Lebensberechtigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lebensberechtigung · Nominativ Plural: Lebensberechtigungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈleːbn̩sbəˌʀɛçtɪgʊŋ]
Worttrennung Le-bens-be-rech-ti-gung
Wortzerlegung  Leben Berechtigung
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht zu existieren, Recht auf Dasein
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Lebensberechtigung haben
Beispiele:
Für die sunnitischen Dschihadisten [im Irak] sind Schiiten »Ungläubige«. Sie haben aus ihrer Sicht keine Lebensberechtigung. Mindestens 2.000 schiitische Soldaten und mutmaßliche Unterstützer der Maliki‑Regierung wurden in den letzten Wochen brutal ermordet. [Badische Zeitung, 11.07.2014]
übertragenEine Oktoberfest‑Band ohne Oktoberfest ist sozusagen ihrer Lebensberechtigung beraubt. [Münchner Merkur, 22.09.2020]
übertragenUnabhängig vom GPS‑Tracking finde ich übrigens auch, dass Apps ihre Lebensberechtigung haben, die das Surfverhalten des Nachwuchses im Blick haben. [Tracking von Kindern: Überlegt euch das gut, liebe Eltern, 04.06.2019, aufgerufen am 19.08.2020]
[Der Soziobiologe Eckart] Voland fragte in diesem Jahrhundert ernsthaft, welche Lebensberechtigung Frauen jenseits der Wechseljahre hätten – und fand sie ursächlich in der speziesbefördernden Kinderbetreuung als Grosi (= Großmutter) angelegt. [Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2015]
Narzissten haben ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko: Einen Fehler zu machen, raubt ihnen in ihrer Wahrnehmung die Lebensberechtigung. Wenn ein Firmenchef nach der Pleite seines Unternehmens sich und seine ganze Familie mit in den Tod reißt, kann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung dahinter stecken. [Badische Zeitung, 04.01.2013]
Den Abchasen wird [von georgischer Seite teilweise] jede Lebensberechtigung abgesprochen. Sie sind [aus Sicht radikaler Gruppierungen] weder ein Volk, noch haben sie eine Kultur, sie sind Wilde, die ins Meer getrieben werden müssen. [Berliner Zeitung, 23.10.1996]
Es sollen [in der Intensivmedizin im Zweifelsfall] Leute bevorzugt behandelt werden, die eine bessere Genesungsrate haben. Das ist katastrophal, es rüttelt an den Lebensberechtigungen von Menschen mit Behinderungen. [Interview mit Christian Judith, 2020, aufgerufen am 18.11.2020] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Lebensberechtigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lebensberechtigung>, abgerufen am 02.12.2021.

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