Leichtigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Leichtigkeit · Nominativ Plural: Leichtigkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Leich-tig-keit
Wortzerlegung leicht-igkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
geringes Gewicht
Beispiele:
Kunstfasern zeichnen sich durch Leichtigkeit aus
er spürte ein Gefühl der Leichtigkeit in seinen Gliedern
[ein] Stoff, der große Festigkeit mit größter Leichtigkeit verbindet [ K. v. FrischLeben57]
2.
Ungezwungenheit, Unbekümmertheit
Beispiele:
er strahlt weltmännische Leichtigkeit aus
die Leichtigkeit des Gesprächs drohte verlorenzugehen
Der Mangel an Handlung in diesem Stück wurde durch federnde Leichtigkeit der Dialoge ersetzt [ G. HartlaubGroßer Wagen60]
3.
Mühelosigkeit
Beispiele:
es ist keine Leichtigkeit, ihn dazu zu überreden
es wäre für ihn eine Leichtigkeit, das zu tun
mit Leichtigkeit
mühelos, ohne weiteres
Beispiele:
er überholte mit Leichtigkeit die vor ihm fahrenden Autos
er gewann mit Leichtigkeit ihr Vertrauen
er klettert mit Leichtigkeit auf den Baum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leicht · leichtern · erleichtern · Leichtigkeit · leichtfertig · Leichtfertigkeit · leichtgläubig · leichtsinnig · Leichtsinnigkeit · Leichtsinn
leicht Adj. ‘von geringem Gewicht, nicht schwierig, bekömmlich, schnell, unbeschwert, heiter, leichtsinnig’, ahd. līhti (8. Jh.), līht (11. Jh.), mhd. līht(e), asächs. līht- (in līhtlīk), mnd. licht, lucht, mnl. licht, lecht, nl. licht, aengl. lēoht, līht, engl. light, anord. lēttr, schwed. lätt, got. leihts führen auf eine Adjektivbildung germ. *lenhta- bzw. *līht(j)a- mit Nasalausfall und Ersatzdehnung, so daß als verwandt auch ↗gelingen (s. d.) und (schwundstufig) ↗Lunge und ↗lungern (s. d.) herangezogen werden können. Vergleicht man ferner ebenfalls Nasalausfall aufweisendes, doch ohne t-Suffix gebildetes aind. laghúḥ ‘leicht, unschwer, gering’, (älter) raghúḥ ‘eilend, schnell, geschwind, Renner’, griech. elachýs (ἐλαχύς) ‘klein, gering’ sowie lit. leñgvas ‘leicht’, so kann von ie. *lengu̯h- bzw. *lṇgu̯h- ausgegangen werden, einer nasalierten Form der Wurzel ie. *legu̯h- ‘leicht in Bewegung und Gewicht’, an die lat. levis ‘leicht, schnell, sanft, unbedeutend’, air. (Komp.) laigiu ‘kleiner, schlechter’, aslaw. lьgъkъ, russ. lëgkij (лёгкий) ‘leicht’ anschließbar wären. leichtern Vb. ‘leichter machen’, vom Komparativ des Adjektivs abgeleitet, ahd. līhterōn ‘leichter machen, erleichtern, mildern’ (um 1000), mhd. līhtern, auch ‘leichter werden’; dazu erleichtern Vb. ‘leichter machen, von einer Last befreien’, ahd. irlīhterōn (11. Jh.), mhd. erlīhter(e)n. Leichtigkeit f. ‘das Leichtsein, Mühelosigkeit, Ungezwungenheit’, mhd. līhtecheit, līhtekeit, līhtikeit. leichtfertig Adj. ‘unbesonnen, unüberlegt, leichtsinnig’, mhd. līhtvertec, līhtvertic ‘leicht, schnell in der Bewegung, fein’, auch ‘schwächlich’; Leichtfertigkeit f. mhd. līhtvertecheit. leichtgläubig Adj. ‘schnell etw. glaubend, leicht zu täuschen’ (16. Jh.). leichtsinnig Adj. ‘leichten Sinnes, fröhlich, unbekümmert, lustig’ (16. Jh.), dann ‘leichtfertig, unüberlegt, unbedacht’ (17. Jh.); entsprechend Leichtsinnigkeit f. ‘unbekümmerter, heiterer Sinn’ (16. Jh.), dann ‘Leichtlebigkeit, Mangel an Überlegtheit, Unvorsichtigkeit’ (17. Jh.), in dieser Verwendung vom 18. Jh. an allmählich von Leichtsinn m. zurückgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leichtigkeit · ↗Spielerei · einfache Sache  ●  ↗(das) (reinste) Kinderspiel  fig. · (ein) Leichtes (für jemanden)  Hauptform · einfachste Sache der Welt  sprichwörtlich · (a) gmahde Wiesn  ugs., bayr., fig. · ↗(ein) Kinderspiel  ugs., fig. · (jemanden nur) ein Lächeln kosten  ugs., fig. · (nur ein) Klacks mit der Wichsbürste  ugs. · ↗(nur) (eine) Fingerübung  ugs. · ↗Klacks  ugs. · ↗Kleinigkeit  ugs. · ↗Pappenstiel  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Sonntagsspaziergang  ugs., fig. · ↗Spaziergang  ugs., fig. · ein Leichtes  ugs. · eine meiner leichtesten Übungen  ugs., Redensart · kein Hexenwerk  ugs. · kein Kunststück  ugs. · keine Hexerei  ugs. · ↗kleine Fische  ugs., fig. · wenn's weiter nichts ist ...  ugs., Spruch, kommentierend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Leichtigkeit‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leichtigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leichtigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Leichtigkeit des Seins ist es dann nicht mehr soweit her.
Die Welt, 22.10.2005
Auf einmal nimmt die paradiesische Leichtigkeit des Seins von uns Besitz.
Der Tagesspiegel, 03.08.2001
Was er an ihr rühmte, war die Stärke ihrer Empfindung und die Leichtigkeit ihres Ausdrucks.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 120
Die Schuhe kaputt, aber passend, geben seinem Gang die gewohnte Leichtigkeit.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 94
Seine persönliche Note liegt in den früheren Werken in einer größeren Leichtigkeit, dem mehr spielerischen Charakter und dem schlicht lyrischen Ton.
Wörner, Karl H.: Genzmer. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 10571
Zitationshilfe
„Leichtigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leichtigkeit>, abgerufen am 20.01.2021.

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