Laken, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lakens · Nominativ Plural: Laken
Aussprache 
Worttrennung La-ken (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Laken‹ als Letztglied: ↗Badelaken · ↗Bettlaken · ↗Spannlaken · ↗Totenlaken · ↗Überschlaglaken
eWDG, 1969

Bedeutung

großes Tuch, das auf die Matratze gelegt wird, Betttuch
Beispiele:
ein weißes Laken
ein Laken aus Leinen
ein (frisches) Laken über das Bett breiten, legen
sie strich das Laken glatt
er war weiß wie ein Laken
gehobender Schnee lag wie ein weißes Laken über der Erde
Badetuch
Beispiel:
sich nach dem Bade in ein Laken hüllen, mit dem Laken abfrottieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laken · Leilach(en) · Bettlaken
Laken n. ‘Bettuch’. Asächs. lakan ‘Laken, Decke, Tuch, Vorhang, Obergewand’, mnd. mnl. lāken, nl. laken, aengl. lacen (‘Mantel’) haben neben sich die verschobene Form ahd. lahhan (9. Jh.), mhd. frühnhd. lachen ‘Tuch, Gewand, Mantel, Vorhang’, die nur in obd. Mundart fortlebt sowie in Leilach(en) n. ‘Bettuch, Leintuch’, ahd. līhlahhan, meist līlahhan (10. Jh.), aus ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (s. ↗Leiche) und lahhan, mhd. līchlachen, līlach(en). Die Umdeutung zu ‘Lein(en)tuch’ durch Anlehnung an ahd. mhd. līn (s. ↗Lein) setzt schon früh ein, ahd. līnlahhan (Hs. 12. Jh.), mhd. līnlachen, frühnhd. Leinlach. Vergleicht man mnd. lak ‘schlaff, lose’, asächs. mnd. slak ‘schlaff, schwach’ und weitere unter ↗schlackern1 (s. d.) aufgeführte germ. Formen sowie außergerm. air. lacc ‘schlaff, schwach’, lat. laxus ‘schlaff, locker’ (s. ↗lax), languēre ‘schlaff, matt sein’, griech. láganon (λάγανον) ‘dünner, breiter Kuchen’, lḗgein (λήγειν) ‘auflösen, ablassen, zu Ende gehen’ (beide griech. Formen wohl ursprünglich mit anlautendem s), so ist eine Zuordnung zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ wahrscheinlich. Nd. Laken dringt in der Bedeutung ‘Bettuch, leinene Decke’ im 15./16. Jh. mit dem westfälischen Leinenhandel auf hd. Gebiet vor, bleibt den obd. Mundarten jedoch fremd. Bettlaken n. ‘Bettuch’, mnd. beddelāken, verdeutlichende Zusammensetzung; gelegentlich unter Einfluß von obd. lachen auch mhd. bettelachen, frühnhd. bethlachen (md. 15. Jh.), bettlach (alem. 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettlaken · ↗Betttuch · Laken · ↗Leinen  ●  ↗Leintuch  regional · ↗Linnen  veraltet

Typische Verbindungen zu ›Laken‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laken‹.

Verwendungsbeispiele für ›Laken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Steh auf und hüll dich in das türkis verwaschene Laken.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 111
Offenbar hatten sich die beiden Männer an mehreren aneinander geknoteten Laken abgeseilt.
Die Welt, 14.04.2005
Ein warmer Tropfen Blut glitt zwischen ihren Beinen aufs Laken.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 53
Dabei haben sie es faustdick hinter den Ohren, oder wenn man so will, auch unter dem Laken.
Süddeutsche Zeitung, 15.06.1994
Gebeugt und angelegentlich beschäftigte er sich mit den roten Flecken auf dem Laken.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 697
Zitationshilfe
„Laken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laken>, abgerufen am 24.11.2020.

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