Laune, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Laune · Nominativ Plural: Launen
Aussprache 
Worttrennung Lau-ne (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Laune‹ als Erstglied: ↗launenhaft  ·  mit ›Laune‹ als Letztglied: ↗Bierlaune · ↗Faschingslaune · ↗Festeslaune · ↗Festlaune · ↗Gebelaune · ↗Geberlaune · ↗Greisenlaune · ↗Herrenlaune · ↗Herrscherlaune · ↗Kauflaune · ↗Kinderlaune · ↗Künstlerlaune · ↗Liebeslaune · ↗Musizierlaune · ↗Mädchenlaune · ↗Sektlaune · ↗Sonntagslaune · ↗Spendierlaune · ↗Stinklaune · ↗Weinlaune
 ·  formal verwandt mit: ↗gelaunt
Mehrwortausdrücke nach Lust und Laune
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
augenblickliche Stimmung des Gemüts, Gemütsverfassung, augenblicklicher Gemütszustand
Beispiele:
er hat heute gute, schlechte Laune
er ist in guter, schlechter Laune
eine heitere, beschwingte, rosige, üble, düstere Laune ergriff sie
wechselnde Launen
etw. versetzt jmdn. in gute Laune
umgangssprachlichetw. versetzt jmdn. in glänzende Laune
saloppetw. versetzt jmdn. in stinkige Laune
jmdn. bei guter Laune erhalten
jmdm. die (gute) Laune gründlich verderben
was hat er heute für Laune?
jmd. ist bei, in Laune (= jmd. ist gut gelaunt)
jmd. ist nicht bei, in Laune (= jmd. ist schlecht gelaunt)
2.
wechselnde Stimmungen
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
wir mussten oft unter ihren Launen leiden
sie hat keine Launen
bildlich rascher Wechsel
Beispiel:
die Launen des Glücks, Schicksals, Zufalls, Wetters
3.
einer augenblicklichen Stimmung entspringender Einfall, plötzliche Idee
Beispiele:
etw. aus einer Laune heraus tun
umgangssprachlichdas war nur so eine Laune von mir
bildlich
Beispiel:
eine seltsame Laune der Natur

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laune · launenhaft · launig · launisch
Laune f. ‘Gemütsstimmung, -zustand’, mhd. mnd. lūne ‘Mond, Mondwechsel, (wechselnde) Gemütsstimmung, Gesinnung’, Entlehnung aus lat. lūna ‘Mond’ (s. ↗licht). Die Erscheinung des wechselnden Mondes wird mit der Gemütsstimmung des Menschen in Verbindung gebracht, da nach Ansicht mittelalterlicher Astrologen der Mond mit seinen Phasen starken Einfluß auf die Gemütsverfassung ausübt. launenhaft Adj. ‘wechselnden Stimmungen unterworfen’ (18. Jh.). launig Adj. ‘mondsüchtig’ (nur vereinzelt im 16. Jh.; vgl. mhd. vorhtlūnic ‘blödsinnig’), ‘verdrießlich, verstimmt’ (16. Jh.), ‘wechselnder Stimmung unterworfen’, dann vor allem ‘heiter gestimmt, einfallsreich, witzig’ (18. Jh.). launisch Adj. ‘von übler Stimmung, verdrossen’ (15. Jh.), ‘rasch die Stimmung wechselnd’, besonders ‘rasch übler Stimmung nachgebend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gemütsschwankung(en) · Laune · ↗Stimmung · vorübergehende Gemütsverfassung  ●  ↗Stimmungsschwankung  Hauptform · (ein) Anfall (von)  ugs. · ↗Anwandlung(en)  geh. · ↗Aufwallung  geh. · ↗Kaprice  geh. · ↗Kaprize  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Laune‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laune‹.

Verwendungsbeispiele für ›Laune‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man ist nicht so angewiesen auf die Launen eines einzelnen Partners.
Die Zeit, 25.09.2006, Nr. 39
Aber genauso wenig mache es Sinn, sie aus einer Laune heraus wieder abzusagen.
Der Tagesspiegel, 22.10.2004
Und wer uns zu Gast lädt, sei durch die gute Laune, die wir mitbringen, bedankt.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 8
Die Laune war schon vorher wieder so sonnig geworden wie der Nachmittag.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3094
Sie hatte viel unter den Launen der Tochter zu leiden.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8886
Zitationshilfe
„Laune“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laune>, abgerufen am 06.12.2020.

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