Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Legitimation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Legitimation · Nominativ Plural: Legitimationen
Aussprache  [legitimaˈtsi̯oːn]
Worttrennung Le-gi-ti-ma-ti-on
Wortzerlegung legitimieren -ation
Wortbildung  mit ›Legitimation‹ als Erstglied: Legitimationsdruck · Legitimationskarte · Legitimationskrise · Legitimationsmuster · Legitimationspapier
 ·  mit ›Legitimation‹ als Letztglied: Aktivlegitimation · Herrschaftslegitimation
Herkunft vgl. gleichbedeutend légitimationmfrz frz, legitimatiomlat
eWDG

Bedeutungen

1.
Berechtigung, Rechtfertigung
Beispiele:
ihr Vorhaben hat seine Legitimation in seinem Nutzen
war das nicht eine nachträgliche Legitimation für alles [ M. WalserEhen371]
2.
Ausweis, Berechtigungsausweis
Beispiel:
eine Legitimation vorzeigen, prüfen
3.
Jura Ehelichkeitserklärung eines unehelichen Kindes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legitim · illegitim · Legitimation · legitimieren · Legitimität
legitim Adj. ‘rechts-, gesetzmäßig, gesetzlich zulässig, anerkannt’. Lat. lēgitimus (zu lat. lēx ‘Gesetz’) geht mit lat. Flexion in dt. rechtssprachlichen Gebrauch ein und dringt von dort aus in eingedeutschter Form in die Allgemeinsprache (18. Jh.). Dazu das Antonym illegitim Adj. ‘unrechtmäßig, gesetzlich nicht anerkannt’, auch ‘unehelich’ (18. Jh.), aus lat. illēgitimus ‘ungesetzlich, gesetzwidrig, unerlaubt’. Legitimation f. ‘Berechtigung, Beglaubigung, Ausweis’ (16. Jh.), auch ‘Beglaubigungsdokument’ (18. Jh., für älteres Legitimationsbrief, 17. Jh.) und ‘rechtliche Anerkennung eines unehelichen Kindes’, aus gleichbed. mfrz. frz. légitimation, mlat. legitimatio. legitimieren Vb. ‘für legitim erklären, berechtigen, beglaubigen, rechtlich anerkennen’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich ausweisen’ (17. Jh.), unter Einfluß von mfrz. frz. légitimer aus mlat. legitimare ‘rechtlich anerkennen’. Legitimität f. ‘Rechtmäßigkeit’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. frz. légitimité, in der speziellen Bedeutung ‘Gesetzlichkeit der Erb- und Thronfolge des angestammten Herrscherhauses’ durch Talleyrand auf dem Wiener Kongreß (1814/15) allgemein geworden; mlat. legitimitas (Genitiv legitimitatis) ‘Ehelichkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Daseinsberechtigung · Existenzberechtigung · Legitimation  ●  Raison d'être  geh., franz.

Typische Verbindungen zu ›Legitimation‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Legitimation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Legitimation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer wieder geht es um die theologische Legitimation der staatlichen T. [Rendtorff, T.: Todesstrafe. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 38108]
Der Kern der kriegerischen Sprache wird restauriert, die Legitimation kommt von außen. [konkret, 1999]
Aber erstens kann dies nicht nur aus der Luft geschehen, und zweitens bedarf es dazu einer Legitimation. [Die Zeit, 10.06.1999, Nr. 24]
Die kannte man natürlich schon, aber sie reichte offensichtlich zur Legitimation politischen Handelns nicht völlig aus. [konkret, 2000 [1998]]
Ich kann nur weitermachen mit zureichender Legitimation, die habe ich nicht erreicht, also höre ich auf. [Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Legitimation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Legitimation>.

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