Lampenfieber, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungLam-pen-fie-ber (computergeneriert)
WortzerlegungLampe1Fieber
eWDG, 1969

Bedeutung

starke nervöse Erregung, Angst vor öffentlichem Auftreten
Beispiele:
Lampenfieber haben, bekommen
der Schauspieler musste immer wieder gegen das Lampenfieber ankämpfen
das Lampenfieber überwinden
er hat nie Lampenfieber
vor Lampenfieber zittern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lampe1 · Lampenfieber
Lampe1 f. ‘eine Lichtquelle enthaltendes Gerät, Leuchte’, mhd. lampe ist (wie mnd. mnl. lampe, engl. lamp) Entlehnung von afrz. (frz.) lampe, das wohl, ebenso wie gleichbed. ital. lampada, span. lámpara (älter lámpada), auf (besonders in späten Texten bezeugtes) vlat. lampada bzw. auf die aus dem Griech. übernommene Akkusativform lat. lampada von lat. lampas (Genitiv lampadis) ‘Fackel, Leuchte, Leuchter’ zurückgeht (der FEW 5, 145 vorgeschlagene Ansatz eines spätlat. *lampa als Ausgangsform für das Frz. erscheint unnötig). Lat. lampas beruht auf griech. lampás, Genitiv lampádos (λαμπάς, λαμπάδος) ‘Fackel’, einer Ableitung von griech. lámpein (λάμπειν) ‘leuchten, strahlen’ (woraus spätlat. lampāre ‘leuchten, glänzen’), zu dem auch griech. lamptḗr (λαμτήρ) ‘Leuchter, Fackel, Laterne’ gehört, das in ↗Laterne (s. d.) weiterlebt. Neben mhd. lampe (aus dem Afrz.) ist auch unmittelbar aus dem Lat. stammendes mhd. lampāde belegt (vgl. entsprechendes mnl. lampade, lampde, lampte). Lampe, zunächst vereinzelt obd. (13. Jh.) für ‘Glutpfanne’ bezeugt, bleibt bis Ende des 15. Jhs. in der Bedeutung ‘Glas- oder Tongefäß mit in Öl schwimmendem Docht’ fast ausschließlich auf das Md. beschränkt und setzt sich mit Luthers Bibelübersetzung seit dem 16. Jh. allmählich gegen ↗Ampel (s. d.) durch. Unterschiedliche Verwendungszwecke und technische Entwicklungen führen zu zahlreichen Zusammensetzungen, z. B. Gas-, Hänge-, Karbid-, Löt-, Petroleum-, Stehlampe. Terminologisch steht Lampe (verkürzt aus Glühlampe) für das in der Fachsprache gemiedene ↗Glühbirne (s. d.). Lampenfieber n. ‘Aufregung vor einem (ersten) öffentlichen Auftreten’ (Mitte 19. Jh.); der Ausdruck entstammt dem Bühnenjargon (vgl. die Lampen Plur. ‘an der Rampe angebrachte Bühnenbeleuchtung, Rampenlicht’); vergleichbar ist älteres Kanonenfieber (bei Goethe in der Schilderung der Kanonade von Valmy).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftrittsangst · ↗Bangigkeit · ↗Beunruhigung · ↗Herzklopfen · Lampenfieber · ↗Nervosität  ●  ↗Zähneklappern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Aufregung Auftritt Spur Stress Versagensangst Vorfreude ablegen anmerken bekämpfen echt extrem furchtbar fürchterlich gehaben heftig kennen krankhaft leiden packen plagen schlimm schrecklich spüren umgehen verbergen verspüren wahnsinnig ziemlich überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lampenfieber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und tatsächlich gingen seine Spieler ohne eine Spur von Lampenfieber ins Spiel.
Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09
Ich habe damals versucht, ihm das Lampenfieber vor dem Tod zu nehmen.
Bild, 10.09.1999
Vielleicht hatte ich aber auch nur vor lauter Lampenfieber den Verstand verloren.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 913
Mit Recht werden viele Menschen vom Lampenfieber befallen, wenn sie zum Essen eingeladen sind.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 70
Das Gefühl, das ein junger Mann hier beschreibt, ist so alt wie die Menschheit selbst und zugleich so modern wie Lampenfieber.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Zitationshilfe
„Lampenfieber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lampenfieber>, abgerufen am 17.02.2019.

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