Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lauterkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Lau-ter-keit
Wortzerlegung lauter1 -keit
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

Reinheit, Anständigkeit, lauteres Wesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lauter · läutern · erläutern · Lauterkeit
lauter Adj. ‘rein, ungetrübt, aufrichtig’, ahd. (h)lūt(t)ar (8. Jh.), mhd. lūter ‘hell, rein, klar, unvermischt, lediglich’, asächs. hlūttar, mnd. mnl. lūter, lutter (nl. louter ist aus dem Nhd. entlehnt), aengl. hlūt(t)or, got. hlūtrs (germ. *hlūtra-) führen mit griech. klýzein (κλύζειν) ‘spülen, reinigen’ (wozu Klistier, s. d.), alat. cluere ‘reinigen, spülen’ (s. Kloake), lit. šlúoti ‘fegen, kehren’, šlúota ‘Besen’, kymr. clir ‘hell, klar’ auf ie. *k̑leu- bzw. langdiphthongische Ablautformen ie. *k̑lō(u)-, *k̑lū- ‘spülen, rein machen’, vielleicht Erweiterungen einer allerdings nur in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *k̑el- ‘feucht, naß’; vgl. ie. *klep- ‘feucht’ in griech. klépas (κλέπας) ‘das Feuchte’, lit. šlãpias ‘naß, feucht, voll Wasser’. Wie bei bitter (s. d.) ist die hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz unterblieben, und die Doppelkonsonanz wird nach langem Vokal aufgegeben. Die Ausgangsbedeutung ‘gespült, gewaschen’ wird bereits im Ahd. zu ‘klar, hell, unvermischt’ (vgl. mhd. lūter silber); dann oft übertragen von Haltung und Gesinnung des Menschen (lauterer Charakter, lauteres Wesen). Die im Mhd. auftretende Bedeutung ‘ausschließlich, lediglich, nur’ wird seit dem 16. Jh. in der Form des erstarrten Nominativs Sing. häufig, vgl. aus lauter Liebe, vor lauter Neugier. läutern Vb. ‘reinigen, von Schlacken befreien, bessern’, ahd. (h)lūt(t)aren ‘läutern, reinigen, klar machen’, (h)lūt(t)arēn ‘hell sein’ (8. Jh.), mhd. liutern, lūtern. erläutern Vb. ‘erklären, verdeutlichen’, ahd. ir(h)lūtt(a)rēn ‘läutern’ (um 1000), mhd. erliutern ‘rein, hell machen’, auch ‘erklären’. Lauterkeit f. ‘Reinheit, Klarheit’, mhd. lūterheit, lūterkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstand · Anständigkeit · Lauterkeit · Moral · Sitte · Sittlichkeit
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Synonymgruppe
Lauterkeit · Reinheit · Unschuld · Unverderbtheit
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lauterkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lauterkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lauterkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich selbst bin von Eurer beider Lauterkeit überzeugt, doch was hilft das. [Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 457]
Aber niemand wird jemals die Lauterkeit seiner Überzeugungen anzweifeln können. [Die Zeit, 28.04.1989, Nr. 18]
Mit einer solchen Erklärung könnte Kohl dazu beitragen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Lauterkeit der Politik wieder zu festigen. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2000]
Sie steht nämlich in ihrer Funktion für die Lauterkeit in der Politik. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.1996]
Der König war ihm zu gewiß in seiner Lauterkeit, zu sicher in allen seinen Wegen. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 140]
Zitationshilfe
„Lauterkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lauterkeit>.

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