Lebensmittelmarke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lebensmittelmarke · Nominativ Plural: Lebensmittelmarken
WorttrennungLe-bens-mit-tel-mar-ke
WortzerlegungLebensmittelMarke
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
Marke (Lesart 1) einer Lebensmittelkarte, die in Zeiten wirtschaftlicher Not mit Rationierung von Lebensmitteln zum Bezug einer bestimmten Menge von Lebensmitteln berechtigt; als Teil der staatlichen Unterstützung für Bedürftige ausgegebene Marke, die zum Bezug bestimmter Lebensmittel berechtigt
Beispiele:
Nach dem Krieg gab es in Deutschland Lebensmittelmarken für den Bezug von Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Speck und Zucker. [Die Welt, 19.08.2017]
Jetzt sind in jeder Straße von Sanaa Häuser zerstört. Überall betteln Menschen. […] Lebensmittel kosten teils viermal so viel wie vor dem Krieg. Wer beim Staat angestellt ist, wird nicht mehr in Riyal bezahlt, sondern mit Lebensmittelmarken, die man in Supermärkten eintauschen kann. [Die Zeit, 21.08.2017, Nr. 34]
Die Schauspielerin [Gwyneth Paltrow] hat jüngst zusammen mit ihrem Lifestyle-Team eruiert, wie viel gesunde Lebensmittel man für 29 Dollar bekommt – der Betrag, den in den USA bedürftige Familien wöchentlich für Lebensmittelmarken erhalten. [Welt am Sonntag, 19.04.2015, Nr. 16]
Ab 1. Mai [1950] gibt es in der Bundesrepublik keine Lebensmittelmarken mehr – das Verschwinden der Bezugsscheine ist der erste Triumph der noch jungen Marktwirtschaft. [Bild am Sonntag, 18.01.2009, Nr. 3]
Jeder zehnte Bürger der USA kann sich nur mit Hilfe von Lebensmittelmarken ausreichend ernähren. Wie das Landwirtschaftsministerium in Washington mitteilte, hat die Zahl der Markenbezieher im Dezember mit 26,54 Millionen Menschen eine neue Rekordmarke erreicht. Noch nie zuvor seien so viele Menschen auf die Marken angewiesen gewesen. Dafür verantwortlich seien die Wirtschaftsprobleme des Landes und der strenge Winter. [Süddeutsche Zeitung, 03.03.1993]
Im Triebwagen befand sich ein Heimkehrer, dem vor Hunger schlecht wurde. Ich hatte leider kein Brot bei mir, nahm aber meine Lebensmittelmarken heraus, um einige Marken abzuschneiden, die ich dann dem Heimkehrer […] gab. [Berliner Zeitung, 19.01.1947]
2.
für ein bestimmtes Lebensmittel eingetragene Marke (Lesart 3)
Beispiele:
Maggi, die bekannte Lebensmittelmarke aus der Schweiz, die seit 1947 zu Nestlé gehört, produziert in heimischen Werken seit Jahr und Tag Maggi-Würfel in rauen Mengen. [Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2017]
Neben Adidas und Nike schafft es dabei Esprit in die Top 10 [der bei den Deutschen beliebtesten Marken]. […] Einzige Lebensmittelmarke in den Top 10 ist die Biomarke Alnatura. Auffällig ist die Vorliebe der Deutschen für einheimische Marken. [Die Welt, 04.01.2017]
Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir zu den vielen Marken, die wir am Lebensmittelsektor schon betreuen dürfen, nun noch eine der größten und bekanntesten Lebensmittelmarken Österreichs dazugewinnen konnten. [Der Standard, 23.02.2006]
Nabisco ist mit Marken wie Oreo und Ritz einer der führenden amerikanischen Plätzchen- und Knabbergebäck-Anbieter und verfügt auch über zahlreiche andere Lebensmittelmarken. [Berliner Zeitung, 23.06.2000]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Werbeetat abschaffen anweisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lebensmittelmarke‹.

Zitationshilfe
„Lebensmittelmarke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lebensmittelmarke>, abgerufen am 10.12.2018.

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