Leck, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Leck(e)s · Nominativ Plural: Lecke
Aussprache
Wortbildung mit ›Leck‹ als Erstglied: ↗lecksicher  ·  mit ›Leck‹ als Letztglied: ↗Datenleck · ↗Speicherleck
eWDG, 1969

Bedeutung

wasserdurchlässige, undichte Stelle
Beispiele:
das Leck eines Dampfers, Kessels
das Schiff hat ein Leck
ein Leck bekommen, abdichten, stopfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leck · Leck · lecken1
leck Adj. ‘undicht, wasserdurchlässig’, aus nd.-nl. Seemannssprache Ende des 16. Jhs. unverschoben ins Hd. übernommen; vgl. mnd. nd. mnl. leck, nl. lek. Diese Adjektivformen sind Weiterbildungen (ja-Stämme) zu gleichbed. mnl. lac, mnd. lak. Daneben stehen (mit altem e-Vokal) gleichbed. aengl. hlec (statt lec), anord. lekr und nhd. lech. Sämtliche Adjektive sind verwandt mit den unter ↗lecken (s. unten) genannten Verben. Leck n. ‘undichte Stelle (im Schiffsboden)’, spätmhd. (md., Ordensgebiet um 1400) leck, mnd. lek, mnl. lek, nl. lek, anord. leki, Substantivierungen der Adjektivformen bzw. Bildungen zu dem im folgenden genannten starken Verb. lecken1 Vb. ‘undicht sein, Wasser durchlassen’ (17. Jh.), ebenfalls ins Hd. aufgenommenes Küstenwort (oder im Hd. neu zu leck gebildet?); vgl. mnd. mnl. lecken, nl. lekken. Soweit sie intransitive Bedeutung aufweisen, sind die schwachen Verben in engem Zusammenhang mit den unter leck (s. oben) dargestellten Adjektivformen mitursprünglichem a zu sehen. Als Kausativa, also mnd. mnl. lecken in der Bedeutung ‘tropfen lassen, destillieren’ sowie ahd. (8. Jh.), mhd. lecken, aengl. leccan ‘benetzen, naß machen’, können sie auch Ableitungen von einem starken Verb sein, erhalten in mnl. leken ‘fließen, tropfen, Flüssigkeit durchlassen, undicht sein’, anord. leka ‘tropfen, rinnen, undicht sein (vom Schiff)’ und resthaft in ahd. und mhd. Formen (s. ↗lechzen). Außergerm. lassen sich kelt. Formen wie air. legaim ‘löse mich auf, zergehe, schmelze’, kymr. llaith, bret. leiz ‘feucht’ vergleichen, so daß eine Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ angesetzt werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruchstelle · Leck · ↗Leckage · undichte Stelle · ↗Öffnung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abdichten Abdichtung Bohrloch Gasleitung Hydraulik Kühlanlage Kühlkreislauf Kühlsystem Meeresboden Meeresgrund Pipeline Primärkreislauf Rumpf Steigleitung Stopfen Tank Treibstofftank Wasserleitung abdichten ausströmen austreten dichten entweichen lokalisieren nordfriesisch orten radioaktiv reparieren stopfen Ölleitung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus Lecks pfeift die Luft davon, die doch zielgerichtet eingesetzt werden sollte.
Der Tagesspiegel, 11.05.2002
Während der Übung gelang es, das fiktive Leck gegen zehn Uhr zu reparieren.
Süddeutsche Zeitung, 08.10.1997
Wer nicht stark genug ist, das Leck zu stopfen, dessen Kahn säuft ab.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 107
Wer nicht stark genug ist, das Leck zu stopfen, dessen Kahn säuft ab.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 238
Wenn man einen »Leck« hat, kann man sich notdürftig kurieren!
Altenberg, Peter: Pròdromos. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1906], S. 834
Zitationshilfe
„Leck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leck>, abgerufen am 15.12.2019.

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