Lausbub, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lausbuben · Nominativ Plural: Lausbuben
Nebenform Lausebub · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lausebuben · Nominativ Plural: Lausebuben
Aussprache
WorttrennungLaus-bub ● Lau-se-bub
WortzerlegungLausBub
Wortbildung mit ›Lausbub‹ als Erstglied: ↗Lausbubenstreich · ↗Lausbüberei · ↗lausbubenhaft
eWDG, 1969

Bedeutung

Schimpfwort frecher kleiner Bursche, Schlingel
Beispiele:
so ein Lausbub!
du Lausbub!
was haben die Lausbuben nun wieder angestellt?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für ↗Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für ↗Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. ↗Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie ↗Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere ↗Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · ↗Flegel · ↗Frechling · Lausbub · Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bair. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · ↗Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · ↗Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Streich ewig frech grinsen hamburgisch lachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lausbub‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sei ein fröhliches Kind gewesen, immer in Bewegung, ein Lausbub.
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2002
Weil er sich sein Brot so hart verdienen muß, erlaubt sich jeder Lausbub, ihn wie einen Esel zu verhöhnen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 239
Freilich, nicht alle Lausbuben brauchten die lockere Hand des Pädagogen zu fürchten.
Die Zeit, 10.07.1970, Nr. 28
Der Lausbub streckte uns die Zunge heraus und trollte sich.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 155
So, bei gleichem Hinweis, nur unter anderer Titulatur, wird der Hofmeister zum durchlauchtigen Lausbuben, dem Kronprinzen, sprechen, der seine Aufgaben nicht machen will.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 909
Zitationshilfe
„Lausbub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lausbub>, abgerufen am 23.03.2019.

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