Lehen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lehens · Nominativ Plural: Lehen
Aussprache 
Worttrennung Le-hen (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Lehen‹ als Erstglied: ↗Lehensadel · ↗Lehensbrief · ↗Lehensdienst · ↗Lehenseid · ↗Lehensfolge · ↗Lehensgericht · ↗Lehensgut · ↗Lehensherr · ↗Lehensherrschaft · ↗Lehenshoheit · ↗Lehensleute · ↗Lehensmann · ↗Lehenspflicht · ↗Lehensrecht · ↗Lehenstreue · ↗Lehensträger · ↗Lehensverhältnis · ↗Lehenswesen · ↗Lehenszins · ↗Lehngericht · ↗Lehngut · ↗Lehnhof · ↗Lehnsadel · ↗Lehnsbrief · ↗Lehnsdienst · ↗Lehnseid · ↗Lehnsfolge · ↗Lehnsgericht · ↗Lehnsgut · ↗Lehnsherr · ↗Lehnsherrschaft · ↗Lehnshof · ↗Lehnshoheit · ↗Lehnsleute · ↗Lehnsmann · ↗Lehnspflicht · ↗Lehnsrecht · ↗Lehnstreue · ↗Lehnsträger · ↗Lehnsverhältnis · ↗Lehnswesen · ↗Lehnszins
 ·  mit ›Lehen‹ als Letztglied: ↗Afterlehen · ↗Reichslehen
eWDG, 1969

Bedeutung

historisch Land, das vom Kaiser oder von den Fürsten gegen die Verpflichtung zu Treue und Kriegsdienst verliehen wurde
Beispiele:
ein Lehen empfangen
ein Lehen an jmdn. (ver)geben
eine Stadt als Lehen besitzen
erbliches Nutzungsrecht an dem verliehenen Land
Beispiele:
ein Landgut zu Lehen haben, tragen, nehmen
jmdm. ein Dorf zu Lehen geben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lehen · Leh(e)nsherr · Leh(e)nsmann
Lehen n. ‘vom Feudalherrn gegen die Verpflichtung zu Treue und Kriegsdienst verliehenes (erbliches) Nutzungsrecht an Land, das verliehene Land’, ahd. lēhan (um 800), mhd. lēhen, lēn, asächs. lēhan, mnd. lēn, mnl. nl. leen, anord. lān ‘Lehen’ (daraus engl. loan ‘das Leihen, Anleihe, Darlehen’), schwed. lån (germ. *laihwna-) und aengl. læn (germ. *laihwni-) stehen ablautend zu dem unter ↗leihen (s. d.) behandelten Verb; s. auch ↗lehnen2. Leh(e)nsherr m. ‘wer jmdm. Land zu Lehen gibt’, ahd. lēhanhērro (Hs. 13. Jh.), mhd. lēhenherre. Leh(e)nsmann m. ‘wer Land als Lehen annimmt, Vasall’, mhd. lēhenman (Plur. lēhenliute).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lehen · ↗Lehensgut

Typische Verbindungen zu ›Lehen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein neues Amt erhält er nicht von anderen als Lehen.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1998
In den folgenden 15 Jahren wurden verschiedene Lehen auf diesen Namen an ihn vergeben.
Bergsagel, John: Burton. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 2090
Das Amt wurde nicht Lehen; der Name Earl wurde zum bloßen Titel.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 23038
Häufig gab dann der Herr auch ein Lehen aus seinem eigenen Besitz dazu.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 24447
Die Kreuzritter des heiligen Johannes, denen Karl V. Malta 1530 als Lehen überlassen hatte, leisteten ganze Arbeit.
Der Tagesspiegel, 14.03.2004
Zitationshilfe
„Lehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehen>, abgerufen am 26.09.2020.

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