Lehm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lehm(e)s · Nominativ Plural: Lehme
Aussprache
Wortbildung mit ›Lehm‹ als Erstglied: ↗Lehmbatzen · ↗Lehmbau · ↗Lehmboden · ↗Lehmgrube · ↗Lehmhütte · ↗Lehmmauer · ↗Lehmofen · ↗Lehmziegel · ↗lehmfarben · ↗lehmfarbig · ↗lehmgelb
 ·  mit ›Lehm‹ als Letztglied: ↗Stampflehm  ·  mit ›Lehm‹ als Grundform: ↗lehmig
eWDG, 1969

Bedeutung

sandiger, gelb bis braun gefärbter Ton, der als Baustoff und zur Herstellung keramischer Erzeugnisse verwendet wird
Beispiele:
sandiger, toniger Lehm
Ziegel aus Lehm brennen
die Erdschicht besteht aus eisenhaltigen Lehmen
mit den Stiefeln im weichen Lehm steckenbleiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lehm · lehmig
Lehm m. gelb bis braun gefärbtes Gemenge von Sand und Ton. Ahd. leimo ‘Ton, Lehm’ (8. Jh.), leim (um 800), mhd. leim(e), asächs. lēmo (10./11. Jh.), mhd. (md.), mnd. lēm, mnl. leem, lēme, leim, liem, nl. leem, aengl. lām, engl. loam ‘Lehm, Ton’ stehen als Ableitungen mit m-Suffix (germ. *laima-, *laiman-; vgl. ablautendes germ. *līma-, s. ↗Leim) neben anord. leir ‘Lehm, Schlamm’, der Weiterbildung eines alten es-Stammes. Außergerm. sind vergleichbar griech. alínein (ἀλίνειν) ‘bestreichen, salben’, lat. līmus (wie germ. *laima- aus ie. *loimos) ‘Schlamm, Kot, Schmutz’, linere ‘(be)schmieren, bestreichen’ (ursprünglich athematisches nā-Präsens), abret. linom ‘das Ausstreichen, das Ausgestrichene’, apreuß. layso ‘Ton(erde)’, laydis ‘Lehm’, lit. laistýti ‘streichen, massieren’, laĩtas ‘Lehmklumpen, Ofenherd, Dreschboden’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (auch mit anlautendem s- belegt, s. ↗Schleim, ↗schleichen, ↗schleifen). Mit Lehm hat sich die omd.-nd. gegenüber der um 1800 in der Literatursprache aufgegebenen Form Leim, Leimen durchgesetzt. lehmig Adj. ‘lehmartig, aus Lehm’, ahd. leimag (um 800), leimīg (9. Jh.), frühnhd. laimig, leemich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lehm · Ziegelton

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fachwerk Flechtwerk Holz Kalk Kies Kuhdung Lehm Löß Mergel Mörtel Rundhütte Sand Schiefer Schilf Schlamm Schotter Stroh Wellblech Zement Ziegel festgestampft feucht gebrannt gestampft getrocknet kneten sandig ungebrannt verputzen verschmieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird vielleicht langweilig, aber auch er besteht aus Lehm.
Der Tagesspiegel, 31.08.2000
Der Lehm wird nie richtig hart, kleine Schäden kann man ausbessern.
Bild, 20.08.1999
Igel backt man, für den gesagt, der es nicht weiß, eingerollt in Lehm.
Bobrowski, Johannes: Levins Mühle, Frankfurt a. M.: Fischer 1964, S. 183
Günstig sind lehmige Sande mit gutem Humusgehalt, auch sandiger Lehm.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 239
Da wo der Kalk abgefallen war, trat der gelbbraune Lehm hervor.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 18005
Zitationshilfe
„Lehm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehm>, abgerufen am 18.08.2019.

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