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Leibchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Leibchens · Nominativ Plural: Leibchen
Aussprache
WorttrennungLeib-chen
Wortbildung mit ›Leibchen‹ als Letztglied: ↗Schnürleibchen
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend
1.
Teil des Trachtenkleides, das eng am Oberkörper anliegt und vorn geschlossen wird, Mieder
Beispiel:
das schwarzsamtene Leibchen, das ihre Brust umschloß, mit feinen Silberkettlein behängt [KleistKäthchenI 1]
2.
auf dem Oberkörper getragenes Wäschestück für Kinder, an dem die Strumpfhalter befestigt sind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leib · beileibe · leibeigen · Leibeigenschaft · leiben · einverleiben · entleiben · Entleibung · Leibrente · leibhaft · leibhaftig · leiblich · beleibt · Leibchen · Leibesübung · Leibgarde
Leib m. ‘(menschlicher, tierischer) Körper, Unterleib, Bauch, Magen’, ahd. līb ‘Leben, Lebensweise’ (8. Jh.), mhd. līp ‘Leben, Körper, Magen’, umschreibend ‘Person, Mensch’, asächs. mnd. līf, mnl. nl. lijf, aengl. līf, engl. life, anord. līf, schwed. liv gehört wie ↗leben (s. d.) zu der unter ↗bleiben (s. d.) angeführten Wurzel. Leib wird in seiner alten Bedeutung ‘Leben’ vom substantivierten Infinitiv Leben n. verdrängt; vgl. dazu die paarige Rechtsformel Leib und Leben (16. Jh.). beileibe Adv. ‘bestimmt, wirklich’, meist beileibe nicht ‘wahrhaftig, wirklich nicht, unter keinen Umständen’, eigentlich ‘beim Leben (nicht)’, frühnhd. (16. Jh.) bey leyb, bei leib, beyleib (nicht). leibeigen Adj. ‘persönlich unfrei, hörig’, spätmhd. līpeigen, entstanden aus der Formel mhd. eigen von dem lībe ‘mit dem Leben, dem Leibe jmdm. zugehörig’; Leibeigenschaft f. ‘völlige rechtliche Abhängigkeit der Bauern (und Handwerker) vom Feudalherrn’ (15. Jh.). leiben Vb. ‘einen Körper bilden, leben’ (16. Jh.), nur noch in der Wendung wie er leibt und lebt. einverleiben Vb. ‘zu einem Ganzen verbinden, in etw. aufgehen lassen, eingliedern’ (15. Jh.), für spätlat. incorporāre, Kontamination aus gleichbed. einleiben und verleiben (beide 15. Jh.). entleiben Vb. ‘ums Leben bringen, töten’, mhd. entlīben, mnd. entlīven, reflexiv ‘sich selbst umbringen, Selbstmord begehen’ (17. Jh., vereinzelt 14. Jh.). Entleibung f. ‘Mord, Todschlag, Selbstmord’ (16. Jh.), mhd. entlībunge ‘Tod’. Leibrente f. ‘Rente auf Lebenszeit’, frühnhd. leyprente (1400), mnd. līfrente (14. Jh.). leibhaft Adj. ‘wirklich und wahrhaftig, echt’, ahd. lībhaft(i) ‘lebend’ (um 800), mhd. līphaft ‘Leben habend, lebend, mit Körper versehen, wohlgestaltet, persönlich’. leibhaftig Adj. mhd. līphaftic. leiblich Adj. ‘den Leib betreffend, körperlich, wirklich, blutsverwandt’, ahd. līblīh ‘lebend, lebendig’ (9. Jh.), mhd. līplich ‘körperlich, persönlich, leibhaftig’. beleibt Adj. euphemistisch für ‘dick, korpulent’ (Campe 1807). Leibchen n. ‘(den Leib bedeckendes) westenartiges Kleidungsstück, Mieder’, anfangs auch ‘kleiner Körper’ (17. Jh.), wohl nach dem Vorbild frz. corselet m. (abgeleitet von frz. corps m. ‘Körper, Leib’). Leibesübung f. ‘Übung zur körperlichen Ertüchtigung, Sport’ (16. Jh.). Leibgarde f. ‘militärische Einheit zum persönlichen Schutz, besonders eines regierenden Fürsten’ (um 1600); vgl. älteres Leibgewardi (16. Jh.), mfrz. frz. garde du corps.

Typische Verbindungen zu ›Leibchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

A-Mannschaft Aufschrift Hose Shorts Spitzenreiter Sprinter Stamm-Elf Stammelf Stammspieler Startnummer abstreifen bauchfrei begehrt bunt farbig gelb gestreift grün kicken orange orangefarben orangen prangen rot schlüpfen verschwitzt weiß ärmellos überstreifen überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leibchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leibchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei wusste ich doch, dass er sie verkauft hatte, 15 Cents das Leibchen.
Der Tagesspiegel, 30.07.2002
Dann verteilt er gelbe Leibchen und pfeift das Übungsspiel an.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.1994
Nur als ihre Augen trotz des Interesses an dem Buch schläfrig zu blinzeln begannen, tastete seine Hand zwischen das Leibchen.
Janitschek, Maria: Die neue Eva. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10400
Dieser wiederum fand seinen Halt im Hüftbereich an einem nur mit fremder Hilfe auf dem Rücken knöpfbaren Leibchen.
Loriot [d.i. Vicco von Bülow]: Sehr verehrte Damen und Herren ..., Zürich: Diogenes 1993, S. 83
Franziska lag auf dem Bett, immer noch mit dem ziegelroten Rock und dem gestreiften Leibchen bekleidet.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 47
Zitationshilfe
„Leibchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leibchen>, abgerufen am 18.01.2020.

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