Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lanze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lanze · Nominativ Plural: Lanzen
Aussprache 
Worttrennung Lan-ze (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Lanze‹ als Erstglied: Lanzenfarn · Lanzenfisch · Lanzenreiter · Lanzenspitze · Lanzenstich · lanzenförmig
eWDG

Bedeutung

aus einem langen Schaft und einer rhombusförmigen Spitze bestehende Stoßwaffe des Ritters im Mittelalter, der berittenen Truppe bis zum Ersten Weltkrieg
Beispiele:
die Spitze, der Schaft einer Lanze
die Lanze traf, durchbohrte den Gegner
der heilige Georg mit der Lanze
beim Turnier hob der Ritter seinen Gegner mit der Lanze aus dem Sattel
mit gefällten Lanzen angreifen
Ulanen mit eingelegten Lanzen (= Ulanen mit stoßbereiten Lanzen) [ H. W. RichterSpuren16]
bildlich
Beispiel:
gehobeneine Lanze für jmdn. brechen, einlegen (= jmdn. verteidigen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lanze f. ‘lange Angriffswaffe der Ritter, (Kampf)spieß’, mhd. lanze (12. Jh.), zusammen mit anderen Ausdrücken des Rittertums entlehnt aus afrz. (frz.) lance, das auf lat. lancea zurückgeht; dieses bezeichnet eine im 1. Jh. v. u. Z. aus den hispanischen Provinzen zu den Römern gekommene, mit einem Riemen versehene kürzere Wurf- und Stoßwaffe und ist möglicherweise kelt. Herkunft. Lanze, im Mhd. besonders für die ritterliche Turnierwaffe gebräuchlich, steht in Konkurrenz mit Spieß2 und Speer (s. d., vgl. mnd. lantspēr, wohl eine lautlich angepaßte Zusammensetzung aus mhd. lanze und mnd. spēr), die bis ins 18. Jh. in der militärischen Terminologie überwiegen. In der Allgemeinsprache bleibt Lanze für unterschiedliche Stoß- oder Stichwaffen durchaus bekannt, wie die um 1500 begegnende Umdeutung von Landsknecht (s. d.) zu Lanzknecht zeigt, wird auch für den Spieß der Jäger und Walfänger verwendet und findet sich seit dem Ende des 18. Jhs. wieder häufiger in historischen Darstellungen der Ritterzeit für den Kampfspieß. Die festen Wendungen für jmdn. eine Lanze einlegen (18. Jh.), für jmdn. eine Lanze brechen (19. Jh.) ‘sich für jmdn. einsetzen’ knüpfen an Vorstellungen des ritterlichen Turniers an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ger · Lanze · Speer · Spieß · Wurfspeer  ●  Wurfspieß  ugs.
Oberbegriffe
Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Lanze · Speer · Spieß  ●  Hasta  fachspr., lat. · Pike (veraltet)  fachspr. · Sarissa  fachspr., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Lanze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lanze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lanze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute muß ich einmal eine Lanze für unsere Forscher brechen. [o. A.: Verflixte Innovation. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Trotzdem ist es an der Zeit, einmal eine Lanze gegen die Mütter zu brechen. [Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20]
Eigentlich liegt es mir auch fern, eine Lanze für unseren Kanzler zu brechen. [Die Zeit, 29.01.1996, Nr. 05]
Die Lanze, die an dieser Stelle für diese Stadt zu brechen ist, kann naturgemäß nicht politischer Art sein. [Die Zeit, 01.12.1967, Nr. 48]
Die Weiber knieten mit gesenkten Köpfen und Lanzen um ihn herum. [Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 5014]
Zitationshilfe
„Lanze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lanze>.

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