Legislative, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Legislative · Nominativ Plural: Legislativen
Aussprache
WorttrennungLe-gis-la-ti-ve (computergeneriert)
HerkunftLatein
Grundformlegislativ
eWDG, 1969

Bedeutung

gesetzgebende Gewalt oder Versammlung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legislativ · Legislative · Legislatur
legislativ Adj. ‘gesetzgebend, gesetzgeberisch’ (Anfang 19. Jh.), Legislative f. ‘gesetzgebende Gewalt, Gesetzgebung, gesetzgebende Versammlung bzw. Körperschaft’ (Anfang 19. Jh.), Legislatur f. ‘Gesetzgebung’, älter auch ‘gesetzgebende Körperschaft’ (um 1800). Auszugehen ist von der Fügung lat. lēgem ferre ‘ein Gesetz einbringen’, zu lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz’ und ferre (lātum) ‘tragen, bringen’. Dazu sind gebildet lat. lēgis bzw. lēgum lātor, mlat. legislator ‘wer einen Gesetzesvorschlag macht’ (woraus mfrz. frz. législateur, 14. Jh., nhd. Legislator, 16. Jh., engl. legislator, 17. Jh.), lat. lēgum lātio, spätlat. lēgislātio ‘Erhebung zum Gesetz, Gesetzgebung’ (woraus mfrz. frz. législation, 14. Jh., engl. legislation, 17. Jh.). Nach diesem Muster entstehen frz. législatif Adj. ‘mit der Gesetzgebung beauftragt’ (Anfang 18. Jh.), Subst. ‘gesetzgebende Gewalt’, législative ‘gesetzgebende Versammlung’ (18. Jh.) und frz. législature ‘gesetzgebende Körperschaft, Gesetzgebung, Wahlperiode’ (18. Jh.) wie auch (etwa ein Jh. früher) gleichbed. engl. legislative (Adj. und Subst.), legislature, so daß die entsprechenden frz. Bildungen unter engl. Einfluß stehen können. Im Dt. werden die Ausdrücke vornehmlich durch die französische Revolution bekannt, doch auch hier ist engl. Einwirkung nicht auszuschließen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gesetzgeber · ↗Gesetzgebung · Legislation · Legislative · ↗Legislatur · gesetzgebende Gewalt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufgabenverteilung Balance Bundesebene Bundesstaat Einzug Exekutive Gerichtsbarkeit Gewaltenteilung Gleichgewicht Judikative Judikatur Jurisdiktion Justiz Konfrontation Machtbalance Machtkampf Machtkonflikt Machtverhältnis Machtverteilung Ministerrat Rechtsprechung Scheidung Trennung Vollmacht gewählt kontrollierend obliegen provisorisch reformfeindlich verwischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Legislative‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber gegen den massiven politischen Willen der Legislative wird sie sich nicht durchsetzen können.
Die Welt, 17.06.2004
Gewiss muss die Legislative danach noch ihre eigenen ordnungsgemäßen Beschlüsse fassen.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 115
Baker brauchte dies nicht in die Legislative hinein zu interpretieren.
Der Tagesspiegel, 22.11.2000
Die Legislative hat andererseits das Recht, die Ausführung der Gesetze nachzuprüfen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 215
Das ordentliche Kabinett behielt die Legislative während des ganzen Krieges.
o. A.: Zweiundzwanzigster Tag. Dienstag, 18. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 3626
Zitationshilfe
„Legislative“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Legislative>, abgerufen am 17.02.2019.

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