Lawine, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lawine · Nominativ Plural: Lawinen
Aussprache 
Worttrennung La-wi-ne
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Lawine‹ als Erstglied: ↗Lawinenabgang · ↗Lawinenbahn · ↗Lawinengalerie · ↗Lawinengefahr · ↗Lawinenkatastrophe · ↗Lawinenkegel · ↗Lawinenschutzdach · ↗Lawinenschutzgalerie · ↗Lawinensuchhund · ↗Lawinenunglück · ↗Lawinenwarndienst · ↗Lawinenwarnung · ↗lawinenartig · ↗lawinengefährdet · ↗lawinensicher
 ·  mit ›Lawine‹ als Letztglied: ↗Erdlawine · ↗Gletscherlawine · ↗Grundlawine · ↗Ionenlawine · ↗Kostenlawine · ↗Sandlawine · ↗Schlammlawine · ↗Schuttlawine
eWDG, 1969

Bedeutung

herabstürzende große Masse von Schnee oder Eis im Hochgebirge
Beispiele:
bei Tauwetter oder Föhn stürzen Lawinen zu Tale
eine Lawine ging nieder, donnerte nieder, brach herein
die riesige Lawine begrub die ganze Ortschaft unter sich
Lawinen haben die Straße völlig verschüttet
der Luftdruck, die Wucht, der Donner der Lawine
mehrere Touristen wurden von einer Lawine verschüttet, mussten aus einer Lawine ausgegraben, geborgen werden
umgangssprachlich, bildlich Unmenge
Beispiele:
eine Lawine von Zuschriften, Protesten ging ein
die Arbeit schwoll zur Lawine an
die Gäste, Besucher schwollen zur Lawine an
diese erste kleine Hilfe brachte eine ganze Lawine von Hilfsmaßnahmen ins Rollen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lawine f. ‘herabstürzende Schneemasse im Hochgebirge’. Das zu lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, fallen’ gebildete spätlat. lābīna ‘Erdrutsch, Bergsturz’ wird durch roman. Vermittlung im Alpengebiet (vgl. lavina ‘Erd-, Schneeabsturz’ in Mundarten des Tessin und Engadin) früh ins Obd. entlehnt, wie ahd. lewina (um 800), lowin (9. Jh.) als Übersetzung für lat. torrēns ‘Wildbach’ zeigt (mit vergleichbarer Bedeutung noch tirol. Läne ‘Feuerstrom’, 15. Jh.). Im Sinne von ‘Bergsturz’ lebt es in obd. Dialekten weiter (schweiz. Lowin, 13. Jh., Lauene, Laui, bair.-öst. Lāne, Lān, Län u. ä.) und wird auf abstürzende Schneemassen bzw. auf den Ort ihres Niedergehens bezogen. Erst im 18. Jh. wird schweiz. Lauwin(e) in die Literatursprache aufgenommen. Das zunächst als Nebenform auftretende Lawine (vgl. Adelung 1777) setzt sich, namentlich unter dem Einfluß von Schillers Gebrauch (Tell), seit Beginn des 19. Jhs. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lawine · ↗Schneelawine · Schneerutsch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lawine‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lawine‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lawine‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jahr für Jahr gehen weltweit rund eine Million Lawinen zu Tal.
Die Welt, 03.03.1999
Jetzt bricht vielmehr eine Lawine los, die sich jahrelang vor den Augen der Politiker angestaut hatte, ohne daß eingegriffen wurde.
Der Tagesspiegel, 17.06.1998
Ich habe irgendwann mal einen Schneeball geworfen, und daraus ist eine Lawine geworden, die ich nicht mehr kontrollieren konnte.
Der Spiegel, 17.08.1992
Eine Lawine war ins Rollen gekommen, die niemand mehr aufhalten konnte.
Kraus, Hans-Joachim: Israel. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 28767
Auch seine Niederlage bricht nicht notwendig die Bewegung der Lawine.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 253
Zitationshilfe
„Lawine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lawine>, abgerufen am 04.06.2020.

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