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Lamento, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lamentos · Nominativ Plural: Lamentos
Aussprache
WorttrennungLa-men-to
HerkunftItalienisch
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend (lautes) Gejammer
Beispiele:
ein lautes Lamento über etw. erheben
das erbärmliche Gezeter und Lamento [SchillerRäuberII 3]
mitten in ihrem Lamento mußte sie mich in der Versammlung vor ihrem Fenster entdeckt haben [GrassBlechtrommel257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lamento · Lamentation · lamentieren
Lamento n. ‘Gejammer’. Um 1700 wird als Fachausdruck der Musik ital. lamento ‘Klagegesang’ (in der Oper) übernommen und bald darauf (Ende 18. Jh.) auch allgemein im Sinne von ‘Klage, Jammern’ gebraucht. Dem Ausgangswort lat. lāmentum ‘Wehklage’ liegt die unter ↗lallen (s. d.) genannte, in zahlreichen lautnachahmenden Wörtern auftretende Wurzel ie. *lā- zugrunde. Im Dt. früher bezeugt ist das aus lat. lāmentātio (Genitiv lāmentātiōnis) ‘Wehklagen, Jammer’ entlehnte Lamentation f. (lamentacien 15. Jh., Lamentatz 16. Jh.). lamentieren Vb. ‘jammern, klagen’, auch ‘jammernd erbetteln’, im 16. Jh. aus lat. lāmentārī ‘laut wehklagen’ entlehnt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gejammer · ↗Jammer · ↗Klage · ↗Klagelied(er) · ↗Wehgeschrei · ↗Wehklagen  ●  Lamento  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Geheul · ↗Gejammer · ↗Gezeter · Herumgejammer · ↗Jammer · Jammerei · ↗Klage · Lamento · ↗Wehgeschrei · ↗Wehklagen · klagende Laute
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausverkauf Madrigal Niedergang allgemein anheben anhören anschwellend anstimmen ausbrechen belassen berühmt einstimmen endlos ertönen ewig klingen kulturkritisch kulturpessimistisch laut leise lächerlich singen ständig verfallen verfällen vielstimmig vortragen weinerlich wiederkehrend üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lamento‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, dies ist nicht das übliche Lamento eines müden Veteranen.
Die Welt, 07.02.2000
Nun wäre nichts öder, als wieder mal ins Lamento über die angeblich stiefmütterliche Behandlung der Kultur durch die böse Politik zu verfallen.
Die Zeit, 01.07.1999, Nr. 27
Der Komponist widmete ihm im Mai 1998 ein nachdenkliches Lamento.
Der Tagesspiegel, 26.05.1998
Inhaltlich leitet das Lamento einen Umschwung in der Handlung ein.
Fath, Rolf: Wörterbuch - L. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6906
Andrerseits vermute ich, daß das westdeutsche Publikum, welches sich an diesem Lamento ergötzt, an einem kritischen Bild gar nicht interessiert ist.
konkret, 1988
Zitationshilfe
„Lamento“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lamento>, abgerufen am 26.04.2019.

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