Landgerichtspräsident, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Landgerichtspräsidenten · Nominativ Plural: Landgerichtspräsidenten
Worttrennung Land-ge-richts-prä-si-dent
Wortzerlegung LandgerichtPräsident
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

Recht Jurist, der einem Landgericht (a) als Leiter vorsteht
Beispiele:
Folge der Entscheidung […] war, daß die CDU-Landtagsfraktion sich weigerte, den Landgerichtspräsidenten, wie geplant, in den Verfassungsgerichtshof von Rheinland-Pfalz zu wählen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2006]
Zusätzlich machen uns Überlegungen der Justizverwaltung Sorgen, dem Landgerichtspräsidenten zwei Vizepräsidenten zuzuordnen und dass im Rahmen der Verwaltungsreform die jetzigen Amtsgerichtsdirektoren die Dienstaufsicht für die Richter erhalten sollen. Das bedeutet, dass fast alle Direktoren zu Amtsgerichtspräsidenten werden. Es ist also ein Richterbeförderungsprogramm im Gang, das überhaupt nicht mit der Senatspolitik in Einklang zu bringen ist. [Welt am Sonntag, 14.12.2003]
Der Vorsitzende Richter der zuständigen Strafkammer des Landgerichts Frankfurt/Oder, Joachim Dönitz, heute Landgerichtspräsident in Cottbus, ließ indessen Verständnis für das Vorgehen von Stasi und DDR-Justiz gegen den Bürgerrechtler erkennen. Ob Havemann »so etwas wie ein Kohlhaas« gewesen sei, wollte er mehrfach von Zeugen wissen, und am Ende begründete er die Freisprüche unter anderem damit, dass Havemann aus seiner oppositionellen Haltung keinen Hehl gemacht hatte und daher ein treuer DDR-Funktionär sein Land durchaus für bedroht habe halten können. [Die Welt, 15.02.2000]
Eine […] Kontroverse gab es […] zwischen dem Richter und dem Leiter eines fünfzig Mann starken Polizeikommandos, das herbeigerufen worden war, um […] den Flur vor dem Gerichtssaal zu räumen. Der Einsatzleiter bezweifelte die Kompetenz des Richters zu einer über den Sitzungssaal hinausreichenden Maßnahme. Auch er bekam den Zorn des Richters zu spüren, blieb aber ungerührt und wartete, bis der zuständige Hausherr, der Landgerichtspräsident, erschien und über Megaphon zum Verlassen des Gerichtsgebäudes aufforderte. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001, S. 233. Zitiert nach: Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 – 1974, Berlin: Aufbau-Verl. 1998.]
historisch Landgerichtspräsident, nach § 58 des deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes der Titel des Vorstandes eines Landgerichts […]. Dem Landgerichtspräsidenten liegen teils Geschäfte der Rechtspflege, teils Geschäfte der Justizverwaltung ob. In ersterer Beziehung hat er den Vorsitz zu übernehmen in einer der Kammern des Landgerichts, die er selbst vor Beginn des Geschäftsjahrs für die Dauer desselben bestimmt. In letzter Beziehung hat er insbes. (zusammen mit den Direktoren) über die Verteilung des Vorsitzes in den übrigen Kammern und (als Vorsitzender des Präsidiums, s. d.) über die Verteilung der Geschäfte unter die Kammern und über die Bestimmung der Mitglieder der einzelnen Kammern mit zu entscheiden, sowie ferner die Dienstesaufsicht über die Amtsgerichte des Landgerichtssprengels zu üben. [Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1908, aufgerufen am 16.10.2018]
Zitationshilfe
„Landgerichtspräsident“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Landgerichtspr%C3%A4sident>, abgerufen am 01.06.2020.

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