Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Laus, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Laus · Nominativ Plural: Läuse
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Laus‹ als Erstglied: Lausbub · Lausbube · Lauseallee · Lausebalg · Lausebengel · Lausebub · Lausejunge · Lausekerl · Lausekälte · Lausemädchen · Lausepack · Läusebefall · Läusekamm · Läusekraut · lausbübisch
 ·  mit ›Laus‹ als Letztglied: Filzlaus · Hundelaus · Menschenlaus · Reblaus · Schildlaus · Schweinelaus · Steinlaus · Zierlaus
eWDG

Bedeutung

kleines, als Schädling bei Menschen, Säugetieren und auf Pflanzen lebendes Insekt, das mit seinem röhrenförmigen Rüssel Blut, pflanzliche Säfte saugt
Beispiel:
Läuse fangen, ablesen, vernichten, knacken, zerquetschen
salopp, übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] eine Laus in den Pelz setzen (= sich selbst Schwierigkeiten bereiten, Ärger zuziehen)
jmdm. ist eine Laus über die Leber gelaufen (= jmd. hat schlechte Laune)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laus · lausen · entlausen · Lauser · lausig
Laus f. blut- oder pflanzensäftesaugendes Insekt, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. aengl. anord. lūs, mnl. luus, nl. luis, engl. louse, schwed. lus sind verwandt mit korn. low, kymr. lleuen (Plur. llau). Man erschließt ein altes Nomen ie. *lūs, Genitiv *luu̯ós. Stärkere Abweichungen von dieser Ausgangsform (zumal im Anlaut und in den Suffixen), die sich in anderen ie. Sprachen zeigen, aind. yū́kā, Pali ūkā-, lit. uteė͂, aruss. vъšь, russ. voš’ (вошь), lit. (mit Reduplikation und Ablaut) víevesa, vievesà ‘Gänselaus’, sind möglicherweise tabuierende Entstellungen, eine Art Sprachzauber zur Abwehr des lästigen Ungeziefers. Vgl. Pfeifer Tiernamen 18. Geläufig in der Redensart jmdm., sich eine Laus in den Pelz setzen ‘jmdm., sich Schwierigkeiten bereiten’, älter es ist nit not, das man leuß in ein belz werf, sie wachsen wol on das darin (16. Jh.), d. h. ‘man soll sich unnützes Tun ersparen’. lausen Vb. ‘die Läuse absuchen’, spätmhd. lūsen (14. Jh.). entlausen Vb. ‘von Läusen befreien’ (Anfang 20. Jh.). Lauser m. ‘wer Läuse hat’ (15. Jh.), dann ‘Geizhals, Knicker’ (16. Jh.); im 20. Jh. gebräuchlich für älteres Lausekerl (18. Jh.), Lausejunge (19. Jh.); vgl. auch Lausbub (s. Bube). lausig Adj. ‘schäbig, schlecht, erbärmlich’, mhd. lūsec ‘voller Läuse’ (13. Jh.); in jüngerer Umgangssprache vor allem steigernd im Sinne von ‘groß, sehr’ (lausige Kälte, lausig viel Geld).

Typische Verbindungen zu ›Laus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Laus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kinder lassen sich in der Schule von einer Ärztin den Kopf nach Läusen absuchen. [Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 376]
Nicht mal die Läuse auf dem Kopf hat er vergessen. [Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 2]
Die Läuse nehmen während des Falls eine spezielle Haltung ein. [Die Zeit, 04.02.2013 (online)]
Immer vier Tage am Stück lagen sie an der Front, mit kargem Essen, die dreckige Uniform voller Läuse. [Süddeutsche Zeitung, 01.06.2002]
Es war praktisch vollkommen ausgeschlossen, sich von Läusen zu befreien. [o. A.: Fünfundvierzigster Tag. Dienstag, 29. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21334]
Zitationshilfe
„Laus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Laus>.

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