Lastenausgleichsgesetz, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lastenausgleichsgesetzes · Nominativ Plural: Lastenausgleichsgesetze
Nebenform Lastenausgleichgesetz · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lastenausgleichgesetzes · Nominativ Plural: Lastenausgleichgesetze
Aussprache 
Worttrennung Las-ten-aus-gleichs-ge-setz ● Las-ten-aus-gleich-ge-setz
Wortzerlegung LastenausgleichGesetz
Formgeschichte Der Name dieses Gesetzes enthält ein Fugenelement ‑s‑. In den Namen von Gesetzen, Steuern und anderen Begriffen aus dem Bereich des Rechts stehen häufig Formen ohne Fugenelement solchen mit dem Fugenelement ‑s‑ gegenüber. Die fugenlose Form repräsentiert dabei oft den fachsprachlich korrekten Ausdruck. Die wenigen Fälle von fugenlosen Belegen der Form Lastenausgleichgesetz lassen sich hier auf dieses andernorts häufige Muster zurückführen.
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Recht Bundesgesetz zum (innerhalb der Bevölkerung Deutschlands erfolgenden) Abgleich von Schäden und Verlusten, die sich infolge von Vertreibungen und Zerstörungen im und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie durch die Neuordnung des Geldwesens nach dem Zweiten Weltkrieg ergeben hatten   Bei der Bezeichnung Lastenausgleichsgesetz, abgekürzt LAG, handelt es sich um den Kurztitel des Gesetzes über den Lastenausgleich.
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Novelle zum Lastenausgleichsgesetz
Beispiele:
Der Bundestag beschließt [1952] das Lastenausgleichsgesetz: Flüchtlinge, Vertriebene und andere Kriegsopfer bekommen Geld, um ihre Not zu lindern. [Bild, 19.01.1999]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Lastenausgleichsgesetz eine Vermögensabgabe geschaffen, bei der alle, denen nach dem Krieg ein hohes Vermögen verblieben war, die Hälfte davon in 120 vierteljährlichen Raten – also über 30 Jahre – in den Ausgleichsfonds einzahlen mussten. [Spiegel, 11.08.2011 (online)]
Ziel des Lastenausgleichsgesetzes der Bundesregierung ist es, Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwirkungen Vermögensschäden oder besondere andere Nachteile erlitten hatten, teilweise finanziellen Schadensersatz zu leisten. [Südkurier, 30.12.2009]
Die Not der Vertriebenen und der aus der SBZ/DDR Geflohenen sollte das Lastenausgleichsgesetz lindern, das durch Abgaben auf Eigentum in Westdeutschland finanziert wurde. [Die Welt, 31.03.2005]
Das Lastenausgleichsgesetz habe niemals zu einer echten Entschädigung geführt, da sich die Zahlungen auf Sozialhilfeniveau bewegt hätten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.03.1999]
Weil sie in Westdeutschland als Vertriebene anerkannt werden, haben die Rumäniendeutschen Anspruch auf Entschädigung nach dem Lastenausgleichsgesetz. [Der Spiegel, 12.09.1988, Nr. 37]
2.
schweizerisch Gesetz zum Ausgleich der Aufwendungen für bestimmte (gemeinsame) Aufgaben zwischen verschiedenen Gebietskörperschaften
Beispiele:
Das neue Lastenausgleichsgesetz bezweckt einen Ausgleich unter den Gemeinden für die anfallenden Kosten der individuellen öffentlichen Sozialhilfe und der Alimentenbevorschussung. [Neue Zürcher Zeitung, 13.06.1994]
Zu keinem Zeitpunkt sei es die Auffassung des Regierungsrats gewesen, dass die Stadtpolizei kriminalpolizeiliche Spezialdienste behalte oder bei Delikten weitergehende Aufgaben wahrnehme als die Regionalpolizei im übrigen Kantonsgebiet. Nur ortspolizeiliche Aufgaben könnten gemäss dem Lastenausgleichsgesetz abgegolten werden. [Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2001]
Zitationshilfe
„Lastenausgleichsgesetz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lastenausgleichsgesetz>, abgerufen am 01.06.2020.

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