Lehne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lehne · Nominativ Plural: Lehnen
Aussprache
WorttrennungLeh-ne (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Lehne‹ als Letztglied: ↗Armlehne · ↗Banklehne · ↗Berglehne · ↗Hügellehne · ↗Kopflehne · ↗Rückenlehne · ↗Seitenlehne · ↗Stuhllehne · ↗Tallehne
 ·  formal verwandt mit: ↗hochlehnig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Stütze eines Sitzmöbels für Rücken oder Arm
Beispiele:
eine hohe, gerade Lehne
ein Stuhl mit geschweifter Lehne
eine Bank ohne Lehne
er hatte den rechten Arm auf die Lehne gestützt
2.
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Abhang
Beispiele:
eine grüne, sanfte, ansteigende Lehne
An den Lehnen ragten die rauhen Granitblöcke herrisch aus dem Schnee [ZahnDie da kommen171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen1 · ablehnen · auflehnen · Lehne1
lehnen1 Vb. ‘an einen stützenden Gegenstand stellen’, reflexiv ‘sich an etw. stützen, gegen etw. stellen’. Zugrunde liegen zwei Verben, und zwar ein intransitives ahd. (h)linēn (8. Jh.), mhd. linen, lenen ‘lehnen, sich stützen’ mit asächs. hlinon, mnl. lenen, loenen, leunen, nl. leunen, aengl. hleonian, hlinian, engl. to lean und ein kausatives transitives ahd. (h)leinen (um 1000), mhd. leinen ‘lehnen’, nhd. leinen (bei obd. Schriftstellern noch bis zum 18. Jh.) mit mnl. leinen, aengl. hlǣnan. Die Vermischung von intransitivem und transitivem Gebrauch beginnt im Mhd., worauf beide Formen wohl in dem (neben mhd. leinen stehenden) md. lēnen zusammengefallen sind. Beide Verben führen mit ablautendem ahd. (h)lēo ‘Grabhügel, Grabmal’ (8. Jh.), asächs. hlēo, aengl. hlǣw, hlāw, got. hlaiw ‘Grab’, hlain ‘Hügel’ sowie mit aind. śráyatē ‘heftet an etw., lehnt sich an, befindet sich’, śráyati ‘lehnt, bringt an etw. an, legt auf etw.’, griech. klī́nein (κλίνειν) ‘(sich) neigen, (an)lehnen, niederlegen, beugen’ (s. ↗Klinik, ↗Klima, ↗Klimakterium), spätlat. clīnāre ‘biegen, beugen, neigen’ (nach lat. acclīnāre ‘anlehnen’, dēclināre ‘abändern, abweichen’, s. ↗deklinieren, inclīnāre ‘hinneigen, hinwenden’), lat. cliēns ‘der sich schutzeshalber an einen Patron Anlehnende, Schutzbefohlener einer Gens’ (s. ↗Klient), lit. šliẽti ‘anlehnen, stützen’, šlýti ‘sich (zur Seite oder nach vorn) neigen’ auf ie. *k̑lei- ‘neigen, lehnen’, Erweiterung der Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde). ablehnen Vb. ‘zurückweisen, verweigern, nicht annehmen, ausschlagen, mißbilligen’ (um 1500), daneben (bis ins 18. Jh.) ableinen. auflehnen Vb. ‘die Arme auf etw. stützen, auflegen’, (reflexiv) ‘sich empören, widersetzen’, mhd. ūfleinen ‘auf-, anlehnen, befestigen’, (reflexiv) ‘sich aufrichten, sich empören’, (md.) ūflēnen, obd. (bis ins 18. Jh.) aufleinen. Lehne1 f. ‘Stütze eines Sitzmöbels für Rücken oder Arme’, obd. ‘sanfter Berghang’, ahd. (h)lina ‘Rückenlehne, Lagerstätte’ (8. Jh.), (h)lena (10. Jh.), mhd. lene, lin(e), auch ‘Geländer, Galerie’.

Leinbaum · Lehne2
Leinbaum m. ‘Spitzahorn’, ahd. (10. Jh.), mhd. līnboum, līmboum, frühnhd. leinbaum, asächs. līmbōm, nhd. (mundartlich) Leinbaum. Mit abweichendem Stammvokal Lehne2 f. Lenne (18. Jh.), anord. hlynr, schwed. lönn. Außergerm. Beziehungen sind unklar.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beifahrersitz Fauteuil Holzstuhl Klappen Kopfstützen Ledersessel Mittelsitz Rückbank Rücksitz Rücksitzbank Sessel Sitzbank Sitzfläche Stuhl Umklappen Umlegen Vordermann Vordersitz Vorklappen geklappt gepolstert klappbar umgeklappt umklammern umklappbar umklappen umlegbar umlegen verstellbar vorklappen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders praktisch ist die nach vorn umklappbare Lehne des mittleren Sitzes.
Der Tagesspiegel, 25.09.2004
Der Manager dreht sich über die Lehne, will was von ihm.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 201
Wohlgeformt, mit der linken Hand stützt sie sich auf die Lehne.
Bild, 03.02.1998
Die morsche Lehne zerbrach unter dem wuchtigen Druck seiner Hand.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15378
Dabei muß Ihr Rücken über die ganze Länge der Lehne gleichmäßig und bequem anliegen.
o. A.: Betriebsanleitung, Wolfsburg: Volkswagenwerk AG 1961, S. 0
Zitationshilfe
„Lehne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehne>, abgerufen am 14.10.2019.

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