘kneten’ (von Lehmbrei, Brotteig) an. Frühe Entlehnungen aus dem Germ. führen zu aslaw. chlěbъ ‘Brot’, russ. chleb (хлеб) ‘Brot, Getreide’, lett. klaips ‘Laib Brot’, finn. leipä ‘Brot’. In neuester Literatursprache tritt Laib weitgehend zurück; es findet sich landschaftlich noch im Süden in Verbindungen wie ein Laib von 1 kg, ein Laib Brot. Die Schreibweise mit ai schlagen Grammatiker des 17. Jhs. zur Unterscheidung von Leib ‘Körper’ vor.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brot Kruste Käse Laib Ofen Scheibe Seele backen essen formen gebacken gesegnet halb riesig rund verteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laib‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach einer halben Stunde ist aber der erste Laib immer schon weg.
Bild, 10.02.1998
Wir lagerten uns, und der Vater schnitt von dem runden Laib Brot jedem eine große Scheibe ab.
Die Zeit, 30.09.1954, Nr. 39
In der Küche entdeckte er in einem Regal einen angeschnittenen Laib Brot.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 23
Die Frau hatte ihr wortlos ihren gerade gekauften Laib Brot in die Hand gedrückt und war in die Bäckerei zurückgegangen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 208
Es ist jener Laib, den einst die Gänsemagd geknetet, die Hexe verwünscht hatte.
Fath, Rolf: Werke - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9295
Zitationshilfe
„Laib“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laib>, abgerufen am 08.12.2019.

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