Lebenslauf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lebenslauf(e)s · Nominativ Plural: Lebensläufe
Aussprache  [ˈleːbn̩sˌlaʊ̯f]
Worttrennung Le-bens-lauf
Wortzerlegung Leben Lauf
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
schriftliche, bestimmten formalen Anforderungen entsprechende Darstellung des Bildungsgangs und beruflichen Werdegangs
Grammatik: meist im Singular
Synonym zu Curriculum Vitae
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein tabellarischer, kurzgefasster Lebenslauf; ein handgeschriebener, handschriftlicher Lebenslauf; ein gefälschter, geschönter Lebenslauf
als Akkusativobjekt: seinen Lebenslauf schönen, schmücken, fälschen, frisieren
mit Genitivattribut: der Lebenslauf des Bewerbers
in Koordination: Anschreiben, Motivationsschreiben, Zeugnisse, Referenzen und Lebenslauf
in Präpositionalgruppe/-objekt: Angaben im Lebenslauf; eine Bewerbung mit Lebenslauf
Beispiele:
Die Bewerbung sollte einen Lebenslauf sowie die Motivation für die Kandidatur beinhalten. [Neue Westfälische, 13.01.2022]
Soll das Anschreiben tatsächlich eine Funktion erfüllen und etwa Informationen liefern, die über den Lebenslauf hinausgehen, sind selbst formulierte Sätze wesentlich. [Fränkischer Tag, 17.01.2022]
Sportwissenschaftlerin, Yogalehrerin, betriebliche Gesundheitsmanagerin und Fachkraft in der Erwachsenenbildung stehen im Lebenslauf der gebürtigen Mainzerin. [Allgemeine Zeitung, 17.01.2022]
In Zeiten der Pandemie sind ellenlange Lebensläufe […] ein Aussortierungsgrund, meint Karriereberater Walter F[…]. Denn: Der Zeitdruck in Personalabteilungen hat deutlich zugenommen. [Der Tagesspiegel, 20.11.2021]
Bewerbungen tüchtiger, gesunder und unbescholtener Lehrkräfte mit beglaubigten Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Photographie sind nur zu richten an die Lehrervermittlungsstelle des Allgemeinen Deutschen Schulvereins[…]. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 02.03.1905]
2.
individueller, von persönlichen Erfahrungen, Tätigkeiten und Ereignissen geprägter Verlauf eines Lebens
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein lückenloser, geradliniger Lebenslauf
als Genitivattribut: der Lebenslauf des Protagonisten, Angeklagten, Künstlers
als Akkusativobjekt: seinen Lebenslauf schildern, skizzieren, nachzeichnen, rekonstruieren, schönen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Lücke, ein Bruch, Stationen im Lebenslauf
Beispiele:
Der Lebenslauf des Angeklagten im Schnelldurchlauf: in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, Jahre im Kinderheim, dann Adoption durch eine Familie im Bodenseegebiet. [Südkurier, 12.01.2022]
Ein Trauerfall in der Familie und im engen Freundeskreis stellt eine Erschütterung des gewohnten Lebenslaufes dar. [Neue Westfälische, 15.01.2022]
Es sind die Lebenslinien M[…]s, die in der Sonderausstellung anhand zahlreicher Aquarelle nachgezeichnet werden – ein Lebenslauf mit Höhen und Tiefen. [Münchner Merkur, 14.01.2022]
Das Projekt »Heimathafen«[…] soll dabei helfen, die Lebensläufe zu stabilisieren. [Neue Westfälische, 05.01.2022]
Blicke ich auf meinen Lebenslauf zurück, so ist es gewiß nicht der eines großen, ganz auf sich stehenden Menschen, den ich vor mir sehe, wohl aber der eines kleinen, der sich im großen Haufen, zu dem er gehört, stets sehr für sich und abseits gehalten hat. [Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 51494]

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leben · Leben · Lebenslauf · Lebensmittel · lebendig · lebhaft · Lebemann · Lebewesen · Lebewohl · ableben · erleben · Erlebnis · überleben · verleben · verlebt
leben Vb. ‘lebendig, nicht tot sein, existieren, sich von etw. ernähren, wohnen’, ahd. lebēn ‘leben, wohnen, überleben’ (8. Jh.), mhd. leben, asächs. libbian, mnd. mnl. lēven, nl. leven, aengl. libban, engl. to live, anord. lifa ‘leben’, schwed. leva und got. liban sind verwandt mit bleiben (s. d.) und im Sinne von ‘beharren, dauern’ (wie auch Leib, s. d.) an die dort genannte Wurzel anzuschließen. Leben n. ‘das Existieren, lebhaftes Treiben, Betrieb’, ahd. lebēn ‘Leben, Umgang’ (um 1000), mhd. leben, auch ‘Lebensweise, Stand, Orden’, substantivierter Infinitiv, der für das in alter Zeit gleichbed., unter Leib (s. d.) behandelte Substantiv eintritt. Lebenslauf m. (17. Jh.), Übersetzung von lat. curriculum vītae. Lebensmittel Plur. ‘Nahrungsmittel’ (17. Jh.). lebendig Adj. ‘lebend, lebhaft’, ahd. lebēntīg (9. Jh.), mhd. lebendec, lebendic. lebhaft Adj. ‘frisch, munter’, mhd. lebehaft ‘Leben habend, lebendig’. Lebemann m. ‘seinen Vergnügungen lebender Mann’, Ende 18. Jh. für Bonvivant (s. d.). Lebewesen n. ‘lebender Organismus’ (16. Jh.). Lebewohl n. Substantivierung des imperativischen Abschiedsgrußes lebe wohl! (17. Jh.). ableben Vb. ‘sterben, verscheiden’ (17. Jh.), zuvor ‘erleben, durchleben’ (16. Jh.), vgl. mnd. aflēven ‘erleben’ (14. Jh.). erleben Vb. ‘bis zu einer bestimmten Zeit leben, etw. erfahren, von etw. betroffen werden’ (15. Jh.). Erlebnis n. ‘miterlebtes Geschehnis, Ereignis von nachhaltiger Wirkung’ (1. Hälfte 19. Jh.). überleben Vb. ‘länger leben als, überstehen’, ahd. ubarlebēn (9. Jh.), mhd. überleben. verleben Vb. ‘(eine Zeit) verbringen, (Geld, Geldeswert) für den Lebensunterhalt aufbrauchen’, mhd. verleben ‘(eine Zeit) verbringen, überleben, ableben, verwelken’. verlebt Part.adj. ‘alt geworden, durch ungesunde Lebensführung verbraucht’ (16. Jh.).

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Berufslaufbahn · Berufsweg · Karriere · Laufbahn · Lebenslauf · Vita · Vitae cursus · Werdegang · berufliche Entwicklung · berufliche Laufbahn · beruflicher Werdegang  ●  C.V.  Abkürzung · CV  Abkürzung · Curriculum Vitae  lat. · Erwerbsbiographie  fachspr., Amtsdeutsch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lebenslauf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lebenslauf‹.

Zitationshilfe
„Lebenslauf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lebenslauf>.

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