Laus, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Laus · Nominativ Plural: Läuse
Aussprache
Wortbildung mit ›Laus‹ als Erstglied: ↗Lausbub · ↗Lausebalg · ↗Lausebengel · ↗Lausebub · ↗Lausejunge · ↗Lausekerl · ↗Lausemädchen · ↗Lausepack · ↗lausbübisch
 ·  mit ›Laus‹ als Letztglied: ↗Hundelaus · ↗Menschenlaus · ↗Schildlaus · ↗Schweinelaus · ↗Zierlaus
eWDG, 1969

Bedeutung

kleines, als Schädling bei Menschen, Säugetieren und auf Pflanzen lebendes Insekt, das mit seinem röhrenförmigen Rüssel Blut, pflanzliche Säfte saugt
Beispiel:
Läuse fangen, ablesen, vernichten, knacken, zerquetschen
salopp, übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] eine Laus in den Pelz setzen (= sich selbst Schwierigkeiten bereiten, Ärger zuziehen)
jmdm. ist eine Laus über die Leber gelaufen (= jmd. hat schlechte Laune)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laus · lausen · entlausen · Lauser · lausig
Laus f. blut- oder pflanzensäftesaugendes Insekt, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. aengl. anord. lūs, mnl. luus, nl. luis, engl. louse, schwed. lus sind verwandt mit korn. low, kymr. lleuen (Plur. llau). Man erschließt ein altes Nomen ie. *lūs, Genitiv *luu̯ós. Stärkere Abweichungen von dieser Ausgangsform (zumal im Anlaut und in den Suffixen), die sich in anderen ie. Sprachen zeigen, aind. yū́kā, Pali ūkā-, lit. uteė͂, aruss. vъšь, russ. voš’ (вошь), lit. (mit Reduplikation und Ablaut) víevesa, vievesà ‘Gänselaus’, sind möglicherweise tabuierende Entstellungen, eine Art Sprachzauber zur Abwehr des lästigen Ungeziefers. Vgl. Pfeifer Tiernamen 18. Geläufig in der Redensart jmdm., sich eine Laus in den Pelz setzen ‘jmdm., sich Schwierigkeiten bereiten’, älter es ist nit not, das man leuß in ein belz werf, sie wachsen wol on das darin (16. Jh.), d. h. ‘man soll sich unnützes Tun ersparen’. lausen Vb. ‘die Läuse absuchen’, spätmhd. lūsen (14. Jh.). entlausen Vb. ‘von Läusen befreien’ (Anfang 20. Jh.). Lauser m. ‘wer Läuse hat’ (15. Jh.), dann ‘Geizhals, Knicker’ (16. Jh.); im 20. Jh. gebräuchlich für älteres Lausekerl (18. Jh.), Lausejunge (19. Jh.); vgl. auch Lausbub (s. ↗Bube). lausig Adj. ‘schäbig, schlecht, erbärmlich’, mhd. lūsec ‘voller Läuse’ (13. Jh.); in jüngerer Umgangssprache vor allem steigernd im Sinne von ‘groß, sehr’ (lausige Kälte, lausig viel Geld).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balg Dreck Durchfall Floh Krätze Larve Leber Milbe Motte Mücke Pelz Ratte Raupe Schneck Ungeziefer Wanze Wurm Zeck Zecke abtöten andächtig angestrengt befallen krabbeln kämmen parasitisch präventiv saugen schinden wimmeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Läuse habe ich bislang noch nicht, obwohl meine Mutter das angekündigt hat.
Der Tagesspiegel, 01.06.2003
In der Schule dort waren Läuse quasi wie Haustiere, wir hatten oft welche.
Bild, 31.10.2001
Die Kinder lassen sich in der Schule von einer Ärztin den Kopf nach Läusen absuchen.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 376
Es ist am besten, keinen Ton mehr darüber zu verlieren, sonst könnte ich auf der Stelle Läuse kriegen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 06.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich flicke euere Fetzen, ich kämme euch die Läuse aus den Haaren, ich singe euch eure müßigen Minuten vor.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16572
Zitationshilfe
„Laus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laus>, abgerufen am 13.12.2018.

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