Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lakai, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lakaien · Nominativ Plural: Lakaien
Aussprache 
Worttrennung La-kai
Wortbildung  mit ›Lakai‹ als Erstglied: Lakaiendienst · lakaienhaft  ·  mit ›Lakai‹ als Letztglied: Hoflakai · Kammerlakai · Leiblakai
Herkunft aus laquaismfrz frz ‘Fußsoldat, Läufer, Diener für Botendienste’
eWDG

Bedeutung

herrschaftlicher Diener in Livree
Beispiele:
die Lakaien des Hofes
ein Lakai öffnete die Tür
Die Lakaien der vornehmen Häuser geben Einladungen ab [ St. ZweigBalzac348]
jetzt sitzt er einsam in der weiten Kutsche, die Lakaien auf dem Trittbrett [ TralowNeuhoff380]
abwertend, übertragen unterwürfiger, abhängiger Mensch, Schmeichler, Kriecher
Beispiele:
Wir haben unsere Politik der schärfsten Kampfansage gegen die Bourgeoisie und ihre Lakaien verfochten [ Thälm.Reden1,142]
Diese gelernten Sprecher … laufen immer Gefahr, Lakaien des Publikums zu sein [ H. MannZeitalter246]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lakai m. ‘herrschaftlicher Diener, Schmeichler, Kriecher’, Entlehnung (Anfang 16. Jh.) aus dem Frz., zufrühest belegt in der Form Lagegen (Plur.) aus mfrz. halagues, dann Lakey aus mfrz. frz. laquais ‘Fußsoldat, Läufer, Diener für Botendienste’. Dem Ausdruck liegt (nach FEW 19, 196) wahrscheinlich türk. ulak ‘Läufer’ zugrunde, das, möglicherweise vermittelt durch gleichbed. mgriech. ūlákēs (οὐλάκης), mit modifiziertem Anlaut (wegen häufigen Vorkommens von al- in Wörtern oriental. Herkunft?) ins Galloroman. gelangt und sich wohl von hier aus in die europ. Sprachen verbreitet. Im Dt. bezeichnet Lakai zunächst einen einfachen Soldaten, dann einen herrschaftlichen Diener in Livree und in jüngerer Sprache stark abwertend einen abhängigen, unterwürfigen Menschen von knechtischer Gesinnung.

Typische Verbindungen zu ›Lakai‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lakai‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lakai‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann schickte er die Lakaien hinaus, den General zu suchen. [Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 161]
Ein Lakai flankiert auf einer schwarzen Vespa den kaiserlichen Zug. [Die Zeit, 20.02.1998, Nr. 9]
Die Lakaien zogen mit dem Auftrag los, so viele Organe wie möglich zu erbeuten. [Der Spiegel, 23.04.1990]
Auch sie läßt sich kaum zu den Lakaien der neuen Regierung rechnen. [Die Zeit, 04.11.1994, Nr. 45]
Der 32 Jahre alte Mann hatte zwölf Jahre lang für die Queen gearbeitet, zunächst als Lakai, später als Page. [Süddeutsche Zeitung, 19.05.1998]
Zitationshilfe
„Lakai“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lakai>.

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