Leere, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Leere · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungLee-re
Wortbildung mit ›Leere‹ als Letztglied: ↗Blutleere · ↗Gedankenleere · ↗Gefühlsleere · ↗Luftleere · ↗Menschenleere
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das Leersein, die Verlassenheit
Beispiele:
die Leere des Weltalls
die gähnende Leere der verlassenen Wohnung
bildlich
Beispiel:
Nun ... tat sich öde und traurig eine Leere des Herzens vor ihm auf [Bergengr.Heiraten211]
2.
innere Gehaltlosigkeit, Ausdruckslosigkeit
Beispiele:
eine innere, geistige Leere
die Leere seines Lebens
die Leere (= Nichtigkeit) seines Tuns
Es ist eine große Leere hinter den Gesichtern [NossackNovember76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leer · Leere · leeren
leer Adj. ‘nichts enthaltend, ohne Ausdruck’, ahd. lāri ‘leer, bar’ (um 1000), mhd. lære, lær ‘leer, ledig (von)’, asächs. lāri, mnl. laer ‘leer’ (hierzu stellt de Vries Nl. 379 nl. laar ‘offener, leerer Platz im Wald’, das sich insbesondere in Ortsnamen, auch nd. und md., findet), aengl. gelǣr(e), westgerm. *lēzi(ja)-, Bildung zur Präteritalstufe des Plurals des unter ↗lesen ‘sammeln’ (s. d.) dargestellten Verbs, die ursprünglich ‘was gelesen werden kann, auflesbar’ in bezug auf das abgeerntete, (den landlosen Armen) zum Ährenlesen freigegebene Feld bedeutet. Das zunächst auf die Sphäre des Ackerbaus beschränkte Adjektiv nimmt die Bedeutung ‘abgeräumt’, dann ‘nichts enthaltend’ an und kann damit auf Flächen, Räume und Gefäße gleichermaßen bezogen werden. Übertragungsmöglichkeiten im Sinne von ‘inhaltslos, nichtssagend, ausdruckslos’ schließen sich an (leere Worte, Drohungen, Versprechungen, ein leeres Gesicht). Leere f. ‘Leersein, Ausdruckslosigkeit’ (16. Jh.). leeren Vb. ‘leer machen’, mhd. læren; vgl. ahd. irlāren (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Leere · ↗Lücke · ↗Nichts · ↗Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.
Assoziationen
  • absolut nichts · gar nichts · nichts und wieder nichts · rein gar nichts · reinweg gar nichts · überhaupt nichts  ●  ein(en) Scheißdreck  derb, abwertend · nix und wieder nix  ugs. · null Komma Josef  ugs., österr. · nullkommajosef  ugs., österr.
  • 0 · ↗null
  • Abstinenz · ↗Ausfall · ↗Entbehrung · ↗Entzug

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einsamkeit Fülle Gefühl Langeweile Stille Weite auftun ausfüllen blicken füllen geistig gespenstisch greifen grätschen gähnen gähnend herrschen hinterlassen inhaltlich inner laufen metaphysisch spirituell starren stieren trostlos unendlich zielen Öde Ödnis

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leere‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ökonomismus füllt die Leere, die durch das Verdunsten der Werte entstanden ist.
Die Welt, 24.02.2005
Es klingelt ins Leere, das Büro ist zurzeit nicht zu erreichen.
Der Tagesspiegel, 24.08.2003
Psychologische Leere ist selber erst das Ergebnis der falschen gesellschaftlichen Absorption.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 175
Mit der Zeit spürte er seine eigene Leere von dem Leben neben ihm erfüllt.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 473
Wie sollte sie, wenn sie ihn von sich wies, nachher die Leere wieder ertragen?
Heyking, Elisabeth von: Der Tag Anderer. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9679
Zitationshilfe
„Leere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leere>, abgerufen am 13.11.2019.

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