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Lampenfieber, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Lam-pen-fie-ber
Wortzerlegung Lampe1 Fieber
eWDG

Bedeutung

starke nervöse Erregung, Angst vor öffentlichem Auftreten
Beispiele:
Lampenfieber haben, bekommen
der Schauspieler musste immer wieder gegen das Lampenfieber ankämpfen
das Lampenfieber überwinden
er hat nie Lampenfieber
vor Lampenfieber zittern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lampe1 · Lampenfieber
Lampe1 f. ‘eine Lichtquelle enthaltendes Gerät, Leuchte’, mhd. lampe ist (wie mnd. mnl. lampe, engl. lamp) Entlehnung von afrz. (frz.) lampe, das wohl, ebenso wie gleichbed. ital. lampada, span. lámpara (älter lámpada), auf (besonders in späten Texten bezeugtes) vlat. lampada bzw. auf die aus dem Griech. übernommene Akkusativform lat. lampada von lat. lampas (Genitiv lampadis) ‘Fackel, Leuchte, Leuchter’ zurückgeht (der FEW 5, 145 vorgeschlagene Ansatz eines spätlat. *lampa als Ausgangsform für das Frz. erscheint unnötig). Lat. lampas beruht auf griech. lampás, Genitiv lampádos (λαμπάς, λαμπάδος) ‘Fackel’, einer Ableitung von griech. lámpein (λάμπειν) ‘leuchten, strahlen’ (woraus spätlat. lampāre ‘leuchten, glänzen’), zu dem auch griech. lamptḗr (λαμτήρ) ‘Leuchter, Fackel, Laterne’ gehört, das in Laterne (s. d.) weiterlebt. Neben mhd. lampe (aus dem Afrz.) ist auch unmittelbar aus dem Lat. stammendes mhd. lampāde belegt (vgl. entsprechendes mnl. lampade, lampde, lampte). Lampe, zunächst vereinzelt obd. (13. Jh.) für ‘Glutpfanne’ bezeugt, bleibt bis Ende des 15. Jhs. in der Bedeutung ‘Glas- oder Tongefäß mit in Öl schwimmendem Docht’ fast ausschließlich auf das Md. beschränkt und setzt sich mit Luthers Bibelübersetzung seit dem 16. Jh. allmählich gegen Ampel (s. d.) durch. Unterschiedliche Verwendungszwecke und technische Entwicklungen führen zu zahlreichen Zusammensetzungen, z. B. Gas-, Hänge-, Karbid-, Löt-, Petroleum-, Stehlampe. Terminologisch steht Lampe (verkürzt aus Glühlampe) für das in der Fachsprache gemiedene Glühbirne (s. d.). – Lampenfieber n. ‘Aufregung vor einem (ersten) öffentlichen Auftreten’ (Mitte 19. Jh.); der Ausdruck entstammt dem Bühnenjargon (vgl. die Lampen Plur. ‘an der Rampe angebrachte Bühnenbeleuchtung, Rampenlicht’); vergleichbar ist älteres Kanonenfieber (bei Goethe in der Schilderung der Kanonade von Valmy).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftrittsangst · Bangigkeit · Beunruhigung · Herzklopfen · Lampenfieber · Nervosität  ●  Nervenflattern  ugs. · Zähneklappern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lampenfieber‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lampenfieber‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lampenfieber‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und tatsächlich gingen seine Spieler ohne eine Spur von Lampenfieber ins Spiel. [Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09]
Haben Sie an dem einen oder anderen Ihrer Spieler schon so etwas wie Lampenfieber festgestellt? [Die Zeit, 19.10.2007 (online)]
Natürlich spürt man vor einem solchen Ereignis den Druck, das können Sie auch Lampenfieber nennen. [Die Zeit, 06.01.2003, Nr. 01]
Grass sagte, er habe Lampenfieber, und man glaubte es ihm. [Die Zeit, 09.07.1965, Nr. 28]
Ich hatte Lampenfieber, verständlicherweise war ich ohne jegliche praktische Erfahrung. [Süddeutsche Zeitung, 09.04.1998]
Zitationshilfe
„Lampenfieber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lampenfieber>.

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