Leber, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Leber · Nominativ Plural: Lebern
Aussprache
WorttrennungLe-ber (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Leber‹ als Erstglied: ↗Leberbalsam · ↗Leberblümchen · ↗Leberentzündung · ↗Leberfleck · ↗Lebergalle · ↗Leberknödel · ↗Leberkrebs · ↗Leberkäse · ↗Leberleiden · ↗Leberpastete · ↗Leberschrumpfung · ↗Leberschwellung · ↗Lebertran · ↗Leberwurst · ↗Leberzelle · ↗Leberzirrhose · ↗leberkrank
 ·  mit ›Leber‹ als Letztglied: ↗Dorschleber · ↗Fischleber · ↗Gansleber · ↗Gänseleber · ↗Kalbsleber · ↗Schrumpfleber · ↗Schweineleber · ↗Schweinsleber · ↗Säuferleber · ↗Trinkerleber
eWDG, 1969

Bedeutung

größte, lebenswichtige Drüse, die im rechten Oberbauch des Menschen und der Wirbeltiere liegt, Galle absondert und überwiegend der Entgiftung dient
Beispiele:
eine gesunde, kranke, geschwollene Leber
die Funktion der Leber ist gestört
die Leber sondert Galle ab
seine Leber ist entzündet
mich schmerzt die Leber
umgangssprachlich er hat es mit der Leber (= er ist leberkrank)
bitte einmal Leber mit Kartoffelbrei
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich eine durstige, trockene Leber haben (= gern trinken)
salopp, übertragen
Beispiele:
der Ärger, Zorn frisst ihm an der Leber (= verursacht ihm Kummer)
dir ist wohl eine Laus über die Leber gelaufen? (= du hast wohl schlechte Laune?)
frisch, frei von der Leber weg (= ohne jede Hemmung) sprechen
sich [Dativ] den Ärger von der Leber reden (= sich vom Ärger befreien, indem man sich offen ausspricht)
es muss herunter von der Leber (= es soll nicht länger verschwiegen werden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leber · Leberfleck · Leberblume · Leberblümchen · Leberkäse · Lebertran
Leber f. den Stoffwechsel regelndes Drüsenorgan (der Wirbeltiere), ahd. lebara (8. Jh.), mhd. leber(e), mnd. mnl. lēver(e), nl. lever, aengl. lifer, engl. liver, anord. lifr, schwed. lever. Herkunft ungeklärt. Man versucht (nicht überzeugend), das germ. (im Got. nicht belegte) Wort mit der ie. Bezeichnung der Leber aind. yákṛt, Genitiv yaknáḥ, lat. iecur (Genitiv iecoris und iecinoris), lit. (j)ẽknos, (j)ãknos zu verbinden, und erschließt (bei Annahme eines ursprünglichen Anlauts li̯-) ie. *li̯ēku̯ṛt, das zur Wurzel ie. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ gestellt und als ‘das beim Opfer den Göttern überlassene Organ’ gedeutet wird. Meist wird jedoch für die germ. Formen Verwandtschaft mit Wörtern angenommen, die wie ↗Leim, ↗Schleim, ↗bleiben (s. d.) auf die auch s-Anlaut aufweisende Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, klebrig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ zurückgehen, falls es sich bei Leber um Verselbständigung eines ursprünglichen Attributs (‘die Klebrige, Fettige’) handelt, das das alte ie. Wort für Leber verdrängt hat. Nicht auszuschließen ist ferner die Annahme, die Leber sei als „Sitz des Lebens“ Ableitung von dem unter ↗leben behandelten Verb. Auf der alten Vorstellung von der Leber als blutbildendem Organ, als Sitz der Lebenssäfte und Temperamente, also auch von Ärger und Zorn, beruhen redensartliche Wendungen wie frisch von der Leber (weg) reden, sich etw. von der Leber reden, das mußte mal runter von der Leber. Leberfleck m. leberfarbener Pigmentfleck auf der Haut (17. Jh.), Übersetzung von medizin.-lat. macula hepatica. Leberblume f. Leberblümchen n. Frühjahrsblüher, benannt nach den leberförmig gelappten Blättern (in der Volksmedizin in Wein gebrüht und zur Kräftigung der Leber verabreicht), liberblume (14. Jh.), lebercrut (13./14. Jh.), Leberblümlin (um 1600); vgl. Marzell 1, 272. Leberkäse m. Gericht aus fein gehackter Schweinsleber (dann auch Hackfleisch jeder Art) in der Form eines Käselaibs (19. Jh.), vornehmlich obd. und westd. Lebertran m. aus der Leber verschiedener Seefische gewonnenes Öl (18. Jh.), s. ↗Tran.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leber [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Assoziationen
  • die Leberzellen betreffend  ●  hepatozellulär  fachspr.
  • Leberepithelzelle · ↗Leberzelle  ●  Hepatozyt  fachspr.
  • Leberversagen  ●  Leberinsuffizienz  lat. · Hepatodystrophie  fachspr., griechisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauchspeicheldrüse Darm Dünndarm Galle Gallenblase Gehirn Herz Hirn Innereien Knochenmark Laus Lunge Mage Magen Metastase Milz Niere Organ Schädigung Transplantation Tumor Volksvernichtung einpflanzen gebraten künstlich schädigen transplantieren transplantiert verpflanzen wegreden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fehlt der Leber nach einer Operation ein Stück, wächst das Organ zur ursprünglichen Größe nach.
Die Welt, 10.07.2001
Dafür sei es aber einfacher, sie dazu zu bringen, eine Leber zu werden.
Der Tagesspiegel, 06.07.2001
Meine Hand gleitet über die Leber, sie fühlt sich etwas derb an, vielleicht ist sie auch etwas vergrößert.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 42
In meinem alten Hotel bekam ich gestern vom alten Besitzer gebackene Leber.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 25.08.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
In der vorher geschilderten normalen Funktion der Leber können mannigfache Störungen auftreten.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 107
Zitationshilfe
„Leber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leber>, abgerufen am 21.11.2018.

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