Lehnwort, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungLehn-wort
Wortzerlegunglehnen2Wort
eWDG, 1969

Bedeutung

Sprachwissenschaft Wort, das in lautlich angeglichener Form aus einer fremden Sprache entlehnt ist
Beispiel:
das lateinische ›fenestra‹ wurde zu dem deutschen Lehnwort ›Fenster‹
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen2 · belehnen · entlehnen · Lehnwort
lehnen2 Vb. ‘zu Lehen geben’, landschaftlich ‘leihen, verleihen’, ahd. lēhanōn ‘borgen, leihen’ (9. Jh.; vgl. analēhanōn, um 800), mhd. mnd. lēhenen, lēnen ‘als Lehen geben, belehnen, leihen, entleihen’, asächs. lēhnon ‘leihen’, mnl. lēnen, nl. lenen, aengl. lǣnan ‘leihen, gewähren, geben’, engl. (mit d aus den Präteritalformen) to lend ‘(ver)leihen’, anord. lāna ‘leihen’ sind Ableitungen von dem unter ↗Lehen (s. d.) behandelten Substantiv. Dazu die Präfixbildungen belehnen Vb. ‘als Lehen geben, in ein Lehen einsetzen’, mhd. belēhenen; entlehnen Vb. ‘fremdes Geistesgut übernehmen und verwerten, entleihen’, ahd. intlēhanōn (9. Jh.), mhd. entlēh(en)en ‘entleihen, entlehnen’. Lehnwort n. ‘aus einer fremden Sprache entlehntes, der heimischen Lautung, Betonung und Flexion angeglichenes Wort’ (Mitte 19. Jh.); zuvor entlehntes Wort (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Entlehnung (aus dem ...) · Lehnwort
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Fremdwort · Lehnwort · Xenismus
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deutsche Englische Fremdwort Fülle Lateinische Lehnübersetzung Sprache arabisch aramäisch eindringen englisch französisch griechisch lateinisch zahlreich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehnwort‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin gibt es Lehnwörter in jeder Sprache, und solange sie eingebunden werden in den jeweiligen Sprachgebrauch, soll es mir recht sein.
Die Welt, 04.05.2005
Kaum eine Sprache kommt ohne Lehnwörter aus anderen Kulturen aus.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.1998
Die Anzahl der babylonischen oder sogar sumerischen Lehnwörter in den modernen Sprachen läßt sich noch nicht zuverlässig abschätzen.
Soden, Wolfram von: Der Nahe Osten im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21817
Als Lehnwort aus dem Griechischen findet sich L. auch in der rabbinischen Literatur.
Dinkler-v. Schubert, Erika: Liturgie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23729
Diese griechische Form blieb im Christlateinischen und in allen neueren Sprachen als Lehnwort erhalten.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26224
Zitationshilfe
„Lehnwort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehnwort>, abgerufen am 18.10.2019.

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