Lebzelter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lebzelters · Nominativ Plural: Lebzelter
Aussprache [ˈleːpʦɛltɐ]
Worttrennung Leb-zel-ter
Wortzerlegung Lebzelte-er
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Weihnachtsglossar.
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

veraltend, besonders A , D-Südost
Synonym zu Lebkuchenbäcker
Beispiele:
Im Museum können Besucher erleben, wie in Böhmen traditionell Lebkuchen verziert werden. Pfefferkuchenbäcker und Lebzelter waren einst schließlich eine eigene Zunft. [Landshuter Zeitung, 21.09.2019]
Lebkuchen (mittelhochdeutsch Lebkuoche) wurden in Klosterbäckereien, wo man schon Hostien anfertigte, ebenfalls auf Oblaten gebacken. In Süddeutschland und Österreich nannte man die flachen Kuchen Zelte‍(n) und somit die Bäcker Lebzelter. [Oberländer Rundschau, 02.11.2017]
Lebkuchen und Kerzen scheinen wenig gemeinsam zu haben, doch am Anfang stehen für beide Produkte die Bienen. Lebzelter und Wachszieher – schon immer ein Doppelberuf – verarbeiten im Lebkuchen den Honig, in den Kerzen das Wachs. [Kronen Zeitung, 07.04.2015]
Manche der aufgeführten Berufe gibt es schon nicht mehr, wie den Seifensieder, den Uhrgehäusemacher, den Strumpfstricker, […] Lebzelter und Knopfmacher. [Mittelbayerische, 05.02.2015]
In Oberfranken gehören […] Spitzbuben, Zimtsterne und Engelsaugen unbedingt auf jeden Weihnachtsteller. Dies gilt natürlich auch für die traditionsreichen Lebkuchen, die aus den Backstuben der alten Klöster stammen und in früheren Zeiten ganzjährig nur von spezialisierten Lebzeltern gebacken wurden. [Fränkischer Tag, 30.11.2010]
Zu den Mitbringseln königlicher Gesandter gehörte stets das wohlschmeckende Gebäck der Lebzelter. [Süddeutsche Zeitung, 26.11.1992]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lebkuchen · Lebzelten · Lebzelter
Lebkuchen m. landschaftliche Bezeichnung für ‘Honigkuchengebäck’, mhd. lebekuoche, mnd. lēvekōke. Das Bestimmungswort ist nicht sicher zu deuten. Möglich erscheint Entlehnung aus lat. lībum ‘Fladen’, wenn e (statt zu erwartendem mhd. ī, nhd. ei) als volkssprachliche Aussprache eines in den Klosterküchen gebrauchten mlat. libum aufzufassen ist; vgl. gleichbed. mhd. lebezelte neben mhd. libenzelte. Erwogen wird ferner, in Leb- eine ablautende Form zu dem unter ↗Laib ‘Brot’ (s. d.) behandelten Substantiv zu sehen; danach wäre Lebkuchen als ‘Brotkuchen’ zu deuten. Dafür auch Lebzelten, Lebzelter m. mhd. leb(e)zelte, s. ↗Zelten, ↗Zelte.

Typische Verbindungen zu ›Lebzelter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lebzelter‹.

Zitationshilfe
„Lebzelter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lebzelter>, abgerufen am 07.05.2021.

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