Lebensbezug, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lebensbezug(e)s · Nominativ Plural: Lebensbezüge
Worttrennung Le-bens-be-zug
Wortzerlegung LebenBezug
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

das Verknüpftsein, die Verbindung, der Zusammenhang mit dem alltäglichen Dasein, der gesellschaftlichen Wirklichkeit
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Wie existentiell solche Bindungen sein können, belegte unlängst der Film »About Schmidt« mit Jack Nicholson, dessen einziger Lebensbezug schließlich der briefliche mit einem afrikanischen Jungen ist. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2003]
Wichtig seien zudem der Lebensbezug des Gelernten und das Angebot an außerschulischen Lernmöglichkeiten. [Berliner Zeitung, 27.06.2002]
Dabei hat insbesondere der Lebensbezug der Theologie Luthers und deren Sensibilität für die das Leben durchwaltenden Gegensätze die Struktur seines Denkens geprägt. [Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2001]
Wer heute der Philosophie einen Lebensbezug zuschreiben will, der muss ausdrücklich von »praktischer Philosophie« sprechen. Dass sie an sich theoretisch sei, scheint selbstverständlich. [Neue Zürcher Zeitung, 14.10.1997]
Er tritt hier als Arzt in einen religiösen und metaphysischen Raum und benutzt die theologischen Lebensbezüge jedes Menschen als Hilfsmittel für seine Therapie. [Die Zeit, 24.08.1950, Nr. 34]
ein (aus einem bestimmten Blickwinkel betrachteter) Umstand, Bezugs-, Lebensbereich, Teilaspekt des alltäglichen Lebens
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
Die Entwicklung für die Frauen in den normalen Lebensbezügen, vor allem, wenn sie Kinder haben, sehe ich dagegen viel pessimistischer. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2006]
Das Wort [Humankapital] dringe aus der Wirtschaftsfachsprache in den öffentlichen Gebrauch vor und fördere damit »die zunehmend ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2005]
Es soll eine afrikanische Sprache geben, die zweihundert verschiedene Ausdrücke für das Kamel besitzt, je nach den Lebensbezügen, in denen für die Wüstenbewohner das Kamel steht. [Gadamer, Hans-Georg, Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 412]
In dieser Weise bilden die Jugendverbände heute in der Tat den legitimen Weg, auch für die Anschauung der Jugendlichen selbst, auf dem diese sich die Meisterung und zugleich Benutzung der großorganisatorischen Lebensbezüge unserer modernen Gesellschaft erwerben. [Schelsky, Helmut, Die skeptische Generation, Düsseldorf: Diederichs 1957, S. 470]
Zitationshilfe
„Lebensbezug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lebensbezug>, abgerufen am 06.06.2020.

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