Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lasur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lasur · Nominativ Plural: Lasuren
Aussprache 
Worttrennung La-sur (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Lasur‹ als Erstglied: Lasurfarbe · Lasurlack · Lasurstein · lasieren
Herkunft aus gleichbedeutend lazur(i)ummlat, lazurmlat < lāǧwardpers (لاجورد) ‘Lapislazuli’
eWDG

Bedeutungen

1.
Anstrich, Übermalung mit durchsichtiger Farbe oder durchsichtigem Lack
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
was alles noch eine Lasur erhalten sollte [ FrischStiller372]
2.
Lasurfarbe, Lasurlack
Beispiel:
es war für ihn ein Ding der Selbstverständlichkeit, daß man die Lasuren mit dem Finger auftrug [ HildesheimerParadies37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lasur · lasieren
Lasur f. ‘durchsichtige Farb- oder Lackschicht’. Mhd. lāsūr, lāzūr f. ‘Blaustein, blauer Farbstoff’ führt über gleichbed. mlat. lazur(i)um, lazur, arab. lāzaward auf pers. lāǧward ‘Lapislazuli, Lasurstein’. Das pers. Wort kommt offenbar durch den arabischen Handel mit dem Farbstoff nach Europa und gelangt in unterschiedlicher Form und teilweise mit neuer Bedeutung in zahlreiche Sprachen; s. Azur und Lapislazuli. Seit dem 18. Jh. hat Lasur nur noch den Sinn ‘durchsichtiger Farbüberzug’ (stets mit femininem Genus), der sich aus ‘Übermalung mit (ursprünglich) blauer Farbe’ entwickelt (vgl. schon mhd. mit rōter lāsūre, Hs. 15. Jh.). – lasieren Vb. ‘mit Lasur überziehen’, gebräuchlich seit dem 18. Jh.; vereinzelt bleiben mhd. lāsūren ‘mit blauer Farbe überziehen’ und frühnhd. laseuren ‘farblos übermalen, lackieren’ (Anfang 15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Lasur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lasur‹.

farbig fein halbdeckend hauchdünn

Verwendungsbeispiele für ›Lasur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt ist der Beton mit einer schützenden Lasur versehen und strahlt in makellos hellem Grau. [Der Tagesspiegel, 06.12.2003]
Nur an einigen Stellen des Baus seien die vorhandenen Lasuren verhärtet. [Der Tagesspiegel, 31.01.2002]
Mancher hätte das edle Stück lieber unbemalt gesehen, doch auch für die zurückhaltende Lasur gibt es viele Stimmen. [Süddeutsche Zeitung, 28.09.1995]
Eine Lasur verhindere zudem, dass das Gebäude nach Regen schmuddelig wirkt, sagt Braunfels. [Der Tagesspiegel, 10.01.2003]
Die scheinbar rustikale, grobe Oberfläche entstand durch eine ölhaltige Lasur, die nach dem Brennvorgang mit einem Lack veredelt wurde. [Der Tagesspiegel, 27.02.2004]
Zitationshilfe
„Lasur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lasur>.

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