Leberfleck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungLe-ber-fleck (computergeneriert)
WortzerlegungLeberFleck1
eWDG, 1969

Bedeutung

meist angeborener, brauner bis schwarzer Fleck auf der Haut
Beispiel:
ein dunkler, linsengroßer Leberfleck auf der Schulter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leber · Leberfleck · Leberblume · Leberblümchen · Leberkäse · Lebertran
Leber f. den Stoffwechsel regelndes Drüsenorgan (der Wirbeltiere), ahd. lebara (8. Jh.), mhd. leber(e), mnd. mnl. lēver(e), nl. lever, aengl. lifer, engl. liver, anord. lifr, schwed. lever. Herkunft ungeklärt. Man versucht (nicht überzeugend), das germ. (im Got. nicht belegte) Wort mit der ie. Bezeichnung der Leber aind. yákṛt, Genitiv yaknáḥ, lat. iecur (Genitiv iecoris und iecinoris), lit. (j)ẽknos, (j)ãknos zu verbinden, und erschließt (bei Annahme eines ursprünglichen Anlauts li̯-) ie. *li̯ēku̯ṛt, das zur Wurzel ie. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ gestellt und als ‘das beim Opfer den Göttern überlassene Organ’ gedeutet wird. Meist wird jedoch für die germ. Formen Verwandtschaft mit Wörtern angenommen, die wie ↗Leim, ↗Schleim, ↗bleiben (s. d.) auf die auch s-Anlaut aufweisende Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, klebrig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ zurückgehen, falls es sich bei Leber um Verselbständigung eines ursprünglichen Attributs (‘die Klebrige, Fettige’) handelt, das das alte ie. Wort für Leber verdrängt hat. Nicht auszuschließen ist ferner die Annahme, die Leber sei als „Sitz des Lebens“ Ableitung von dem unter ↗leben behandelten Verb. Auf der alten Vorstellung von der Leber als blutbildendem Organ, als Sitz der Lebenssäfte und Temperamente, also auch von Ärger und Zorn, beruhen redensartliche Wendungen wie frisch von der Leber (weg) reden, sich etw. von der Leber reden, das mußte mal runter von der Leber. Leberfleck m. leberfarbener Pigmentfleck auf der Haut (17. Jh.), Übersetzung von medizin.-lat. macula hepatica. Leberblume f. Leberblümchen n. Frühjahrsblüher, benannt nach den leberförmig gelappten Blättern (in der Volksmedizin in Wein gebrüht und zur Kräftigung der Leber verabreicht), liberblume (14. Jh.), lebercrut (13./14. Jh.), Leberblümlin (um 1600); vgl. Marzell 1, 272. Leberkäse m. Gericht aus fein gehackter Schweinsleber (dann auch Hackfleisch jeder Art) in der Form eines Käselaibs (19. Jh.), vornehmlich obd. und westd. Lebertran m. aus der Leber verschiedener Seefische gewonnenes Öl (18. Jh.), s. ↗Tran.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Chloasma · Hautfleck · Leberfleck · ↗Pigmentfleck  ●  ↗Muttermal  ugs. · Nävus  fachspr. · Pigmentnävus  fachspr. · ↗Schönheitsfleck  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Muttermal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leberfleck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie oft soll ich meine Leberflecken auf Veränderungen untersuchen lassen?
Bild, 06.06.2005
Nur an seine mit Leberflecken gesprenkelten Arme konnte er sich erinnern.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 1066
Getestet haben sie das Verfahren an knapp 700 Leberflecken, die den Patienten nach einer optischen Beurteilung durch den Hautarzt entfernt worden waren.
Die Zeit, 03.04.2009, Nr. 14
Sie sollten mindestens einmal in der Woche Ihre Leberflecken zählen und aufschreiben.
Hildebrandt, Dieter: Der Anbieter, Berlin: Verl. Volk und Welt 1994, S. 95
Betroffen sind die Pigment bildenden Zellen, die Melanine, welche die Bräunung der Haut hervorrufen und vermehrt in Leberflecken zu finden sind.
o. A. [hg]: Melanom. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1987]
Zitationshilfe
„Leberfleck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leberfleck>, abgerufen am 19.03.2019.

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