Lamm, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lamm(e)s · Nominativ Plural: Lämmer
Aussprache
Wortbildung mit ›Lamm‹ als Erstglied: ↗Lammbraten · ↗Lammfell · ↗Lammfellmütze · ↗Lammfilet · ↗Lammfleisch · ↗Lammkeule · ↗Lammlachs · ↗Lammpelz · ↗Lammrücken · ↗Lammsgeduld · ↗Lamperl · ↗Lämmchen · ↗Lämmergeier · ↗Lämmerhüpfen · ↗Lämmerwolke · ↗Lämmlein · ↗lammfromm
 ·  mit ›Lamm‹ als Letztglied: ↗Milchlamm · ↗Mutterlamm · ↗Opferlamm · ↗Osterlamm · ↗Schaflamm · ↗Ziegenlamm
eWDG, 1969

Bedeutung

junges Schaf, junge Ziege
Beispiele:
die weißen, wolligen Lämmer, Lämmchen sprangen auf der Wiese umher
ein fettes, gebratenes Lamm
sie ist sanft, ruhig, geduldig, unschuldig wie ein Lamm
sie zittert wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird
Als Ketura einmal ein verlorenes Lamm zurückholen wollte, wurde sie von einem Wolf übel zugerichtet [Feuchtw.Jefta81]
bildlich
Beispiel:
sie ist ein wahres Lamm an Geduld
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich hast du deine Lämmer alle beisammen? (= hast du die dir anvertrauten Personen, Kinder alle beisammen?)
unschuldiges, reines Wesen
Beispiele:
Religion das Lamm Gottes (= Sinnbild Christi)
Was hat dieses Lamm getan, daß Sie es würgen? [SchillerKabaleII 5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lamm · lammen · lammfromm
Lamm n. ‘Schafjunges’, ahd. lamb (8. Jh.), mhd. lamp, lam, asächs. aengl. engl. anord. got. lamb, mnd. mnl. nl. lam, schwed. lamm. Germ. *lambaz (ie. *lonbhos) entspricht formal weitgehend griech. élaphos (ἔλαφος) ‘Hirsch’ (ie. *elṇbhos). Beide Namen sind mit jeweils unterschiedlicher Ablautstufe in der ersten und zweiten Silbe Bildungen mit n-Suffix zur Wurzel ie. *el- ‘rot, braun’ (s. ↗Elch, ↗Erle). Das Suffix ie. -bhos erscheint in Farbadjektiven, vgl. griech. árgyphos (ἄργυφος) ‘weißglänzend’, wie in Tiernamen, vgl. aind. vṛṣabhá- ‘Stier’ oder mit deminutivem Charakter griech. ériphos (ἔριφος) ‘junger Bock, junge Ziege’. Im Germ. ist ie. *lonbhos sekundär in die Flexion der s-Stämme überführt worden, daher der Plural ahd. lembir, nhd. Lämmer. Lamm bezeichnet das Junge (und Jungtier) des Schafes, vereinzelt auch das der Ziege. In übertragener Verwendung steht es für einen geduldigen, fügsamen, wehrlosen Menschen. lammen Vb. ‘ein Lamm gebären’ (16. Jh.), daneben lämmern, frühnhd. lemmern und vereinzelt spätmhd. gelamben. lammfromm Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lamm · ↗Schäfchen · junges Schaf
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbetung Blöken Geflügel Hammel Huhn Kalb Kaninchen Lamm Mutterschaf Muttertier Pute Rind Schaf Schlachtbank Schweigen Schwein Spieß Wolf Zicklein Ziege blöken gebraten geklont geschlachtet geschmort grasen neugeboren schlachten ungeboren weiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach ein paar Tagen haben wir uns entschlossen, das Lamm zu töten.
Der Tagesspiegel, 09.03.2001
Er hängte das Lamm an einem der unteren Äste des Baumes auf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 282
Der Beamte, der Monate zuvor nicht einmal seinen Namen preisgeben wollte, ist sanft wie ein Lamm.
Die Zeit, 01.04.1977, Nr. 14
Allerliebst schauen die schneeweißen Lämmer mit ihren schwarzen Abzeichen aus.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 79
Lamm war mir vom ersten Tag an, wo ich ihn gesehen hatte, lieb gewesen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 0
Zitationshilfe
„Lamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lamm>, abgerufen am 24.10.2019.

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