Laienbruder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungLai-en-bru-der (computergeneriert)
WortzerlegungLaieBruder
eWDG, 1969

Bedeutung

Religion meist in Haus, Handwerk oder Landwirtschaft tätiges Mitglied eines Mönchsordens ohne geistliche Weihen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laie · Laienbruder · laienhaft
Laie m. ‘Nichtgeistlicher, Nichtfachmann’, ahd. leigo (11. Jh.), mhd. leie, leige ‘Nichtgeistlicher’, auch (seit 14. Jh.) ‘Ungelehrter, Ungebildeter in Wissenschaft und Kunst’, mnd. mnl. leye sind über westroman. Formen (*laigu, *laiju) entlehnt aus kirchenlat. lāicus ‘zum Volk gehörig, gemein’, Subst. ‘Nichtkleriker’ (Gegensatz kirchenlat. clēricus ‘Geistlicher’, s. ↗Klerus), griech. lāïkós (λαϊκός), abgeleitet von griech. lāós (λαός) ‘das (gemeine) Volk, Volksmenge, Kriegsvolk, Völkerschaft’, Plur. ‘Leute, Kriegsleute, Untertanen, Hörige’, auch (biblisch) ‘Laien’. Bereits im Griech. wird das Adjektiv substantiviert und erhält die Bedeutung ‘Nichtpriester’, um den gewöhnlichen Angehörigen der Christengemeinde vom Priester zu unterscheiden. Entsprechend stehen sich ahd. leigo ‘Nichtgeistlicher’ und phaffo ‘Geistlicher’ (s. ↗Pfaffe) gegenüber. Da die Nichtgeistlichen im Mittelalter in der Regel weder lesen noch schreiben können, entwickelt sich die Bedeutung ‘Ungelehrter, Unkundiger’, zunächst in bezug auf die Theologie, dann (außerhalb des kirchlichen Bereichs) in bezug auf die mittelalterlichen Wissenschaften wie Himmelskunde, Jura, Medizin (seit 14. Jh.). Laie bezeichnet daraufhin den ‘Nichtfachmann in einer Wissenschaft oder Kunst’, schließlich (seit dem 18. Jh.) den ‘Nichtfachmann’ auf jedwedem Gebiet. Etymologisierende Schreibung mit ai setzt Ende des 17. Jhs. ein. Neben den oben genannten Formen steht als direkte Entlehnung aus lat. lāicus gleichbed. ahd. leihman (8. Jh.), mnd. leyke, mnl. leec, nl. leek. Laienbruder m. ‘Klosterbruder ohne geistliche Weihen’, mhd. leienbruoder. laienhaft Adj. ‘nicht fachmännisch’ (18. Jh., Goethe).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Benediktinerkloster Kloster Laienschwester Mönch Orden Priester irisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laienbruder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als 36jähriger Arzt ist er einst hier, für alle überraschend, als einfacher Laienbruder eingetreten.
Die Zeit, 12.04.1996 (online)
Ich habe aber noch mehr getan ", erklärte der Laienbruder weiter.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 178
Der »Saal der Seufzer« wird aufgeschlossen, und was der Laienbruder zu erzählen beginnt, spielt sich nun dramatisch ab.
Fath, Rolf: Werke - M. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22406
Jahrhundert von Zisterziensern gegründet lebten hier bis zu 300 Ordensgeistliche und Laienbrüder.
Der Tagesspiegel, 07.03.2003
Auch manche Laienbrüder und fast alle Laienschwestern hatten weiße Kittel.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 240
Zitationshilfe
„Laienbruder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laienbruder>, abgerufen am 18.10.2019.

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