Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lautsprecher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lautsprechers · Nominativ Plural: Lautsprecher
Aussprache 
Worttrennung Laut-spre-cher
Wortzerlegung laut1 Sprecher
Wortbildung  mit ›Lautsprecher‹ als Erstglied: Lautsprecheranlage · Lautsprecherbox · Lautsprechermusik · Lautsprecherstimme · Lautsprechersäule · Lautsprecherwagen · Lautsprecherübertragung
 ·  mit ›Lautsprecher‹ als Letztglied: Aktivlautsprecher · Basslautsprecher · Großlautsprecher · Rundfunklautsprecher · Stadionlautsprecher · Stereolautsprecher · Straßenlautsprecher
eWDG

Bedeutung

elektromagnetisches Gerät, das Wechselstrom in Schallwellen umsetzt und dadurch eine Übertragung verstärkt hören lässt
Beispiele:
den Lautsprecher einschalten
am Lautsprecher sitzen
große Lautsprecher wurden auf dem Platz aufgestellt
eine Stimme, Gesang im Lautsprecher
etw. durch Lautsprecher, mit Lautsprechern verkünden
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laut1 · Laut · Lautsprecher · Lautverschiebung · Wortlaut · vorlaut · lauten · verlauten · verlautbaren · läuten · Geläut(e)
laut1 Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. mit), Selbstlaut (s. selb), ferner Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, besonders Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intransitives läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intransitiv und transitiv) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Klanggeber  ●  Lautsprecher  Hauptform · Brüllwürfel  ugs., abwertend, scherzhaft
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Lautsprecher‹ (berechnet)

Moschee angebracht aufgedreht brüllen dröhnen dröhnend einbauen eingebaut elektrodynamisch installiert integriert intelligent kabellos krächzen krächzend plärren plärrend rechtspopulistisch scheppernd schweigen smart sprachgesteuert tragbar ueber unsichtbar verborgen vernetzt versteckt verteilt übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lautsprecher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lautsprecher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da sie einen nur relativ kleinen Raum zu füllen haben, genügen schon Lautsprecher mit einer niedrigen Leistung. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 370]
Lautsprecher bitten Sie zur gegebenen Zeit zum Ausgang, höfliche Angestellte weisen den Weg. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 462]
Den ganzen Tag ertönen überall in der Stadt die Lautsprecher. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 46]
Überrascht sah ich auf, in die Richtung der bellenden Lautsprecher. [C't, 2001, Nr. 17]
Sie bestehen aus jeweils zwei aufeinander montierten Lautsprechern, die sich einzeln in die gewünschte Position drehen lassen. [C't, 2001, Nr. 8]
Zitationshilfe
„Lautsprecher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lautsprecher>.

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