Leberkäse, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Leberkäses · Nominativ Plural: Leberkäse
Aussprache 
Worttrennung Le-ber-kä-se
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

aus unterschiedlichen, grob oder fein zerkleinerten Fleischsorten, teilweise auch Leber, sowie Gewürzen bestehende Fleischspeise, die in einer Kastenform gebacken und typischerweise in Scheiben geschnitten warm oder kalt gegessen wird
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: warmer Leberkäse
als Akkusativobjekt: Leberkäse servieren, essen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Leberkäse mit Spiegelei, Bratkartoffeln, Kartoffelsalat
Beispiele:
[…] Die »Leber« in »Leberkäse« kommt vielleicht von »Laib«, da Leberkäse oft in einer Art Brotform gebacken wird. »Käse« heißt die Fleischspeise, weil sie vom Ausmaß und der Form her einigen Käsesorten ähnelt. Außerhalb Bayerns enthält Leberkäse grob entsehntes Rindfleisch, sehnenreiches Rindfleisch, Fettgewebe und eine geringe Menge Leber (5 %). […] [Krämer, Walter u. Sauer, Wolfgang: Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 28]
Beliebt als schneller Imbiss zwischendurch ist eine warme Scheibe Leberkäse in einen aufgeschnittenen Brötchen. [Fleischkäse, 06.07.2013, aufgerufen am 15.09.2018]
Beim Bummeln in Freiburg essen wir auch mal […] ein Brötchen mit Leberkäse. [Zeit Magazin, 20.04.2011, Nr. 17]
Die Küche bietet laut Konzept »bierbegleitende Speisen« nach bayerischer und Berliner Art, zum Beispiel Leberkäse und Bratkartoffeln. [Der Tagesspiegel, 14.01.2000]
Im Saarland gibt’s echten »Leberkäse«, mit Leberstückchen drin, gebacken und in Form wie hiesiger Fleischkäse. [Frankfurter Rundschau, 03.04.1997]
Synonym zu Fleischkäse
Phrasem:
bayerischer Leberkäse (= ohne Leber zubereiteter Leberkäse)
Beispiele:
Der echte bayerische Leberkäse enthält in aller Regel kein Gramm Leber. […] Zur besseren Unterscheidung [zwischen Leberkäse mit und ohne Leber] heißt der »echte«, d. h. völlig leberlose Leberkäse daher auch »bayerischer Leberkäse«. [Krämer, Walter u. Sauer, Wolfgang: Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 28]
Läuft man langsam, ist es möglich, den hausgemachten warmen[,] bayerischen Leberkäse mit süßem Senf im Brötchen (für 2,50 Euro) auf dem Weg bis zum Schuleingang ratzeputz aufzuessen. [Die Zeit, 29.06.2016 (online)]
Im bayerischen Original-Leberkäse muss nach dem Gesetzbuch der Fleischer gar keine Leber sein. [Bild, 10.01.2001]
Wer also […] von rohem Fisch genug hat, kann sich [in Bayern] so Währschaftem (= Gehaltvollem) wie Leberkäse zuwenden (der bei uns [in der Schweiz] Fleischkäse heissen würde). [Neue Zürcher Zeitung, 10.08.1993]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leber · Leberfleck · Leberblume · Leberblümchen · Leberkäse · Lebertran
Leber f. den Stoffwechsel regelndes Drüsenorgan (der Wirbeltiere), ahd. lebara (8. Jh.), mhd. leber(e), mnd. mnl. lēver(e), nl. lever, aengl. lifer, engl. liver, anord. lifr, schwed. lever. Herkunft ungeklärt. Man versucht (nicht überzeugend), das germ. (im Got. nicht belegte) Wort mit der ie. Bezeichnung der Leber aind. yákṛt, Genitiv yaknáḥ, lat. iecur (Genitiv iecoris und iecinoris), lit. (j)ẽknos, (j)ãknos zu verbinden, und erschließt (bei Annahme eines ursprünglichen Anlauts li̯-) ie. *li̯ēku̯ṛt, das zur Wurzel ie. *leiku̯- ‘lassen, zurück-, übriglassen’ gestellt und als ‘das beim Opfer den Göttern überlassene Organ’ gedeutet wird. Meist wird jedoch für die germ. Formen Verwandtschaft mit Wörtern angenommen, die wie ↗Leim, ↗Schleim, ↗bleiben (s. d.) auf die auch s-Anlaut aufweisende Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, klebrig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ zurückgehen, falls es sich bei Leber um Verselbständigung eines ursprünglichen Attributs (‘die Klebrige, Fettige’) handelt, das das alte ie. Wort für Leber verdrängt hat. Nicht auszuschließen ist ferner die Annahme, die Leber sei als „Sitz des Lebens“ Ableitung von dem unter ↗leben behandelten Verb. Auf der alten Vorstellung von der Leber als blutbildendem Organ, als Sitz der Lebenssäfte und Temperamente, also auch von Ärger und Zorn, beruhen redensartliche Wendungen wie frisch von der Leber (weg) reden, sich etw. von der Leber reden, das mußte mal runter von der Leber. Leberfleck m. leberfarbener Pigmentfleck auf der Haut (17. Jh.), Übersetzung von medizin.-lat. macula hepatica. Leberblume f. Leberblümchen n. Frühjahrsblüher, benannt nach den leberförmig gelappten Blättern (in der Volksmedizin in Wein gebrüht und zur Kräftigung der Leber verabreicht), liberblume (14. Jh.), lebercrut (13./14. Jh.), Leberblümlin (um 1600); vgl. Marzell 1, 272. Leberkäse m. Gericht aus fein gehackter Schweinsleber (dann auch Hackfleisch jeder Art) in der Form eines Käselaibs (19. Jh.), vornehmlich obd. und westd. Lebertran m. aus der Leber verschiedener Seefische gewonnenes Öl (18. Jh.), s. ↗Tran.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fleischkäse · Leberkäs · Leberkäse
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Leberkäse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leberkäse‹.

Zitationshilfe
„Leberkäse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leberk%C3%A4se>, abgerufen am 30.05.2020.

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