Latrine, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Latrine · Nominativ Plural: Latrinen
Aussprache
WorttrennungLa-tri-ne · Lat-ri-ne
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Latrine‹ als Erstglied: ↗Latrinengerücht · ↗Latrinenparole
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
behelfsmäßiger, einfacher Abort, besonders in Lagern, Kasernen
Beispiel:
diese Arbeitsdienstabteilung mit ihrem Barackenkarree ... und seitlich der Unterrichtsbaracke liegender Latrine [GrassKatz137]
2.
salopp, abwertend Gerücht
Beispiel:
das ist nur eine Latrine
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Latrine f. ‘Abtritt, Senkgrube’, Entlehnung des 16. Jhs. aus gleichbed. lat. lātrīna, zusammengezogen aus älterem und später wiederhergestelltem lavātrīna, zu lat. lavāre ‘(sich) waschen, baden’ (s. ↗laben, ↗Lauge), daher im Lat. auch ‘Bad, Waschraum’. Anfangs verhüllend wie etwa Abort oder Örtchen; danach vornehmlich für die behelfsmäßigen, oft sehr primitiven und von mehreren gleichzeitig zu benutzenden Einrichtungen in Lagern und Massenunterkünften.

Thesaurus

Synonymgruppe
00 · ↗Abort · ↗Abtritt · ↗Klosett · Latrine · ↗Null-Null · ↗Retirade · ↗Wasserklosett  ●  ↗Pissoir  franz. · ↗Toilette  franz., Hauptform · ↗WC  Abkürzung · ↗Donnerbalken  ugs. · ↗Hütte  ugs. · ↗Kackstuhl  derb · Keramikabteilung  ugs., Modewort · ↗Klo  ugs. · ↗Lokus  ugs. · ↗Orkus  geh. · ↗Pinkelbude  derb · ↗Pissbude  derb · ↗Scheißhaus  derb · ↗Thron  ugs., scherzhaft · To  ugs. · ↗Topf  ugs. · Tö  ugs. · stilles Örtchen  ugs. · wo (selbst) der Kaiser zu Fuß hingeht  ugs., Spruch · ↗Örtchen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Jauchegrube · ↗Jauchengrube · ↗Kloake · Latrine · ↗Senkgrube

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bau Brunnen Gestank Toilette Waschgelegenheit ausheben bauen benutzen graben kaltmachen putzen reinigen stinkend wispern öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Latrine‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und Latrinen lassen sich nicht überall von heute auf morgen bauen.
Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47
In China mussten Bauern daher die Latrinen ihrer Herren benutzen.
Die Welt, 20.05.2000
Auf der Latrine in der Nähe der Küche ist schon Betrieb.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 40
War er in die Latrine gekippt und in der Scheiße versoffen?
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 217
Auch mit dem Bau einer Latrine wurde begonnen, damit man auch bei Tage austreten könnte.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 113
Zitationshilfe
„Latrine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Latrine>, abgerufen am 16.02.2019.

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