Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Laie, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Laien · Nominativ Plural: Laien
Aussprache  [ˈlaɪ̯ə]
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat, Nichtfachmann
Beispiele:
auf diesem Gebiet, darin bin ich (völliger) Laie
saloppauf diesem Gebiet, darin bin ich blutiger Laie
das kann ein Laie nicht beurteilen, wissen
der Aufsatz ist auch dem Laien verständlich
umgangssprachlich, scherzhaftda staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich (= wird gesagt, wenn jmd. verdutzt, verwundert ist)
2.
Religion
nicht in einem geistlichen Amte stehender aktiver Christ
nicht geweihter Christ
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laie · Laienbruder · laienhaft
Laie m. ‘Nichtgeistlicher, Nichtfachmann’, ahd. leigo (11. Jh.), mhd. leie, leige ‘Nichtgeistlicher’, auch (seit 14. Jh.) ‘Ungelehrter, Ungebildeter in Wissenschaft und Kunst’, mnd. mnl. leye sind über westroman. Formen (*laigu, *laiju) entlehnt aus kirchenlat. lāicus ‘zum Volk gehörig, gemein’, Subst. ‘Nichtkleriker’ (Gegensatz kirchenlat. clēricus ‘Geistlicher’, s. Klerus), griech. lāïkós (λαϊκός), abgeleitet von griech. lāós (λαός) ‘das (gemeine) Volk, Volksmenge, Kriegsvolk, Völkerschaft’, Plur. ‘Leute, Kriegsleute, Untertanen, Hörige’, auch (biblisch) ‘Laien’. Bereits im Griech. wird das Adjektiv substantiviert und erhält die Bedeutung ‘Nichtpriester’, um den gewöhnlichen Angehörigen der Christengemeinde vom Priester zu unterscheiden. Entsprechend stehen sich ahd. leigo ‘Nichtgeistlicher’ und phaffo ‘Geistlicher’ (s. Pfaffe) gegenüber. Da die Nichtgeistlichen im Mittelalter in der Regel weder lesen noch schreiben können, entwickelt sich die Bedeutung ‘Ungelehrter, Unkundiger’, zunächst in bezug auf die Theologie, dann (außerhalb des kirchlichen Bereichs) in bezug auf die mittelalterlichen Wissenschaften wie Himmelskunde, Jura, Medizin (seit 14. Jh.). Laie bezeichnet daraufhin den ‘Nichtfachmann in einer Wissenschaft oder Kunst’, schließlich (seit dem 18. Jh.) den ‘Nichtfachmann’ auf jedwedem Gebiet. Etymologisierende Schreibung mit ai setzt Ende des 17. Jhs. ein. Neben den oben genannten Formen steht als direkte Entlehnung aus lat. lāicus gleichbed. ahd. leihman (8. Jh.), mnd. leyke, mnl. leec, nl. leek. Laienbruder m. ‘Klosterbruder ohne geistliche Weihen’, mhd. leienbruoder. laienhaft Adj. ‘nicht fachmännisch’ (18. Jh., Goethe).

Thesaurus

Synonymgruppe
(reiner) Amateur · Dilettant · Laie · Nichtfachmann · Ungelernter · nicht vom Fach
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Laie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Laie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Welcher Laie, der seinen Prozeß verloren hat, begreift das schon? [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 313]
Diese Herren formten ihre eigene Welt, eine von Laien streng abgesonderte. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 198]
Denn für Laien ist es unerhört schwierig, sich das vorzustellen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 305]
Aber gerade hier läßt sich der Laie nicht vom Priester trennen. [Sucker, W.: Katholizismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 25121]
Daß dies aufregend schöne Musik ist, merkt sogar der Laie. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Laie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laie>.

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