Langzeitgedächtnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Langzeitgedächtnisses · Nominativ Plural: Langzeitgedächtnisse · wird selten im Plural verwendet
WorttrennungLang-zeit-ge-dächt-nis
Wortzerlegunglang1ZeitGedächtnis
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
Neurologie in einer modellhaften Vorstellung der im Kortex (Lesart 2) befindliche Speicherort für die langfristige oder dauerhafte Speicherung von Gedächtnisinhalten, der dafür genutzte Bereich des Gehirns
Beispiele:
Erinnerungen werden immer wieder aus dem Langzeitgedächtnis hervorgekramt und neu abgespeichert. [Bild am Sonntag, 31.08.2014, Nr. 35]
Immer wenn wir wahrnehmen, greifen wir auf die im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erfahrungen zurück. [Flade, Antje: Wahrnehmung. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3705]
Zudem schrumpft [im Alter] der Teil des Gehirns, der Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis transportiert. Ältere Menschen können sich deshalb an Dinge erinnern, die sie in ihrer Kindheit gelernt haben, bekommen aber nicht mehr zusammen, was sie am Vortag gegessen haben. [Bild, 16.02.2017]
Das Kurzeitgedächtnis ist ein Zwischenspeicher, der Informationen für eine gewisse Zeit vor dem Verblassen bewahrt. […] Damit eine Information nicht verschwindet, muss sie entweder im Kurzzeitgedächtnis wiederholt, »festgehalten« werden, oder sie muss möglichst schnell mit »verwandten« Informationen aus dem Langzeitgedächtnis verknüpft werden. Diesen Verknüpfungsvorgang nennt man Elaboration. Nur wenn die Verknüpfung mit verwandtem Wissen im Langzeitgedächtnis gelingt, kann die Information auch langfristig gespeichert werden. [wirksamunterrichten.blogspot.com, 17.01.2013, aufgerufen am 20.08.2018]
Wie Sie vielleicht wissen, haben manche ältere Leute normale, altersbedingte Schwierigkeiten, neue Langzeitgedächtnisse zu formen. [Der Standard, 10.09.2003] ungewöhnl. Pl.
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: etwas im Langzeitgedächtnis speichern, abspeichern
in Koordination: Kurz- und Langzeitgedächtnis
2.
Psychologie über einen langen Zeitraum währendes Erinnerungsvermögen, die Fähigkeit des Gehirns, Informationen, Eindrücke, Erlebnisse lange oder dauerhaft zu speichern und deren Vergegenwärtigung auch nach langer Zeit zu ermöglichen
Beispiele:
Magnesium soll die Anzahl der Synapsen im Hirn erhöhen. So verbessert das Mineral das Kurz- und Langzeitgedächtnis, die Leistungs- und Lernfähigkeit. [Bild am Sonntag, 29.05.2011, Nr. 22]
Für Menschen ist es normal, sich nach Jahren an die Stimmen von Bekannten zu erinnern. Auch junge Seehunde erinnern sich lange an den spezifischen Ruf ihrer Mutter. Nun haben Forscher ein derart ausgeprägtes Langzeitgedächtnis auch bei Raben nachgewiesen. Die Vögel konnten sich sogar noch an die Qualität der früheren Beziehung erinnern. [Die Zeit, 19.04.2012 (online)]
Ihr Erinnerungsvermögen war ja nicht das eines kleinen Kindes. Kinder, die die Wahrheit nicht sehen können, weil ihr Erinnerungsvermögen, ihr Langzeitgedächtnis noch sehr lückenhaft ist. [Bros, Doris, Morgenmonde. Leipzig: Engelsdorfer Verlag 2012]
Körperliche Gewalt, sprich ein Schwein zu schlagen, wird wenigstens auf Dauer die Freundschaft nicht fördern. Schweine haben ein gutes Langzeitgedächtnis und ein sehr gutes Erinnerungsvermögen für negative Behandlungsweisen. [Rinderer, Roland, Mini-Schweine. Libri Books on Demand 2000, S. 20]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnerung funktionieren speichern verankern überführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Langzeitgedächtnis‹.

Zitationshilfe
„Langzeitgedächtnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Langzeitgedächtnis>, abgerufen am 18.10.2019.

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