Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lehre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lehre · Nominativ Plural: Lehren
Aussprache  [ˈleːʀə]
Worttrennung Leh-re
Wortbildung  mit ›Lehre‹ als Erstglied: Lehrabgänger · Lehrausbilder · Lehrbericht · Lehrbub · Lehrbursche · Lehrfacharbeiter · Lehrgebiet · Lehrgegenstand · Lehrjahr · Lehrmeinung · Lehrprogramm · Lehrstunde · Lehrsystem · Lehrveranstaltung · lehrmäßig · lehrreich
 ·  mit ›Lehre‹ als Letztglied: Ablasslehre · Abstammungslehre · Affektenlehre · Afterlehre · Akkordlehre · Arbeitslehre · Arzneilehre · Banklehre · Bedeutungslehre · Berufslehre · Betriebslehre · Betriebswirtschaftslehre · Bevölkerungslehre · Bewegungslehre · Bezeichnungslehre · Beziehungslehre · Bibliothekslehre · Bänderlehre · Christenlehre · Elektrizitätslehre · Entwicklungslehre · Erblehre · Erkenntnislehre · Ernährungslehre · Erscheinungslehre · Erziehungslehre · Evolutionslehre · Farbenlehre · Farblehre · Festigkeitslehre · Formenlehre · Geheimlehre · Gesellschaftslehre · Gesundheitslehre · Getriebelehre · Gewebelehre · Gewebslehre · Glaubenslehre · Gnadenlehre · Gotteslehre · Grundlehre · Handwerkslehre · Harmonielehre · Hauswirtschaftlehre · Hauswirtschaftslehre · Heilslehre · Ideenlehre · Irrlehre · Kategorienlehre · Kirchenlehre · Kochlehre · Kompositionslehre · Kunstlehre · Lautlehre · Lichtlehre · Managementlehre · Maschinenlehre · Melodielehre · Mengenlehre · Methodenlehre · Monadenlehre · Morallehre · Naturlehre · Naturrechtslehre · Organisationslehre · Pflanzenlehre · Pflichtenlehre · Prinzipienlehre · Prädestinationslehre · REFA-Lehre · Rassenlehre · Raumlehre · Rechtfertigungslehre · Rechtslehre · Regierungslehre · Reitlehre · Religionslehre · Risikolehre · Satzlehre · Schall-Lehre · Schalllehre · Schlosserlehre · Schnupperlehre · Schöpfungslehre · Seelenlehre · Sittenlehre · Soziallehre · Sprachlehre · Staatslehre · Staatsrechtslehre · Steuerlehre · Strömungslehre · Systemlehre · Säftelehre · Talionslehre · Transsubstantiationslehre · Trinitätslehre · Tugendlehre · Typenlehre · Unfehlbarkeitslehre · Urkundenlehre · Vererbungslehre · Verfassungslehre · Verslehre · Vertragslehre · Verwaltungslehre · Viersäftelehre · Volkswirtschaftslehre · Weisheitslehre · Welteislehre · Wertlehre · Wirtschaftslehre · Wissenschaftslehre · Wortbedeutungslehre · Wortbildungslehre · Wortlehre · Wärmelehre · Zahlenlehre · Zweigewaltenlehre · Zweinaturenlehre · Zweireichelehre
eWDG

Bedeutungen

1.
Lebensregel, Richtschnur des Verhaltens
Beispiele:
eine kluge, heilsame, harte, notwendige, bittere Lehre
die geschichtlichen Lehren zweier Weltkriege
das war eine Lehre für mich
die Lehre hieraus ist, dass …
die Lehren aus der Vergangenheit, Geschichte ziehen
jmds. Lehren befolgen
spöttischbehalte deine weisen Lehren für dich (= falle mir damit nicht lästig)
jmdm. gute Lehren erteilen
das soll mir eine Lehre sein, zur Lehre dienen
Lilian habe jedenfalls Lehre angenommen (= Lilian habe jedenfalls Rat angenommen) […] [ StrittmatterWundertäter371]
2.
wissenschaftliches, weltanschauliches Lehrgebäude, System
Beispiele:
eine gültige, richtige, revolutionäre, starre, falsche Lehre
die Lehre von Sigmund Freud
die Lehre vom Schall
eine Lehre aufstellen, verbreiten
eine Lehre angreifen, verteidigen
für eine Lehre eintreten
sich gegen eine herrschende Lehre wenden, auflehnen
sich mit einer Lehre auseinandersetzen
Als dann aber die Lehre von den chemischen Elementen ausgebildet […] wurde […] [ PlanckScheinprobleme6]
3.
Ausbildungszeit eines Lehrlings
Beispiele:
eine gute, strenge Lehre
seine Lehre (als Mechaniker in einem Betrieb) antreten, durchlaufen, beenden
in der Lehre sein, stehen
zu einem Meister in die Lehre gehen, kommen, treten
er gab seinen Sohn bei einem Tischler in die Lehre
jmdn. in die Lehre nehmen (= als Lehrling annehmen)
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
bei ihm kannst du noch in die Lehre gehen (= kannst du noch viel lernen)
Aber Agathe nimmt den kleinen David noch hart in die Lehre (= verfährt streng mit ihm) […] [ WaggerlJahr142]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lehre f. ‘Belehrung, Unterweisung, Lehrmeinung, wissenschaftliches System, Ausbildungszeit’. Das westgerm. Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. lēra, mhd. lēre, auch (md.) lār, lāre, mnd. lēr(e), lār(e), mnl. lēre, nl. leer, aengl. lār, engl. lore ‘Wissen, Kunde’ (s. Folklore) ist zu dem unter lehren (s. d.) behandelten Verb gebildet. Die fachsprachliche Verwendung ‘Meßwerkzeug’ (mit dem Abmessungen von Werkstücken geprüft werden), ‘Muster, Modell’ (vgl. Schraub-, Schublehre, Lehrbogen) geht von der mhd. Bedeutung ‘Anleitung (zum Messen), Maß, Modell’ aus und entwickelt sich bereits in der mhd. Handwerkersprache.

Typische Verbindungen zu ›Lehre‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehre‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lehre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem bewegten Bild konnte man später einer wesentlich größeren Zahl von Studenten mit eindrucksvollerer Wirkung als am Objekt selbst die Lehre erteilen. [Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 94]
Zwei Jahre nach seinem Tode erfolgte trotzdem noch die Verurteilung von 28 Sätzen seiner Lehre. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 5134]
Diesem Fehler ist man beim Ausbau der klassischen Lehre nicht entgangen. [Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 8]
Ich ging in die Lehre rein, da war ich 14. [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 42]
Nach der heute vorherrschenden ökonomischen Lehre hilft gegen Inflation nur eine Politik des knappen Geldes, das heißt der hohen Zinsen. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Lehre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehre#1>.

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Lehre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lehre · Nominativ Plural: Lehren
Aussprache  [ˈleːʀə]
Worttrennung Leh-re
Wortbildung  mit ›Lehre‹ als Erstglied: Lehrbogen · Lehrgerüst  ·  mit ›Lehre‹ als Letztglied: Blechlehre · Drahtlehre · Fühlerlehre · Grenzlehre · Lochlehre · Rachenlehre · Schiebelehre · Schieblehre · Schraubenlehre · Schublehre
eWDG

Bedeutung

Technik Messwerkzeug, mit dem die Abmessungen eines Werkstückes geprüft werden
Beispiel:
eine Form mit der Lehre (ab)messen, kontrollieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lehre f. ‘Belehrung, Unterweisung, Lehrmeinung, wissenschaftliches System, Ausbildungszeit’. Das westgerm. Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. lēra, mhd. lēre, auch (md.) lār, lāre, mnd. lēr(e), lār(e), mnl. lēre, nl. leer, aengl. lār, engl. lore ‘Wissen, Kunde’ (s. Folklore) ist zu dem unter lehren (s. d.) behandelten Verb gebildet. Die fachsprachliche Verwendung ‘Meßwerkzeug’ (mit dem Abmessungen von Werkstücken geprüft werden), ‘Muster, Modell’ (vgl. Schraub-, Schublehre, Lehrbogen) geht von der mhd. Bedeutung ‘Anleitung (zum Messen), Maß, Modell’ aus und entwickelt sich bereits in der mhd. Handwerkersprache.

Typische Verbindungen zu ›Lehre‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehre‹.

Zitationshilfe
„Lehre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehre#2>.

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