Lehrstuhlinhaber, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lehrstuhlinhabers · Nominativ Plural: Lehrstuhlinhaber
Worttrennung Lehr-stuhl-in-ha-ber
Wortzerlegung LehrstuhlInhaber
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

Professor, der einen Lehrstuhl, eine Planstelle (b) an einer Universität oder Hochschule innehat und dort Forschung und Lehre betreibt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der emeritierte, gestandene Lehrstuhlinhaber
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Lehrstuhlinhaber für Chemie, Volkswirtschaftslehre, an der Universität
in Koordination: Professor und Lehrstuhlinhaber
Beispiele:
Deutschlands Hochschulen zeichnen sich, verglichen mit den Universitäten anderer Länder, durch ihre Lehrstühle und Institute aus. Der Lehrstuhl stammt von der lateinischen »cathedra« ab, das war der erhöhte Lesestuhl des Lehrers an einer Universität. Heute gehört der Lehrstuhl dem Lehrstuhlinhaber. Auch wenn es den Ordinarius seit der Hochschulreform der siebziger Jahre offiziell nicht mehr gibt, so lebt der ordentliche Professor in der Besoldung und auch in der inneren Struktur der Universität fort. Idealerweise herrscht er über ein eigenes Institut. [Süddeutsche Zeitung, 03.06.2011]
Die Hauptaufgabe von Professoren an Hochschulen ist idealtypisch die eigenverantwortliche Durchführung von wissenschaftlicher Forschung und Lehre (im Sinne des humboldtschen Bildungsideals). Professur und Lehrstuhl sind nicht unbedingt miteinander verbunden – jeder Lehrstuhlinhaber ist Professor, aber nicht umgekehrt. [de.wikipedia.org, 22.08.2018, aufgerufen am 23.08.2018]
Die Expertenkommission[…] spricht lieber von Juniorprofessoren als von Assistenzprofessoren, um deren Unabhängigkeit von etablierten Lehrstuhlinhabern noch deutlicher herauzustellen. [Der Tagesspiegel, 03.08.2000]
Bei den Hochschullehrern wird zwischen hauptamtlichen (ordentliche Professoren, Hochschuldozenten, Professoren bzw. Dozenten mit künstlerischer Lehrtätigkeit), nebenamtlichen (Honorarprofessoren und -dozenten) und außerordentlichen Professoren und Dozenten (Wissenschaftliche Mitarbeiter, die in Anerkennung ihrer Leistungen berufen werden) unterschieden. Ordentliche Professoren sind Lehrstuhlinhaber, zu nebenamtlichen Hochschullehrern können Vertreter der Praxis oder Wissenschaftler aus anderen wissenschaftlichen Institutionen berufen werden. Sie sind nicht Angehörige der Hochschule. [Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch – U. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 6566]
Manchmal haben wir[…] anzudeuten versucht, daß es nicht immer an der Ministerialbürokratie liegt, wenn nicht genügend Lehrstühle da sind für unsere Studenten; daß es[…] vor allem an den philosophischen Fakultäten wohl gar die amtierenden Lehrstuhlinhaber selber sind, die einer Erweiterung des Lehrkörpers nicht immer begeistert zustimmen. [Die Zeit, 25.11.1960, Nr. 48]

Thesaurus

Synonymgruppe
Lehrstuhlinhaber · ↗Ordinarius · o. Prof. · ordentlicher Professor  ●  C4-Professor  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lehrstuhlinhaber‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lehrstuhlinhaber‹.

Zitationshilfe
„Lehrstuhlinhaber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lehrstuhlinhaber>, abgerufen am 26.05.2020.

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