Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lausbub, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lausbuben · Nominativ Plural: Lausbuben
Nebenform Lausebub · Substantiv · Genitiv Singular: Lausebuben · Nominativ Plural: Lausebuben
Aussprache 
Worttrennung Laus-bub ● Lau-se-bub
Wortzerlegung Laus Bub
Wortbildung  mit ›Lausbub‹ als Erstglied: Lausbubengeschichte · Lausbubenstreich · Lausbüberei · lausbubenhaft
eWDG

Bedeutung

Schimpfwort frecher kleiner Bursche, Schlingel
Beispiele:
so ein Lausbub!
du Lausbub!
was haben die Lausbuben nun wieder angestellt?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · Flegel · Frechling · Lausbub · Lausbube · Lausebengel · Schelm · Schlingel · Strolch  ●  Fratz  süddt. · Lorbass  ostpreußisch · Range  veraltet · Bazi  ugs., österr., bayr. · Dreikäsehoch  ugs. · Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · Früchtchen  ugs. · Knilch  ugs. · Lauser  ugs. · Lümmel  ugs., veraltend · Pülcher  ugs., österr. · Racker  ugs. · Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · Rotzgöre  ugs. · Rotzjunge  ugs. · Rotzlöffel  ugs. · Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lausbub‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lausbub‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lausbub‹, ›Lausebub‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er sich sein Brot so hart verdienen muß, erlaubt sich jeder Lausbub, ihn wie einen Esel zu verhöhnen. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 239]
Er sei ein fröhliches Kind gewesen, immer in Bewegung, ein Lausbub. [Süddeutsche Zeitung, 04.09.2002]
Die Augen, dunkel, flackern unruhig, wie ein zu groß geratener Lausbub sieht er aus. [Süddeutsche Zeitung, 04.01.2001]
Mit seinen zotteligen braunen Haaren sieht er aus, wie ein Lausbub. [Bild, 03.12.2003]
Freilich, nicht alle Lausbuben brauchten die lockere Hand des Pädagogen zu fürchten. [Die Zeit, 10.07.1970, Nr. 28]
Zitationshilfe
„Lausbub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lausbub>.

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