Legitimation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Legitimation · Nominativ Plural: Legitimationen
Aussprache 
Worttrennung Le-gi-ti-ma-ti-on
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Legitimation‹ als Erstglied: ↗Legitimationsdruck · ↗Legitimationskrise · ↗Legitimationspapier
 ·  mit ›Legitimation‹ als Letztglied: ↗Aktivlegitimation · ↗Herrschaftslegitimation
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Berechtigung, Rechtfertigung
Beispiele:
ihr Vorhaben hat seine Legitimation in seinem Nutzen
war das nicht eine nachträgliche Legitimation für alles [M. WalserEhen371]
2.
Ausweis, Berechtigungsausweis
Beispiel:
eine Legitimation vorzeigen, prüfen
3.
Jura Ehelichkeitserklärung eines unehelichen Kindes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legitim · illegitim · Legitimation · legitimieren · Legitimität
legitim Adj. ‘rechts-, gesetzmäßig, gesetzlich zulässig, anerkannt’. Lat. lēgitimus (zu lat. lēx ‘Gesetz’) geht mit lat. Flexion in dt. rechtssprachlichen Gebrauch ein und dringt von dort aus in eingedeutschter Form in die Allgemeinsprache (18. Jh.). Dazu das Antonym illegitim Adj. ‘unrechtmäßig, gesetzlich nicht anerkannt’, auch ‘unehelich’ (18. Jh.), aus lat. illēgitimus ‘ungesetzlich, gesetzwidrig, unerlaubt’. Legitimation f. ‘Berechtigung, Beglaubigung, Ausweis’ (16. Jh.), auch ‘Beglaubigungsdokument’ (18. Jh., für älteres Legitimationsbrief, 17. Jh.) und ‘rechtliche Anerkennung eines unehelichen Kindes’, aus gleichbed. mfrz. frz. légitimation, mlat. legitimatio. legitimieren Vb. ‘für legitim erklären, berechtigen, beglaubigen, rechtlich anerkennen’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich ausweisen’ (17. Jh.), unter Einfluß von mfrz. frz. légitimer aus mlat. legitimare ‘rechtlich anerkennen’. Legitimität f. ‘Rechtmäßigkeit’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. frz. légitimité, in der speziellen Bedeutung ‘Gesetzlichkeit der Erb- und Thronfolge des angestammten Herrscherhauses’ durch Talleyrand auf dem Wiener Kongreß (1814/15) allgemein geworden; mlat. legitimitas (Genitiv legitimitatis) ‘Ehelichkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausweis · ↗Berechtigung · ↗Berechtigungsnachweis · ↗Bescheinigung · Legitimation · ↗Legitimierung
Unterbegriffe
  • Fahrberechtigung · ↗Fahrerlaubnis  ●  Lenkberechtigung  österr. · Lenkerberechtigung  österr.
Synonymgruppe
Daseinsberechtigung · ↗Existenzberechtigung · Legitimation  ●  Raison d'être  geh., franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Legitimation‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Legitimation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Legitimation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Politiker müssen sich zur Wahl stellen, Journalisten dagegen mangelt es an Legitimation.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2000
Bei jeder Buchung verlangt die Bank zusätzlich eine TAN als Legitimation.
Der Tagesspiegel, 22.01.1999
Immer wieder geht es um die theologische Legitimation der staatlichen T.
Rendtorff, T.: Todesstrafe. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 38108
Sie kann funktionale Äquivalente in die Form von »unmöglichen Alternativen« bringen und sie so zur Legitimation des immer schon praktizierten Handelns benutzen.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 80
Damit dient sie der Legitimation von Normen für ein sozial akzeptables, abgestimmtes und berechenbares Verhalten.
Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Wertorientierung. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 24570
Zitationshilfe
„Legitimation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Legitimation>, abgerufen am 06.06.2020.

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