Lakai, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lakaien · Nominativ Plural: Lakaien
Aussprache
WorttrennungLa-kai
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Lakai‹ als Erstglied: ↗Lakaiendienst · ↗lakaienhaft  ·  mit ›Lakai‹ als Letztglied: ↗Hoflakai · ↗Kammerlakai · ↗Leiblakai
eWDG, 1969

Bedeutung

herrschaftlicher Diener in Livree
Beispiele:
die Lakaien des Hofes
ein Lakai öffnete die Tür
Die Lakaien der vornehmen Häuser geben Einladungen ab [St. ZweigBalzac348]
jetzt sitzt er einsam in der weiten Kutsche, die Lakaien auf dem Trittbrett [TralowNeuhoff380]
abwertend, übertragen unterwürfiger, abhängiger Mensch, Schmeichler, Kriecher
Beispiele:
Wir haben unsere Politik der schärfsten Kampfansage gegen die Bourgeoisie und ihre Lakaien verfochten [Thälm.Reden1,142]
Diese gelernten Sprecher ... laufen immer Gefahr, Lakaien des Publikums zu sein [H. MannZeitalter246]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lakai m. ‘herrschaftlicher Diener, Schmeichler, Kriecher’, Entlehnung (Anfang 16. Jh.) aus dem Frz., zufrühest belegt in der Form Lagegen (Plur.) aus mfrz. halagues, dann Lakey aus mfrz. frz. laquais ‘Fußsoldat, Läufer, Diener für Botendienste’. Dem Ausdruck liegt (nach FEW 19, 196) wahrscheinlich türk. ulak ‘Läufer’ zugrunde, das, möglicherweise vermittelt durch gleichbed. mgriech. ūlákēs (οὐλάκης), mit modifiziertem Anlaut (wegen häufigen Vorkommens von al- in Wörtern oriental. Herkunft?) ins Galloroman. gelangt und sich wohl von hier aus in die europ. Sprachen verbreitet. Im Dt. bezeichnet Lakai zunächst einen einfachen Soldaten, dann einen herrschaftlichen Diener in Livree und in jüngerer Sprache stark abwertend einen abhängigen, unterwürfigen Menschen von knechtischer Gesinnung.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agent Amerikaner Bourgeoisie Diener Diktatur Graf Herrscher Imperialismus Imperialist Kammerdiener Kapital Kapitalismus Kutscher König Livree Page Regime US-Aggressor US-Imperialismus US-Imperialist Uniform Verräter Westen Zofe behandeln beschimpfen degradieren livriert schlagend treu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lakai‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Lakai flankiert auf einer schwarzen Vespa den kaiserlichen Zug.
Die Zeit, 20.02.1998, Nr. 9
Die Lakaien zogen mit dem Auftrag los, so viele Organe wie möglich zu erbeuten.
Der Spiegel, 23.04.1990
Dann schickte er die Lakaien hinaus, den General zu suchen.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 161
Drei Lakaien sind gleichzeitig mit dem Baron eingetreten, stehen ratlos.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10818
Kaum vermochte der Lakai zu sprechen, so atemlos war er vom Lauf.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 128
Zitationshilfe
„Lakai“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lakai>, abgerufen am 09.12.2019.

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