Leichenbegängnis, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Lei-chen-be-gäng-nis
Wortzerlegung LeicheBegängnis
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben Beerdigung, Bestattung
Beispiel:
Wie Trauergäste auf einem Leichenbegängnis saßen wir da [PutlitzUnterwegs154]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leiche · Leichdorn · Leichenbegängnis · Leichenbitter · Leichenbittermiene · leichenblaß
Leiche f. ‘toter menschlicher oder tierischer Körper, Leichnam’, südd. auch ‘Leichenbegängnis’. Ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (8. Jh.), mhd. līch, asächs. mnd. līk, mnl. lijc, nl. lijk, aengl. līc, anord. līk, norw. schwed. lik, dän. lig, got. leik führen auf germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’, das schon früh als verhüllender Ausdruck für ‘toter Körper, toter Mensch’ gebraucht wird. Die Bedeutung ‘Körper, Gestalt’ ist bewahrt in Leichdorn m. ‘Hühnerauge’ (eigentlich ‘Dorn im Körper’), ahd. līhthorn (11. Jh.), mhd. līchdorn, mnd. līkdōrn; auf ihr beruht ferner ↗gleich (eigentlich ‘denselben Körper, dieselbe Gestalt habend’, s. d. Weiteres zur Herkunft) und das Kompositionssuffix ↗-lich (‘die Gestalt habend’, s. d.). Gegenüber dem Germ. vollzieht sich beim dt. Substantiv ein Genuswandel. Ahd. līh zeigt neben ererbtem neutr. auch fem. Genus, das sich im Mhd. durchsetzt. Die gleiche Neuerung weist mnd. līk gegenüber dem Asächs. auf. Nhd. Leiche (mit auslautendem -e) seit dem 16. Jh. (mhd. līche nur vereinzelt). Leichenbegängnis n. ‘Totenfeier, Beerdigung, Bestattung’ (17. Jh.). Leichenbitter m. ‘wer im Namen der Hinterbliebenen zur Beerdigung einlädt’ (17. Jh.); Leichenbittermiene f. ‘trauriges, verzweifeltes Gesicht’ (wie es ein Leichenbitter zeigt, 18. Jh.). leichenblaß Adj. (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Leichenbegängnis‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leichenbegängnis‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leichenbegängnis‹

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Nie zuvor hatte er bei sovielen Leichenbegängnissen, noch dazu in so leitender Stellung mitgewirkt.
Weiskopf, Franz Carl: Cimbura oder der Traum eines Friseurs. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 98
Russomanno organisierte deshalb für den Toten das größte Leichenbegängnis, das das Viertel je erlebt hatte.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.1999
Außerdem hatte der Kantor bei großen Leichenbegängnissen selbst zu dirigieren.
Riedel, Friedrich Wilhelm: Kuhnau (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 32469
Bismarck sprach mit besserem Recht von einem "Leichenbegängnis I. Klasse".
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 17.03.1940
Beim Leichenbegängnis in der Kapelle des Klosters nannte der Prior ihn den ersten Blutzeugen der Neuen Welt.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 329
Zitationshilfe
„Leichenbegängnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leichenbeg%C3%A4ngnis>, abgerufen am 06.06.2020.

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