Lanze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lanze · Nominativ Plural: Lanzen
Aussprache
WorttrennungLan-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Lanze‹ als Erstglied: ↗Lanzenfarn · ↗Lanzenspitze · ↗Lanzenstich · ↗lanzenförmig
eWDG, 1969

Bedeutung

aus einem langen Schaft und einer rhombusförmigen Spitze bestehende Stoßwaffe des Ritters im Mittelalter, der berittenen Truppe bis zum Ersten Weltkrieg
Beispiele:
die Spitze, der Schaft einer Lanze
die Lanze traf, durchbohrte den Gegner
der heilige Georg mit der Lanze
beim Turnier hob der Ritter seinen Gegner mit der Lanze aus dem Sattel
mit gefällten Lanzen angreifen
Ulanen mit eingelegten Lanzen (= Ulanen mit stoßbereiten Lanzen) [H. W. RichterSpuren16]
bildlich
Beispiel:
gehoben eine Lanze für jmdn. brechen, einlegen (= jmdn. verteidigen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lanze f. ‘lange Angriffswaffe der Ritter, (Kampf)spieß’, mhd. lanze (12. Jh.), zusammen mit anderen Ausdrücken des Rittertums entlehnt aus afrz. (frz.) lance, das auf lat. lancea zurückgeht; dieses bezeichnet eine im 1. Jh. v. u. Z. aus den hispanischen Provinzen zu den Römern gekommene, mit einem Riemen versehene kürzere Wurf- und Stoßwaffe und ist möglicherweise kelt. Herkunft. Lanze, im Mhd. besonders für die ritterliche Turnierwaffe gebräuchlich, steht in Konkurrenz mit ↗Spieß und ↗Speer (s. d., vgl. mnd. lantspēr, wohl eine lautlich angepaßte Zusammensetzung aus mhd. lanze und mnd. spēr), die bis ins 18. Jh. in der militärischen Terminologie überwiegen. In der Allgemeinsprache bleibt Lanze für unterschiedliche Stoß- oder Stichwaffen durchaus bekannt, wie die um 1500 begegnende Umdeutung von ↗Landsknecht (s. d.) zu Lanzknecht zeigt, wird auch für den Spieß der Jäger und Walfänger verwendet und findet sich seit dem Ende des 18. Jhs. wieder häufiger in historischen Darstellungen der Ritterzeit für den Kampfspieß. Die festen Wendungen für jmdn. eine Lanze einlegen (18. Jh.), für jmdn. eine Lanze brechen (19. Jh.) ‘sich für jmdn. einsetzen’ knüpfen an Vorstellungen des ritterlichen Turniers an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ger · Lanze · ↗Speer · ↗Spieß · ↗Wurfspeer  ●  ↗Wurfspieß  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • griechischer Speer  ●  Dorata  griechisch · Dory  griechisch · Dourata  griechisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Lanze · ↗Pike (veraltet) · ↗Speer · ↗Spieß

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armbrust Axt Degen Dolch Hellebarde Helm Morgenstern Pfeil Rachen Ritter Ritterrüstung Schild Schwert Schwerter Speeren Spieß Streitaxt Säbel Wimpel anreiten aufspießen bewaffnen bewimpelt brechen durchbohren eingelegt gebrechen gefällt gezückt spießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lanze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Brechen Sie wirklich schon die Lanze über Spieler nach einem Spiel?
Bild, 14.07.2000
Heute muß ich einmal eine Lanze für unsere Forscher brechen.
o. A.: Verflixte Innovation. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
Die Weiber knieten mit gesenkten Köpfen und Lanzen um ihn herum.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 5014
Vornehmlich suchte man sich mit stumpfen Lanzen aus dem Sattel zu stoßen, und dieses Spiel war äußerst gefährlich.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 28810
In der Hand trug er die Sonnenblume wie eine schimmernde Lanze.
Flex, Walter: Der Wanderer zwischen beiden Welten, München: C.H. Beck [1933] [1917], S. 71
Zitationshilfe
„Lanze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lanze>, abgerufen am 21.10.2019.

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